Was wächst denn da?

Huflattich: Der sonnig-gelbe Frühblüher vertreibt den Husten

Blüten des Huflattichs sind beliebte Nahrungsquelle. Foto: Stefanie Barzen
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Blüten des Huflattichs sind beliebte Nahrungsquelle.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Auch in der Küche kann die Heilpflanze gut eingesetzt werden.

Remscheid. Diplom-Biologin Stefanie Barzen von der Natur-Schule Grund stellt heute in unserer Serie „Was wächst denn da am Wegesrand“ den Huflattich vor.

Der sonnig-gelbe Frühblüher gehört mit Löwenzahn, Gänseblümchen und Gerbera in die große Familie der Körbchenblütler, der Asteraceae. Huflattich, Tussilago farfara, ist eine Pflanze der Straßen- und Wegesränder, der Schutt- und Schotterplätze und Äcker.

Er wird in der Blüte sieben bis zehn Zentimeter hoch und blüht von März bis April. Dann erscheinen zuerst die mit schuppenförmigen Blättchen besetzten Blütenstängel mit ihrer grau-filzigen Behaarung. Sie tragen je eine gelbe Körbchenblüte, die im Durchmesser zwei bis drei Zentimeter groß ist und sich aus vierzig männlichen Röhrenblüten (Blütenmitte) und zweihundert weiblichen Zungenblüten (Blütenrand) zusammensetzt.

Die Blüten sind bei Bienen, Käfern, Schwebfliegen eine beliebte, frühe Nahrungsquelle. Die Körbchenblüten sind nur bei sonnigem Wetter vollständig geöffnet. Die hufeisenförmigen Laubblätter mit dem gesägten Blattrand bilden sich erst, nachdem die Pflanze verblüht ist. Huflattich bildet Schirmchenflieger, wie sie vom Löwenzahn bekannt sind. Die kleinen Fallschirme werden vom Wind (Anemochorie) oder auch von Ameisen weggetragen oder bleiben auch an vorbei streifenden Tieren oder Menschen hängen. Die Pflanze bildet außerdem unterirdische Wurzelausläufer, die bis zu zwei Meter werden können.

Huflattich ist eine alte Hustenheilpflanze, worauf ihr lateinischer Name, Tussilago farfara, hinweist. „Tussis“ bedeutet „Husten“ und „agere“ vertreiben. Huflattich ist also ein Hustenvertreiber. Bereits Hildegard von Bingen (1098 - 1179) wusste um seine Heilkraft. Er enthält Mineralien wie Kalium, Kalzium, Zink, Magnesium, Mangan, Eisen, außerdem Inulin, Kieselsäure, Vitamin C, Gerbstoffe und bis zu zehn Prozent Schleim. Die Pflanze wirkt zusammenziehend, entzündungshemmend, krampflösend, fiebersenkend, schleimlösend und wird eingesetzt gegen trockenen Reizhusten, Asthma, Bronchitis, Halsschmerzen, Magenschleimhautentzündungen, Zahnfleischentzündungen, Verbrennungen, Pickel.

Huflattich vom Wegesrand enthält als leberschädigend geltende Pyrrolizidine, die gezüchteten Abkömmlingen weitgehend fehlen. In der Küche können Blätter und Blüten Gemüse beigegeben werden; junge Blätter schmecken im Salat, im Kräuterquark oder, klein gehackt, auf dem Butterbrot. Wurzeln eignen sich für Wurzelgemüse. Die Blüten ergeben eine hübsche, essbare Deko.

www.natur-schule-grund.de

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