Wirtschaft

IHK-Empfang: Firmen machen sich Mut in der Krise

Sie wollen, dass Remscheid auch in Zukunft Industrie- und Exportstadt bleibt: Die Firmenchefs Dr. Peter Wurm, Dr. Roman Diederichs, Inga Bauer und Henner Pasch stellten sich den Fragen von Moderator Thorsten Kabitz.
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Sie wollen, dass Remscheid auch in Zukunft Industrie- und Exportstadt bleibt: Die Firmenchefs Dr. Peter Wurm, Dr. Roman Diederichs, Inga Bauer und Henner Pasch stellten sich den Fragen von Moderator Thorsten Kabitz.
  • Axel Richter
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Wirtschaftsempfang: Unternehmer warnt vor Abwanderung – OB will nach DOC-Pleite Klarheit für Lennep.

Remscheid. Kein Unternehmen in Remscheid ist so abhängig vom Erdgas wie die Schmiede Dirostahl. Das Formen von Stahlstücken von bis zu 35 Tonnen Gewicht braucht Temperaturen von 1200 Grad. Das ist mit Strom nicht zu machen. Also kämpft das Unternehmen mit Gaspreisen, die sich mit Putins Krieg verfünf- bis versiebenfacht haben. Dr. Roman Diederichs hofft deshalb auf die Strom- und Gaspreisbremse der Bundesregierung. Denn, warnt der Chef der Schmiede Dirostahl: „Es droht die Abwanderung energieintensiver Firmen ins Ausland, es droht die Deindustrialisierung Deutschlands.“

Energiekrise trifft Werkzeugfirmen hart

Das ist nicht aus der Luft gegriffen. Allein in Remscheid geht es 40 bis 50 Unternehmen ähnlich. Sie brauchen Gas, um produzieren zu können, doch die galoppierenden Preise machen ihre Produkte im internationalen Vergleich zu teuer. Auf dem Herbstempfang der Remscheider Wirtschaft übten sich die rund 100 Unternehmer und Führungskräfte, die der traditionellen Einladung ins Schützenhaus gefolgt waren, auch in Optimismus.

„Es geht auch wieder aufwärts“, hielt Dr. Horst Peter Wurm fest. Der 1952 geborene Chef der Wurm GmbH & Co. KG hat schon manche Krise erlebt. „Wir werden auch mit erhöhten Energiepreisen tolle Produkte auf den Markt bringen.“ Ganz so wie Inga Bauer, die mit Horst Peter Wurm auf dem Podium saß: „Ich warte nicht auf Wumms und Doppelwumms.“ Immer sei sie mit auf der Suche nach neuen Ideen und Produkten.

Nur sieht sich die Chefin der Bauer & Böcker GmbH & Co. KG dabei oft ausgebremst von Bürokraten, denen so etwas wie ein Zensus wichtig ist. „Wir sind Unternehmer“, erklärte sie: „Wir müssen was unternehmen und nicht Anträge ausfüllen.“ Dann würden viele Kräfte frei, schätzt die Firmenchefin: „In der Krise entwickeln wir neue Power. Das ist eine total spannende Zeit.“

„Die einen wollen Atomkraftwerke erhalten, die anderen das Röntgen-Stadion.“

Thorsten Kabitz, Modertor

Mehr Freiheiten, weniger Gängelung durch den Staat, das fordert auch der Solinger Unternehmer Henner Pasch, seit einem Jahr Präsident der IHK im Bergischen. „Ich wundere mich oft, was die Holländer alles in relativ kurzer Zeit hinbekommen. Und dort brennt auch nicht jedes zweite Haus nieder.“ Mehr Tempo mahnt er deshalb an. „Wir sind als Gesamtgesellschaft zu träge geworden.“

Träge und rückwärtsgewandt vielleicht auch mit Blick auf die Entwicklung Remscheids? „Die einen wollen Atomkraftwerke erhalten, die anderen das Röntgen-Stadion“, bemerkte Radio-RSG-Chefredakteur Thorsten Kabitz süffisant, der der Diskussionsrunde moderierte.

