Pandemie

Impfungen in Uganda kommen nicht voran

Impfungen schützen vor allem vor einem schweren Verlauf.
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Impfungen schützen vor allem vor einem schweren Verlauf.
  • Andreas Weber
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Pandemie prägt die Arbeit des Vereins „Our Children And Our Future“ – Es gibt auch Positives zu berichten.

Remscheid. Der Remscheider Verein „Our Children And Our Future“ (OCAOF), der im Südwesten Ugandas mehrere Projekte für Bildung, Gesundheit und Selbstversorgung 35 Kilometer südlich des Äquators nahe dem Victoriasee betreibt, berichtet in seinem aktuellen Rundbrief über „kleine Freuden und große Nöte“. Auch die von der OCAOF aufgebaute Schule und das Kinderheim in Kamukongo werden durch Corona geprägt.

Vereinsvorsitzender Franz Lebfromm stellt fest: „Der vor zwei Monaten verfügte Lockdown in Uganda wurde vor einer Woche auf unbefristete Zeit verlängert. Die Ausgangsbeschränkungen wurden unter dem steigenden Druck der Bevölkerung inzwischen teilweise gelockert, nachdem die Versorgung mit Lebensmitteln nicht mehr gewährleistet war und viele hungerten. Die Schulen bleiben geschlossen bis alle Lehrer und Schüler ab 15 Jahren geimpft sind.“

Uganda zählt rund 46 Millionen Einwohner. Bei der Gründung von OCAOF 2003 waren es 27 Millionen. Davon sind 50 Prozent unter 15 Jahren alt. Bisher sind rund 1,2 Millionen Menschen einmal geimpft, 200 000 Menschen ein zweites Mal. „Niemand wagt vorherzusagen, wann das Land ausreichend Impfdosen erhalten wird, um einen großen Teil der älteren Hälfte der Bevölkerung zu impfen“, bedauert Lebfromm.

Pandemie prägt Arbeit von OCAOF: Franz Lebfromm.

In dem Zusammenhang klinge auch die Empfehlung der Regierung, den Unterricht digital anzubieten, wenig ermutigend. Die Stromversorgung im Land sei lückenhaft, die Funknetze schwach, es fehle an Endgeräten und die Erfahrungen mit digitalen Medien seien gering. OCAOF strebt deshalb an, dass „unsere“ Lehrkräfte Arbeitsblätter erstellen und diese per Bote in den Dörfern an die Schüler zu verteilen. „Zumindest in den Kinderheimen in Kamukongo und in Bweyo konnte während der Schulschließungen Unterricht angeboten werden“, teilt Lebfromm mit.

Für OCAOF bedeutet Corona, auch in den nächsten Monaten Nothilfe zu leisten, den zwangsbeurlaubten Lehrkräften „Kurzarbeitergeld“ zu geben und die Ärmsten in den umliegenden Dörfern mit dem Allernötigsten und Grundnahrungsmitteln vor Hunger zu bewahren.

Viele Schulgebäude und Geschäfte stünden zum Verkauf, weil die Eigentümer Kredite nicht mehr bedienen können und schließen mussten. Angestellten und Arbeitern wurde gekündigt, Steuereinnahmen sinken. Die weltweit übliche Bewegung der Menschen vom Land in die Städte kehre sich um. Aus Slums und Städten kehrten viele zurück aufs Land in der Hoffnung, einen Acker zu bestellen und sich selbst versorgen zu können.

Corona und die damit verbundenen Einschränkungen fördern Armut und erschweren den Kampf auch gegen andere Krankheiten wie AIDS und Malaria, weil Erkrankte – auch aus Scham – nicht in medizinische Einrichtungen kommen und vielen das Geld für Behandlungen fehlt.

Schulabschlüsse

In der von der OCAOF getragenen Grundschule in Bbaala bestanden alle 71 Siebtklässler den Abschluss in dem corona-bedingten Kurzschuljahr 2020 (Februar bis Juli 2021). Genauso wie alle 66 Elftklässler der Kitamba High School. Obendrauf bestanden alle 18 Absolventen den Deutschkurs in Kitamba mit „excellent“. Deutschkurse sind eine Tätigkeit der Praktikanten bei OCAOF.

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