Corona-Impfung

Stadt impft ab Montag Erzieher und Lehrer

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Im Impfzentrum in der Halle West: Einsatzleiter Guido Eul-Jordan mit dem Vakzin Pfizer-Biontech.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Bislang sind 8136 Remscheider gegen Corona geimpft – Minister drückt aufs Tempo – Namenslisten stehen bereits.

Remscheid. Die Corona-Impfungen gewinnen an Tempo. Allerdings gilt das nicht weniger für das Infektionsgeschehen. Sars-CoV-2 legt in Remscheid erneut an Geschwindigkeit zu. Nun soll die Stadt nicht mehr nur die Über-80-Jährigen, sondern ab Montag in Eigenregie auch die Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas, Lehrerinnen und Lehrer sowie alle Polizisten mit Bürgerkontakt impfen.

1279 Senioren über 80 Jahren sind in der vergangenen Woche in der Sporthalle West zum ersten Mal geimpft worden. In der Vorwoche waren es 906 und in der Woche davor 913. Seit Beginn der Kampagne im Impfzentrum am 8. Februar wurden dort also 3098 Spritzen gesetzt. Einschließlich der 5038 Dosen, die als Erst- und Zweitimpfungen in den Alten- und Pflegeheimen injiziert wurden, liegt die Zahl der Impfungen insgesamt bei 8136 und die der Menschen, die mindestens eine Injektion erhalten haben, bei 5617. Das ist die Bilanz zwei Monate nach Beginn der Impfkampagne in Remscheid.

Wir haben nur sehr wenige und wenn, dann sehr milde Impfreaktionen

Guido Eul-Jordan, Impf-Einsatzleiter

„Wir wollen Meter machen“, erklärte dagegen gestern Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Impfen, was das Zeug hält“, sei die Devise. Ab dem 8. März sollen die Städte und Kreise Kita-Beschäftigte, Polizisten sowie die Lehrerinnen und Lehrer an Grund-, Förder- und Sonderschulen impfen. 680 Dosen Astrazeneca sollen dazu in der 10. Kalenderwoche nach Remscheid fließen, in den Wochen danach jeweils 500 weitere.

Das Rathaus selbst wird die Termine organisieren. Nach dem Chaos bei der Terminvergabe im Januar gilt das als gute Nachricht. „Offenbar hat man nach dem Gewusel festgestellt, dass die Kommunen so etwas ganz gut hinbekommen“, sagt Thomas Neuhaus, Leiter des Corona-Krisenstabes.

Die 7-Tage-Inzidenz ist in Remscheid unterdessen weiter gestiegen. Von 76,3 am Freitag auf aktuell 89,8. Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Neveling führt den Anstieg unter anderem auf die Verbreitung der britischen Coronavariante zurück. 47 Fälle sind bestätigt, nach 29 am Freitag. Die Krankenhäuser meldeten gestern 12 positive Fälle, darunter 3 Patienten auf der Intensivstation.

Von den 3098 Dosen, die von den Ärzten bislang im Impfzentrum verabreicht wurden, entfallen 1629 auf den Hersteller Biontech/Pfizer und 1469 auf den Hersteller Astrazeneca. In den Heimen wurde ausschließlich der Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer verabreicht.

„Wir haben nur sehr wenige und wenn, dann sehr milde Impfreaktionen bei den überwiegend hochbetagten Bürgerinnen und Bürgern festgestellt“, berichtet Guido Eul-Jordan, Amtsleiter der Feuerwehr Remscheid und verantwortlich für die Impfstrategie in Remscheid. Mit der Impfbereitschaft der Pflegekräfte zeigt er sich zurückblickend zufrieden. Einige reagierten zunächst zögerlich, ließen sich dann aber doch impfen.

Nach den Heimbewohnern und parallel zur weiteren Impfung der Altersgruppe 80 plus muss der Feuerwehrchef nun auch die Impfung der Erzieher, Lehrer und Polizisten organisieren. Eine lange Liste mit Namen und Telefonnummern liegt ihm bereits vor. Schulrätin Brigitte Dörpinghaus hat die Impfbereitschaft unter den Grundschullehrern abgefragt. Kitakoordinator Peter Nowack unternahm gleiches für das Kitapersonal.

Die Ständige Impfkommission hatte es abgelehnt, die beiden Berufsgruppen vorzeitig zu impfen. Krisenstabsleiter Neuhaus, der auch Schul- und Sozialdezernent ist, findet es richtig. „Wir können es uns nicht leisten, dass Kitas und Schulen wieder reihenweise ausfallen“, sagt er. Außerdem: „Wenn wir wollen, dass unsere Kinder betreut und beschult werden, dann müssen wir auch das Personal schützen, das dies leisten soll.“

Neuhaus zeigt sich zuversichtlich, dass die Impfkampagne in Remscheid nun langsam an Fahrt gewinnt. Dabei setzt er auch auf die Zulassung der Vakzine von Moderna und Johnson & Johnson. Ab dem 1. April sollen im Impfzentrum in Reinshagen pro Monat 8000 Impfungen erfolgen. So viel wie bisher in zwei Monaten.

Standpunkt: Es muss endlich fließen

Von Axel Richter

axel.richter@ rga-online.de

Gebt uns das Serum, den Rest machen wir, hatte Guido Eul-Jordan, verantwortlich für die Impfstrategie, voller Selbstbewusstsein im RGA-Interview gesagt. Fakt ist: Das Impfzentrum stand pünktlich und das Personal stand parat. Drei Impfstraßen hätten sofort ihren Betrieb aufnehmen können. 720 Impfungen pro Tag wären damit möglich gewesen. Dann aber floss das Serum nur tröpfchenweise nach Remscheid. Das und die stümperhafte Vergabe der Impftermine an die Altersgruppe 80 plus sorgten nicht nur für Verdruss. Das Impfdesaster leistete auch dem Eindruck Vorschub, dass die Verantwortlichen sich außerstande sehen, die eigene Bevölkerung zu schützen. Ein verheerendes Signal, auf das die Verschwörungsideologen und Hetzer am rechten Rand nur gewartet haben. Nun überlässt die Landesregierung die weitere Organisation der Impfungen den Behörden vor Ort. Das lässt auf eine bessere Organisation hoffen. Was die Lieferung des Impfstoffs angeht, bleibt die Stadt jedoch weiterhin von anderen abhängig. Hoffen wir also, dass es bald nicht mehr nur tröpfelt, sondern fließt und Eul-Jordan samt Team den Rest machen kann.

In unserem Live-Blog finden Sie die neuesten Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Remscheid

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