Nach der jüngsten Lennep-Konferenz, in der es um die Zukunft der Flächen geht, auf denen einst das Designer Outlet Center (DOC) entstehen sollte, macht Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) vor allem drei Strömungen aus: „Die einen wollen, dass die sieben Hektar für Wohnen, Freizeit und Gewerbe bereitstehen. Die zweiten wollen, dass alles so bleibt wie es ist. Und die dritten wollen, dass sich alles ändert, aber die Strukturen sollen erhalten bleiben.“

IHK-Empfang in Remscheid

IHK-Empfang in Remscheid
IHK-Empfang in Remscheid © Roland Keusch
IHK-Empfang in Remscheid
IHK-Empfang in Remscheid © Roland Keusch
IHK-Empfang in Remscheid
IHK-Empfang in Remscheid © Roland Keusch
IHK-Empfang in Remscheid
IHK-Empfang in Remscheid © Roland Keusch
IHK-Empfang in Remscheid
IHK-Empfang in Remscheid © Roland Keusch
IHK-Empfang in Remscheid
IHK-Empfang in Remscheid © Roland Keusch
IHK-Empfang in Remscheid
IHK-Empfang in Remscheid © Roland Keusch
IHK-Empfang in Remscheid
IHK-Empfang in Remscheid © Roland Keusch
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IHK-Empfang in Remscheid
IHK-Empfang in Remscheid © Roland Keusch
IHK-Empfang in Remscheid
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IHK-Empfang in Remscheid
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IHK-Empfang in Remscheid © Roland Keusch
IHK-Empfang in Remscheid
IHK-Empfang in Remscheid © Roland Keusch
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IHK-Empfang in Remscheid
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IHK-Empfang in Remscheid
IHK-Empfang in Remscheid © Roland Keusch
IHK-Empfang in Remscheid
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IHK-Empfang in Remscheid
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IHK-Empfang in Remscheid
IHK-Empfang in Remscheid © Roland Keusch
IHK-Empfang in Remscheid
IHK-Empfang in Remscheid © Roland Keusch

Wie Mast-Weisz mahnte auch Bärbel Beck, Chefin des Modehauses Johann, eine gemeinsame Vision an. Stillstand bedeute den Tod. Die Wunden, die die vereitelte DOC-Ansiedlung in Lennep geschlagen haben, seien längst sichtbar, erklärte Mast-Weisz: „Nachdem wir diese wunderbare Chance aus Lennep heraus vertan haben, müssen wir den Menschen jetzt sagen, wo es lang geht.“

Deshalb erwarte er vom FC Remscheid eine rasche Antwort, ob und mit welchem Geld der Fußballclub das Röntgen-Stadion nun kaufen und sanieren wolle oder nicht. Selbst ist er von der Idee nicht überzeugt: „Es reicht ein Stadion in Remscheid.“ Das stehe in Reinshagen. „So haben wir es im Rat beschlossen, auch wenn das heute manch einer nicht mehr wahrhaben will.“

Die Alleestraße ist die zweite Großbaustelle in Remscheid. Laut Christoph Imber-Böcker, Geschäftsführer der Gründerschmiede, werden auch dort zu viele Probleme betont und zu wenige Lösungen gesucht. In Solingen gebe die „Gläserne Werkstatt“ ein gutes Beispiel dafür ab, wie sich eine darbende Innenstadt mit neuem Leben füllen lasse, erklärte er. Er selbst wisse von 50 Manufakturen, die gewiss bereit seien, sich für Remscheid zu engagieren. „Wir müssen nur“, hielt der Gründer fest, „das Meckern einfach mal sein lassen.“

Bergische IHK

Die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) vertritt die Interessen von rund 36 000 Unternehmen. Präsident der IHK ist seit 2021 der Solinger Henner Pasch. Beim ersten Herbstempfang fehlte er in Remscheid wegen einer Corona-Infektion.

In diesem Jahr fehlte der Remscheider Dr. Peter Schniering. Der Mitgeschäftsführer der Firma Schumacher Precision Tools ist Gründer der Denkfabrik Future Clean Architects und vertritt Remscheid aktuell beim UN-Klimagipfel in Ägypten.

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