Stuttgarter Straße

Entscheidung ist gefallen: Das soll im ehemaligen Berufskolleg entstehen

Hier sollen bald Wohnungen entstehen, hat der Stadtrat nun endgültig entschieden.
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Hier sollen bald Wohnungen entstehen, hat der Stadtrat nun endgültig entschieden.

Nach jahrelangen Diskussionen um die Nachnutzung des Berufskollegs ist nun die Entscheidung gefallen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Es ist endgültig entschieden: Auf dem bisherigen Grundstück des Berufskollegs an der Stuttgarter Straße, das im Sommer in einen Neubau am Bahnhof umzieht, werden Wohnungen entstehen. Das beschloss der Stadtrat am Donnerstagsabend nach teils hitziger Diskussion mit den Stimmen der Gestaltungsmehrheit aus SPD, Grüne und FDP. Damit endet ein jahrelanges Ringen der Politik um die Nachnutzung dieser Fläche.

Seit klar ist, dass das Kolleg den Standort verlässt, wird über dessen Zukunft diskutiert. Die SPD und schließlich die gesamte Ampel hatten sich schon früh positioniert und Wohnbebauung gefordert. Andere Gruppen im Rat, vornweg die Linke, hatten mit Hinweis auf den steigenden Bedarf einen Erhalt als Schulstandort vorgeschlagen. Die CDU als größte Oppositionsfraktion hatte zuletzt einen Antrag auf ein Planungs-Moratorium gestellt.

CDU wollte noch weiter mit den Planungen warten

Man sei weder für einen Erhalt als Schulstandort noch gegen Wohnungen, machte Alexander Schmidt (CDU) nun noch einmal im Rat deutlich. Man wolle nur vernünftig planen und dabei die aktuelle Entwicklung, zum Beispiel bei den Schülerzahlen durch geflüchtete Kinder aus der Ukraine, mit einbeziehen: „Wäre es nicht clever, noch einen Moment abzuwarten?“, fragte er die anderen Ratsmitglieder.

Eine Haltung, die unter anderem bei Waltraud Bodenstedt (WiR) Zustimmung fand. Man könnte die Immobilie doch als Ausweichquartier für anstehende Schulsanierungen behalten, schlug sie vor. Wohnungsbau sei auch später noch möglich. Und die Linke bemängelte die Eile, die die Ampel an den Tag lege: „Wir haben den Eindruck, dass das einfach so durchgeboxt werden soll“, betonte Axel Behrend.

Marodes Gebäude solle nicht zur Ruine werden

Eine Darstellung, der David Schichel (Grüne) deutlich widersprach: Nach anfänglicher Kritik der anderen Fraktionen sei das Thema ja noch einmal in den Schulausschuss verwiesen worden: „Sie können jetzt nicht so tun, als habe es das Verfahren nicht gegeben, nur weil Ihnen das Ergebnis nicht passt.“ Zudem sei es auch aus städtebaulicher Sicht sinnvoll, das marode Gebäude an der Stuttgarter Straße bald abzureißen: „Sonst fragen Sie den Oberbürgermeister in eineinhalb Jahren, warum da eine Ruine steht“, sagte er in Richtung CDU. Christine Krupp (SPD) verwies zudem darauf, dass nicht nur Schul-, sondern auch Wohnraum in Remscheid benötigt werde.

„Wir glauben, dass uns das Thema noch nachlaufen wird“, sagte CDU-Fraktionschef Markus Kötter - und beantragte namentliche Abstimmung. So wurden bei allen drei Anträgen zum Thema - die CDU hatte ein Moratorium beantragt, die Linke weitere Beratung und die Gestaltungsmehrheit Wohnbebauung - alle Ratsmitglieder einzeln aufgerufen und um ihr Votum gebeten. Am Ergebnis änderte das aber nichts mehr. Der Ampel-Antrag wurde mit 32:25 Stimmen angenommen. Die beiden anderen Anträge wurden mit dem gleichen Stimmverhältnis abgelehnt.

Standpunkt von Sven Schlickowey: Chance vertan

sven.schlickowey@rga.de

Nach einigem Hick-Hack steht nun also fest, dass an der Stuttgarter Straße Wohnungen gebaut werden sollen. Das haben SPD, Grüne und FDP mit ihrer Ratsmehrheit beschlossen. Und spätestens nachdem das Thema eine „Ehrenrunde“ durch den Schulausschuss gedreht hat, kann niemand mehr behaupten, die Entscheidung sei undemokratisch durchgeboxt worden. Besser macht das die Entscheidung allerdings nicht.

Zwar fehlen in Remscheid Wohnungen, vor allem in familientauglicher Größe, doch für Familien ist auch der Zustand der umliegenden Schulen wichtig. Und der ist teils einfach desolat. Die Chance, einen Teil des bald leeren Kollegs aufzuhübschen und dort vorübergehend Klassen unterzubringen, während Schulen saniert werden, hat man vorschnell vertan. So bekommen die jungen Familien ihre neuen Wohnungen ein paar Jahre früher, schulpflichtige Kinder sollten sie aber besser nicht mitbringen.

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