Stadt verzichtet auf 2G

Remscheid baut Impfstation auf

Dass der Bedarf an Impfungen steigt, zeigt auch ein Blick in die Nachbarschaft: Beim Hückeswagener Martinsmarkt bildeten am Sonntag lange Schlangen vor dem Impfmobil des Kreises. Foto: Doro Siewert
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Dass der Bedarf an Impfungen steigt, zeigt auch ein Blick in die Nachbarschaft: Beim Hückeswagener Martinsmarkt bildeten am Sonntag lange Schlangen vor dem Impfmobil des Kreises.

Fünf Wochen nach dem Ende des Impfzentrums werden neue Räume für eine Impfstation gesucht. Sie soll kleiner werden als das Impfzentrum, aber zentral gelegen und barrierefrei. Auch die Drittimpfung ist dann hier möglich.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Remscheid baut sein Impfzentrum wieder auf. Zumindest in einer kleineren Variante. Wie tags zuvor bereits erwartet ging am Dienstag der „6. Erlass zur Organisation des Impfgeschehens gegen Covid-19“ der Landesregierung im Rathaus ein. Damit greifen nun – einen Monat und eine Woche nach Schließung des Impfzentrums in der Halle West – die Kommunen wieder ins Geschehen ein. Auch die Booster genannten Auffrischungsimpfungen sollen zukünftig in der neuen Einrichtung möglich sein.

Aktuell sei die Verwaltung auf der Suche nach geeigneten Räumen, berichtet Sozialdezernent Thomas Neuhaus, Leiter des Corona-Krisenstabs, im Gespräch mit dem RGA. „Außerdem müssen wir wieder Impfstoffe bestellen, Ärzte und medizinische Fachangestellte suchen.“ Die neue Impfstation sei kleiner geplant als das Impfzentrum, so Neuhaus. Entsprechend nutze man dafür auch keine Sporthalle. Doch geeignete Räume bräuchten neben einer zentralen Lage und Barrierefreiheit auch Erweiterungspotenzial: „Es ist immer gut, über den Tellerrand hinaus zu schauen.“

Fünf Wochen, nachdem das Impfzentrum in der Sporthalle West auf Anweisung des Landes dichtmachte, muss das eingelagerte Equipment zumindest teilweise wieder ausgepackt werden.

Wer vor sechs Monaten die Zweitimpfung bekam, hat Anspruch auf Booster-Impfung

Der Bedarf an Impfterminen werde in den kommenden Wochen und Monaten wohl noch ansteigen, vermutet der Dezernent: „Man kann das Impfgeschehen ja um sechs Monate spiegeln.“ Alle, die vor einem halben Jahr ihre Zweitimpfung bekamen, haben nun einen Anspruch auf die Auffrischung. Zudem rechne man bald mit einer Zulassung von Impfstoffen für Fünf- bis Zwölfjährige, sagt Thomas Neuhaus: „Das haben wir jetzt bereits mit im Kopf.“

In unserem Blog finden Sie die neuesten Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Remscheid.

Wann die Impfstation eröffnet wird, sei derzeit noch nicht absehbar, sagt Neuhaus. Auch die Öffnungszeiten und die Art der Terminvergabe würden erst später bekannt gegeben. Bis es so weit sei, nutze man die ehemalige Hausmeisterwohnung des Gesundheitsamtes an der Hastener Straße für ein Impfangebot. „Die ist aber nur für bis zu 150 Impfungen am Tag ausgelegt.“

Thomas Neuhaus ist gegen 2G-Regel, Sven Wolf fordert sie

Von weiteren Einschränkungen für die Remscheider, insbesondere der Einführung der 2G-Regel, hält der Sozialdezernent hingegen wenig. „Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ist für uns immer Maßgabe gewesen“, sagt Neuhaus angesichts vergleichsweiser geringer Inzidenzen in der Stadt. Außerdem wolle man einen „Flickenteppich“ zwischen den verschiedenen Regionen vermeiden: „Es ist besser, wenn sich die Menschen an den Regeln des Landes orientieren können.“

Derweil fordert der Remscheider SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf von der schwarz-gelben Landesregierung konsequenteres Handeln gegen die vierte Corona-Welle. Dazu gehöre auch die Einführung einer konsequenten 2G-Regel. Wolf: „In dieser Situation darf die Landesregierung nicht mehr weiter tatenlos zusehen und abwarten.“

Standpunkt: Ganz ohne Vorschriften

Kommentar von Sven Schlickowey

sven.schlickowey @rga.de

Die Inzidenzen steigen, wenn in Remscheid auch langsamer als in anderen Regionen, die Forderung nach einem flächendeckenden 2G werden lauter. Dass solche Regelungen wirken, allein schon, indem sie die Impfquoten erhöhen, steht angesichts entsprechender Erfahrungen in anderen Ländern außer Frage. Gestritten wird dann eher schon über die Frage, wer sie einführen soll. Stadt? Land? Oder gar der Bund? Besser wäre es wohl, wenn 2G statt „von oben“ aus der Mitte der Gesellschaft käme. Wenn Gastronomen, Veranstalter und Sportvereine in ihre Restaurants, Konzerte und Hallen nur Geimpfte und Genesene reinlassen würden. Aus purem Eigeninteresse, um den nächsten Lockdown, der für viele das endgültige Aus bedeuten würde, zu vermeiden. Das erfordert vom einzelnen Anbieter sicherlich etwas Mut, fällt aber leichter, wenn viele mitmachen. Und könnte erheblich dazu beitragen, besser durch die vierte Welle zu kommen. Ganz ohne irgendeine Vorschrift, egal von wem.

Die IG Hasten richtet ihren Weihnachtstreff im Kirchpark nach 3G-Regel aus.

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