Leerstand prägt das Bild

Ideen für den Stadtteil: Lenneper Vereine wollen mitsprechen

Es geht um Lennep und seine Zukunft – und die Frage, wie der Ortsteil nachhaltig attraktiv gestaltet werden kann. Noch prägt auch Leerstand das Bild.
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Es geht um Lennep und seine Zukunft – und die Frage, wie der Ortsteil nachhaltig attraktiv gestaltet werden kann. Noch prägt auch Leerstand das Bild.
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Ideen für den Stadtteil reichen vom Gesundheitscampus über neue Veranstaltungsfläche bis zum Luftkurort.

Von Frank Michalczak

Klaus Kreutzer.

Remscheid. Nun werden die ersten Vorschläge der Lenneper Vereinswelt publik, was aus den Flächen werden soll, die dem Designer Outlet Center (DOC) vorbehalten waren. Das Spektrum reicht von einer Veranstaltungsfläche nebst Multifunktionshalle bis zum Gesundheitszentrum. Zudem kommt ins Gespräch, dass Lennep als Stadtteil den Status eines Luftkurorts anstreben solle. „Das wäre ein Alleinstellungsmerkmal. Und wir haben doch alles dafür – viel Natur und Waldflächen oder auch die Talsperren. Nicht zu vergessen das Freizeitbad in Hackenberg“, listet Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins, auf.

Thomas Schmittkamp.

Gemeinsam mit Thomas Schmittkamp von Lennep Offensiv hat er eine Allianz geschmiedet, die dazu beitragen will, nach dem Scheitern des DOC neue Perspektiven für den Ort zu finden. Thomas Schmittkamp will bei all den Vorschlägen noch nicht ins Detail gehen. Zunächst soll OB Burkhard Mast-Weisz die Zeit haben, diese zu bewerten und in die erste Beratungsgrundlage einzubetten. Darin will der OB vielfältige Ideen zusammenfassen und den Ortspolitikern vorlegen. Im Kern geht es um die Zukunft von Jahn- und Kirmesplatz sowie dem Röntgen-Stadion und um die Frage, wie die Kölner Straße und der historische Stadtkern in die Zukunft geführt werden könnten. Bis Ende des Jahres soll das Konzept verabschiedet werden, wobei Mast-Weisz eine breite Bürgerbeteiligung ankündigt. „Es ist noch gar nichts in Stein gemeißelt. Auch wenn es anderslautende Gerüchte gibt“, erklärt er.

Als Impulsgeber will die Lenneper Vereinswelt ein Wort mitsprechen. Die Allianz, in der auch der Handelsverband NRW mitwirkt, werde immer größer. „Wir haben unsere Vorschläge im Bühnenbeirat besprochen, der den Lenneper Sommer organisiert“, berichtet Schmittkamp.

„Es ist noch gar nichts in Stein gemeißelt.“

Burkhard Mast-Weisz

Dem Gremium gehören Vertreter von Vereinen und Institutionen an, die in der Altstadt Konzerte und sonstige Veranstaltungen arrangieren. Dazu zählen unter anderem die Karnevalsgesellschaft, Lenneper Turngemeinde, Turnverein Frisch Auf oder auch die Pilgerfreunde. Dahinter stecke die Botschaft: Der Schulterschluss wird immer breiter. Beteiligt werden sollen nun auch Vereine, die an der Veranstaltungsreihe nicht als Gastgeber teilnehmen. Es gelte bei all dem, der Stimme Lenneps noch „größeres Gewicht zu verschaffen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Lennep Offensiv. „Weit mehr als in anderen Stadtteilen wird das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Lennep von den Vereinen mitgetragen und gestaltet“, heißt es darin weiter.

Doch so groß der ehrenamtliche Einsatz auch ist, professionelle Hilfe müsse her, um den Ort nach vorne zu bringen, sagt Klaus Kreutzer. „Alle sind sich doch mittlerweile einig, dass ein Stadtteilmanager eingestellt werden muss.“ Dieser soll bei den vielfältigen Aufgaben helfen, von der Werbung in Sachen Fremdenverkehr bis hin zur Hilfe für Handel, Gastronomie oder Immobilienbesitzer.

Vielleicht hat dieser Manager irgendwann seine Wirkungsstätte in einem Luftkurort, wobei Kreutzer bereits in Kontakt mit dem Kneipp-Verband in Bad Münstereifel steht. Sein Pendant von Lennep Offensiv, Thomas Schmittkamp, sieht mit der Idee Chancen verbunden. „So wären zusätzliche Öffnungszeiten der Geschäfte möglich, vor allem am Sonntag.“ Und nicht nur das: Dienstleister aus dem Gesundheitswesen könnten sich in Lennep ansiedeln und so eine breite Infrastruktur entfalten.

Beratungen beginnen

Am 25. Mai wird die Zukunft der ehemaligen DOC -Flächen in der Lenneper Bezirksvertretung Thema. Die Verwaltung will eine erste Ideenliste vorstellen, und zwar unter der Bezeichnung „Neue Quartiere Lennep – Entwicklung des Röntgen- und Hansequartiers“. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17.30 Uhr im Röntgen-Gymnasium, Röntgenstraße 12. Eine Bürgerversammlung soll im Juni folgen.

Standpunkt von Frank Michalczak: Entschlossenheit nötig

frank.michalczak@rga.de

Es werden nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen, die sich an die Stadt Remscheid richten – bei der Frage, wie sich Lennep im Allgemeinen und die ehemaligen DOC-Flächen im Besonderen wandeln sollen. Der eine nimmt den sozialen Wohnungsbau ins Visier, Vertreter der Wirtschaft sehen Grundstücke als idealen Raum für Unternehmer, die sich selbstständig machen wollen. Die Vereine wollen eine schöne Veranstaltungsfläche, auch für kommerzielle Nutzer. Und der FC Remscheid will sein Stadion behalten. In dieser Gemengelage wird es Enttäuschte geben, wenn das Konzept dann mal verabschiedet wird. Somit wird im Stadtrat und in der Verwaltungsspitze Entschlossenheit notwendig sein. Denn eine weitere, jahrelange Hängepartie wäre verheerend für Lennep. So viel steht fest: Die Vereinswelt bildet einen starken Schulterschluss und muss mit einbezogen werden. Sie trägt im entscheidenden Maß zur Lebensqualität im Ort bei.

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