Bergisch Born

Hospiz soll bis 2022 Gestalt annehmen

 Noch wartet der Förderverein auf die Baugenehmigung für das Hospiz.
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Noch wartet der Förderverein auf die Baugenehmigung für das Hospiz.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
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Rodungsarbeiten auf Baugrundstück in Bergisch Born abgeschlossen – Initiative bleibt auf Spenden angewiesen.

Remscheid. Das Feld ist bereitet für den Bau eines Gebäudes, in dem künftig schwerkranke und sterbende Menschen versorgt werden. Pfarrer Uwe Leicht präsentierte am Freitag in Bergisch Born, wie das Grundstück für das Christliche Hospiz bereits verändert wurde. Die Vegetation ist an der Bornefelder Straße verschwunden. Mutterboden und Schlamm prägen das Bild, die Bagger können anrollen. „Was fehlt, ist noch die Baugenehmigung. Der Antrag ist bei der Stadt Remscheid gestellt“, berichtet Leicht, der im Förderverein der Hospiz-Initiative als Schatzmeister ehrenamtlich im Einsatz ist. Er hofft darauf, dass die Einrichtung im zweiten Halbjahr 2022 an den Start gehen kann.

Zehn Gäste können dort ihren letzten Lebensabschnitt verbringen – in einem barrierefreien Gebäudekomplex, der in einer parkähnlichen Anlage eingebettet sein wird. Vorgesehen sind Verweilmöglichkeiten mitten im Grünen und auch eine Terrasse. Zudem ist ein Zimmer Angehörigen vorbehalten, die Abschied nehmen wollen.

Für die Unterstützung und das große Vertrauen bin ich sehr dankbar.

Schatzmeister Uwe Leicht

Das alles wäre ohne die große Spendenbereitschaft nicht möglich gewesen. Rund 2,3 Millionen Euro seien in den letzten acht Jahren auf dem Konto des Fördervereins eingegangen, berichtet Pfarrer Leicht. „Dahinter verbergen sich keine Großsponsoren, sondern die Spenden von 4000 Menschen und Institutionen. Für die Unterstützung und das große Vertrauen bin ich sehr dankbar.“

Yüksel, Onur, Metin und Baris Ünal überreichen einen Spendenscheck an Pfarrer Uwe Leicht (2. v.l.) für das Christliche Hospiz Bergisches Land, das an der Bornefelder Straße gebaut werden soll.

Doch: Obwohl die Initiative die Baukosten von rund 2,4 Millionen Euro nahezu abdecken kann, bleibt Hilfe gefragt. 95 Prozent der laufenden Kosten tragen zwar die Pflege- und Krankenkassen über die Zuwendungen an die Hospiz-Gäste. Den Restbetrag muss der Förderverein durch Spenden aufbringen. Und: Für die Nutzung des 8000 Quadratmeter großen Areals hat die Initiative Erbbauzinszahlungen mit der Stadt Remscheid vereinbart. „Dies erspart uns zwar jetzt die Zahlung des Kaufpreises, stellt aber trotzdem eine finanzielle Last dar“, erläutert Leicht. Deshalb sei auch langfristig jede Zuwendung von privater Seite höchstwillkommen.

Potec Vertriebs GmbH spendet 1000 Euro

Als Vorbild dafür ging am Freitag die Potec Vertriebs GmbH mit Sitz an der Remscheider Freiheitstraße voran. 1000 Euro stellten Yüksel, Onur, Metin und Baris Ünsal zur Verfügung. Die Werkzeug- und Autoteile-Experten wollten damit in schwierigen Zeiten ein Zeichen für Solidarität setzen, wie Yüksel Ünsal erklärt. „Wir möchten einen Beitrag leisten, bedürftigen Menschen zu helfen.“

Dies ist ganz im Sinne von Pfarrer Leicht, der darauf hinweist, dass die Einrichtung ein „Loch auf der Landkarte“ füllt. Denn ein stationäres Hospiz fehle in Remscheid, Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen. Die Wege zu Einrichtungen in der bergischen Region seien für die Betroffenen und ihren Angehörigen aus den vier Städten lang, so dass vor einem Jahrzehnt die Idee geboren wurde, das Hospiz aufzubauen. „Und die Lage ist hier in Bergisch Born ideal“, berichtet Leicht mit Blick darauf, dass sich die Einrichtung in der Nähe der jeweiligen Ortsgrenzen befindet.

Caritas, Diakonie und Förderverein ziehen an einem Strang

In der Betreibergesellschaft üben Förderverein, Diakonie Wermelskirchen und Caritas Remscheid den Schulterschluss. Die gemeinnützige GmbH werde bis zu 15 Mitarbeiter beschäftigen, die sich rund um die Uhr um die Hospiz-Gäste und deren Angehörige kümmern – in einer Phase, in der sie besondere Zuwendung und Fürsorge benötigen.

Hospiz

Viele weitere Informationen über das Christliche Hospiz Bergisches Land gibt es im Internet – unter anderem auch über eine Mitgliedschaft im Förderverein. Wer sich dafür entscheidet, zahlt einen Jahresbetrag von 60 Euro. Seit 1. Februar liegt der Bauantrag bei der Stadt Remscheid vor. Geplant ist ein eingeschossiges Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 1000 Quadratmetern, erklärt Pfarrer Uwe Leicht.

www.bergisches-hospiz.de

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