Coronavirus

Noch impft keine Apotheke in Remscheid gegen Corona

Hat die Qualifikation mit zwei ihrer Mitarbeiter erworben, um gegen Corona zu impfen, hält sich aber zurück: Claudia Hussels-Kapitza vor ihrer Apotheke in der Kölner Straße 74. Foto: Roland Keusch
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Hat die Qualifikation mit zwei ihrer Mitarbeiter erworben, um gegen Corona zu impfen, hält sich aber zurück: Claudia Hussels-Kapitza vor ihrer Apotheke in der Kölner Straße 74.

Seit Montag dürfen die Apotheker offiziell gegen Covid-19 spritzen.

Von Andreas Weber

Remscheid. Der Beratungsraum ist eingerichtet, eine Liege vorhanden, der Erste-Hilfe-Kurs aufgefrischt, der Masernschutz vorhanden, das Personal gegen Covid geimpft und vor allem: Dr. Nathalie Goergen, Heiko Brink und Claudia Hussels-Kapitza haben sich weiterqualifiziert, um nicht nur Grippeschutzimpfungen, sondern auch Covid-19-Schutz verabreichen zu können. Der Filialverbund der Bergischen Apotheke und Am Bismarckplatz steht bereit. Zumindest theoretisch. Denn Claudia Hussels hat erst mal Abstand davon genommen, ins Impfgeschehen einzusteigen.

Am Montag war offizieller Impfstart für die Apotheker in Deutschland. In Remscheid war die Resonanz unter den 18 Apotheken im Vorfeld gering. Die Skepsis überwog. Am Ende waren es mit der Bergischen Apotheke, der Apotheke am Bismarckplatz und der Regenbogen-Apotheke nur drei, die prinzipiell gewillt waren, zu spritzen. Tatsächlich wird wohl nur Henning Denkler mit seiner Regenbogen-Apotheke ab nächster Woche Termine auf Voranmeldung anbieten. Immer montags im kleinen Rahmen.

„Ich habe das Thema bislang etwas stiefmütterlich behandelt“, gesteht Henning Denkler. Dass am Montag der Beginn der Apotheker-Impfungen durch alle Medien ging, überraschte den Sprecher der hiesigen Apotheker, er hörte davon morgens im Radio. „Ich habe eine Kollegin in Kleve, im gleichen Kammerbezirk und die impft seit drei Wochen.“ Den offiziellen Start verpasste Denkler auch, weil die Impfwilligen nicht mehr wie zum Jahreswechsel Schlange stehen. Die Nachfrage ist mau. In der Regenbogen-Apotheke haben bislang drei Impfwillige um einen Pikser gebeten.

Impfkampagne in Deutschland stockt

Auch Claudia Hussels weiß als diejenige, die über ihr Geschäft Impfstoffe an Arztpraxen weiterleitet, dass die Impfkampagne in Deutschland nach dem Run auf die Boosterung mittlerweile stockt. Deshalb war für die Lenneper Apotheken-Inhaberin klar: „Wenn der Bedarf nicht da ist, impfen wir nicht. Wir wollen den Ärzten nicht eine ihrer originären Aufgaben wegnehmen.“

Claudia Hussels unterstreicht eine Formulierung von Henning Denkler: „Wir sehen uns als Wasserträger.“ Ihre Hauptaufgabe liege in der Logistik, der Bestellung der Impfstoffe für die Mediziner und deren sachgerechte Weiterleitung. „Für mich als Apothekerin gilt beim Impfen: Wenn nicht erforderlich, bleibe bei deinen Leisten.“ Dass nicht nur die Ärzteschaft sauer darauf reagierte, dass die Apotheker ins Impfgeschehen eingreifen dürfen, sondern sich auch ihre Kollegen zurückhalten bei dieser aufwendigen Zusatzaufgabe, kann Claudia Hussels nachvollziehen. Denn die Apotheker leiden an Fachkräftemangel. Nicht jedes Geschäft hat entsprechend viel Personal, um sich zu den Alltagsaufgaben on top in der Pandemiebekämpfung zu engagieren.

Claudia Hussels hat dies bereits getan. Sie war im Dezember im Fitness-Centrum „Injoy“ dabei, als die Bevölkerung bei einer der vielen Sonderaktionen bewegt wurde, sich zu immunisieren. Hussels impfte nicht selber, sondern zog die Impfstoffe auf. Über 400 kamen über den Tag verteilt. Sie könnte sich jedoch durchaus vorstellen, dies noch mal zu wiederholen.

Schulungen

Durch eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes dürfen auch Apotheker seit kurzem impfen. Die Bundesapothekerkammer hat dafür ein Curriculum mit zwölf Fortbildungsstunden festgelegt mit Theorie, Praxis, Selbststudium.

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