Oma, Tochter und Enkelin

Ihr Treffpunkt ist derzeit die Arbeit

Jessica Niebch, Erika Niebch, Sabine Niebch-Lüttgen (v. l.) arbeiten bei der Arns-Wohnungsverwaltung. Foto: Roland Keusch
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Jessica Niebch, Erika Niebch, Sabine Niebch-Lüttgen (v. l.) arbeiten bei der Arns-Wohnungsverwaltung.
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Oma, Tochter und Enkelin sehen sich im Büro, dürfen privat aber nicht zusammenkommen

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Jessica Niebch (23), Sabine Niebch-Lüttgen (51) und Erika Niebch (80) freuen sich jeden Tag darauf, zur Arbeit zu gehen. Nicht nur, dass sie gerne in der Arns-Wohnungsverwaltung arbeiten, sondern hier können sich Oma, Tochter und Enkelin in Pandemiezeiten auch treffen – während sonst ein Kontaktverbot gilt. Jessica Niebch und Sabine Niebch-Lüttgen sind täglich in der Brunnengasse 10 anzutreffen, Oma Erika kommt immer freitags dazu. Jetzt, da sie komplett geimpft ist. Auch mit 80 hat die gelernte Buchhalterin noch Spaß an dem Job. „Am besten geht’s mir, wenn ich ins Büro darf“, erklärt Erika Niebch, die früher im Architekturbüro beschäftigt war. Das kleine Büro wird so zum Familientreffpunkt – natürlich unter den gängigen Hygiene- und Schutzmaßnahmen.

Erika Niebch hat ein eigenes Büro, Jessica Niebch und Sabine Niebch-Lüttgen teilen sich eines, sitzen aber weit auseinander und lüften regelmäßig. Wenn sie aufstehen, setzen sie die Maske auf. Diese tragen sie auch, wenn sie zu Wohnungsbesichtigungen fahren. Sicherheit geht vor. Die beiden Frauen werden in der nächsten Zeit geimpft – darauf freuen sie sich schon. Schließlich musste der alljährliche Familienurlaub an der Nordsee bereits dran glauben. Und mit den in Aussicht gestellten Lockerungen für Geimpfte könnte dann auch wieder ein normaleres Familienleben möglich sein.

Muttertag konnten die drei Generationen nicht zusammen feiern

Den Muttertag konnten die drei Generationen nicht wie sonst bei Kaffee und Kuchen verbringen. Zwar lebt Erika Niebch im Haus von Sabine Niebch-Lüttgen und ihrem Mann, doch laut den Corona-Regeln handelt es sich hierbei um zwei Haushalte. Und da Jessica Niebch mit ihrem Freund zusammenlebt, wären es dann schon drei. Das ist aktuell verboten. „Das ist schon blöd“, sagt Jessica Niebch, die seit rund zwei Jahren bei der Arns-Wohnungsverwaltung dabei ist. Gelernt hat sie Rechtsanwaltsfachangestellte, macht nun nebenbei ein Fernstudium zur Immobilienfachwirtin. Ihre Mutter, gelernte Bankkauffrau, ist bereits seit 28 Jahren bei Arns, ihre Großmutter schon seit 57 Jahren.

Gemeinsam verwalten sie die aktuell 362 Wohneinheiten in ganz Remscheid. „Wir machen alle alles“, sagt Jessica Niebch. Vom verstopften Rohr bis zu Bescheinigungen kümmern sich die drei Niebch-Generationen um die Anliegen der Mieter. Manchmal ist es auch ein Stück weit Lebensberatung. „Wir gehen mit den Häusern um, als seien es unsere eigenen“, sagt die 23-Jährige. Mieter, die ins Büro kämen, dürften dies nur mit Termin und nähmen hinter einer Spuckschutzwand Platz. „Vieles können wir aber auch am Fenster klären“, sagt Sabine Niebch-Lüttgen.

Dann rocken wir Ehringhausen.

Erika Niebch (80) freut sich schon auf die erste Party nach der Pandemie

Täglich arbeiten die Frauen zusammen, abends telefonieren sie dann noch. „Wir drei sind sehr eng“, sagt Jessica Niebch, die mit ihrer Oma auch schon mal allein nach Fuerteventura geflogen ist. „Und wir verstehen uns immer noch“, ergänzt Erika Niebch lachend. Das Band dieser Familie ist stark. Man schätze die Familie in dieser Pandemie noch mehr, findet Jessica Niebch, die ihre Liebsten an ihrem Geburtstag so zumindest im Büro sehen konnte. „Meine Mutter ist auch meine beste Freundin“, sagt sie. Mama und Tochter haben sogar die gleichen Jacken und Schuhe. Das sorge schon mal für Lachen beim morgendlichen Aufschlagen im Büro.

Und auch Oma Erika freut sich schon, wenn die Pandemie irgendwann vorbei ist – dann werde es daheim erst einmal eine Party geben. „Dann rocken wir Ehringhausen“, sagt die 80-Jährige.

Arns-Wohnungsverwaltung

Die Arns-Wohnungsverwaltung Betriebsgesellschaft GbR wurde 1996 gegründet. Damals wurden 22 Häuser mit 302 Wohneinheiten verwaltet. Heute sind es 362 Wohnungen. Die Objekte wurden ab 1982 errichtet und befinden sich größtenteils an der Fichtenhöhe und in Lennep, aber auch in der Innenstadt.

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