Ärger in Reinshagen

Hundefreunde knüpfen Kot an Friedhofszaun

Aufgeknüpft: Sportler und Förster ärgern sich über solche Hinterlassenschaften. Foto: Petra Dolezych
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Aufgeknüpft: Sportler und Förster ärgern sich über solche Hinterlassenschaften.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Förster und Entsorger sind sprachlos: Verhalten macht Mühe und ergibt keinen Sinn

Remscheid. Es gibt Hundehalter, die befördern die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner in einen Beutel - und werfen den Beutel mitsamt Inhalt in den Wald. In Reinshagen ist RGA-Leserin Petra Dolezych nun noch ein ganz neues Verfahren begegnet. Dort hängen Hundefreunde die Beutelchen an den Zaun des Waldfriedhofs. „Ich bin sprachlos“, gesteht die Remscheiderin, die dort walken geht, und fragt: „Was geht in den Köpfen dieser Menschen vor?“

Das wüsste freilich auch Stefan Nöh gern. Er ist der Förster im Revier Remscheid-Süd und ärgert sich maßlos über die aufgeknüpften Kotbeutel. Leider sind sie an der Tagesordnung. Erwischt hat der Förster noch keinen der Verursacher. Zu ihrem Glück, denn der Hundekot am Friedhofszaun ist nichts anderes als illegale Müllentsorgung.

„Letztlich machen wir es weg“, sagt Oliver Jilg, bei den Technischen Betrieben Remscheid der Geschäftsführer für Grünflächen, Friedhöfe und Forst: „Es bleibt uns ja nichts anderes übrig.“ Das gilt für den Kot im Beutel und ebenso für jede wilde Müllkippe, die Menschen im Wald anlegen – obwohl die Entsorger den Sperrmüll in Remscheid kostenlos abholen.

„Als sei eine Nutzfläche für alle und jeden da.“

Andreas Kempe, Ortslandwirt

Worüber die Männer in Orange den Kopf schütteln, sorgt bei Landwirten für ernste Sorgen. Gerümpel und Unrat auf Feldern und Wiesen bringen Nutztiere in Lebensgefahr. Dennoch lassen viele Menschen es zu, dass sich ihre Hunde auf der Weide oder sogar im gemähten Gras erleichtern.

Der Kot landet in den großen Heu- oder Silageballen. Das können die Landwirte später schubkarrenweise entsorgen. Wenn die Verunreinigung denn rechtzeitig auffällt. Viel schlimmer: Ein Gramm Hundekot enthält Millionen von Bakterien. Besonders gefährlich ist Neospora Canium. Er befällt die Organe von Rindern, Schafen, Pferden, Ziegen und auch Füchsen.

Sei es aus Unkenntnis oder Ignoranz. Ortslandwirt Andreas Kempe beobachtet seit langem, dass sich heute viele Menschen gerade so verhalten, „als sei eine landwirtschaftliche Nutzfläche für alle und jeden da“. Respekt vor dem Eigentum anderer? Fehlanzeige. Die Corona-Pandemie habe das noch befeuert, sagt Kempe. Mangels Alternativen zog es die Menschen in großer Zahl in die Natur. Von Wertschätzung zeugt das Verhalten vieler indes nur bedingt.

Der eingetütete Hundekot von Reinshagen spricht diesbezüglich Bände. Petra Dolezych hat dafür nur ein Wort übrig: „respektlos.“

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