Bienenhaltung als Hobby

„Imkerei bedeutet Lernen“ – Tipps zum Imker-Start

Frank Saebel unterstützt Jungimker und hilft im ersten Bienenjahr. Er weiß, dass das Hobby viel Zeit in Anspruch nimmt. Foto: Roland Keusch
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Frank Saebel unterstützt Jungimker und hilft im ersten Bienenjahr. Er weiß, dass das Hobby viel Zeit in Anspruch nimmt.

Sie wollten immer schon mal Imkern und eigenen Honig produzieren? Imker Frank Saebel gibt Tipps, wie der Start in der Welt der Bienen gelingen kann.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Der Frühlingsanfang läutet so langsam auch die Imkersaison ein. Wer mit dem Gedanken gespielt hat, sich Bienenvölker zuzulegen, könnte bald mit seinem neuen Hobby beginnen. Frank Saebel, Vorsitzender der Imkervereinigung Remscheid/Wuppertal-Ronsdorf-Graben und selbst Hobbyimker, gibt einen Überblick über die wichtigsten Fragen.

Wie werde ich Imker?

„Imker werden kann jeder“, sagt Frank Saebel. In Imkerkursen, die unter anderem auch die Imkervereinigung selbst anbietet, kann alles Wichtige erlernt werden: Gesundheit, Pflege, Honigernte, Wachsernte, Überwinterung. Der Verein begleitet Jungimker einmal wöchentlich. „Imkerei bedeutet Lernen.“ Allergiker sollten das Hobby vorher mit einem Arzt abklären. 50 Bienenstiche pro Jahr empfiehlt Frank Saebel für die Desensibilisierung, denn gestochen werde man auch trotz Schutzausrüstung.

Was muss ich beachten?

Die Bienenhaltung ist beim Veterinäramt anmeldepflichtig, Wer imkern möchte, sollte Rücksicht auf seine Nachbarn nehmen. Auch solle jedem Anfänger klar sein, dass Urlaube im Zeitraum von Mai bis Juli nicht möglich seien, um das Ausschwärmen von Bienen zu vermeiden. „Sonst kommt man aus dem Urlaub wieder, und es sind kaum noch Bienen da“, sagt Saebel. Bis ein neues Volk aufgebaut ist, sei das Bienenjahr vorbei.

Um mit dem Imkern zu beginnen, sollte der Anfänger mit einer Mindestzahl an Bienenvölkern starten. Zwei bis vier Völker seien sinnvoll, so dass auch Ableger – neue Völker – aus den bereits bestehenden nachgezogen werden können. Denn oft verliere man über den Winter einige der Völker, erklärt Frank Saebel. Er empfiehlt, mit solchen Ablegern zu starten, mit ihnen ein bis zwei Jahre zu lernen und dann in die Honigproduktion einzusteigen.

Wie komme ich an die Bienen?

Wer Bienen kauft, brauche ein Gesundheitszeugnis vom Veterinäramt. „Am einfachsten ist es, bei Vereinen zu fragen. So lernt man direkt erfahrene Imker kennen, die einem helfen können“, sagt Saebel. Aber Vorsicht: „Niemals die Bienen außerhalb Deutschlands kaufen“, sagt Saebel. Durch billige Angebote aus dem Ausland können fremde Krankheitserreger eingeschleppt werden. „Da sollte man nicht den Sparfuchs raushängen lassen.“

Welche Ausrüstung brauche ich?

Eine Imkerjacke, Imkerhandschuhe, ein Handfeger, ein Meißel und einen sogenannten Smoker, dessen Rauchproduktion die Bienen beruhigt, gehören zur Grundausrüstung. Geräte wie Honigschleudern können im Verein geliehen werden.

Welche Kosten habe ich?

Mit etwa 1000 Euro solle man für den Start rechnen – Ausrüstung, Kurse, Gebühren. Wer im Schnitt fünf Völker halte, kann mit etwa 70 Euro im Jahr rechnen. „Ein Imker mit fünf Völkern nimmt aber Geld ein.“

Wo kann ich die Bienen halten?

Ein Garten sei ein guter Standort für ein Bienenvolk, der Balkon eigne sich nicht. Bienen sollten etwa zwei Stunden Sonne am Tag bekommen, im Winter müssen sie mitunter beschattet werden, sagt Saebel

Imkervereinigung Remscheid/Wuppertal-Ronsdorf-Graben

Die Imkervereinigung Remscheid/Wuppertal-Ronsdorf-Graben ist eine der ältesten Imkervereine in der Region. Jungimker können ihre Bienen auf dem Hof Sondern in Wuppertal-Beyenburg halten. Kontakt über www.imker-rs-ro.de

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