Eröffnung 2023 geplant

Neues Hospiz: 2022 sollen die Arbeiten in Bergisch Born starten

So soll das Hospiz von der Bornefelder Straße aus aussehen, die Gästezimmer liegen hinten raus im Grünen. Entwurf: Edelhoff+Reska
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So soll das Hospiz von der Bornefelder Straße aus aussehen, die Gästezimmer liegen hinten raus im Grünen.

Baugenehmigung für das stationäre Hospiz in Bergisch Born erteilt.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die Baugenehmigung für das erste stationäre Hospiz in Remscheid ist erteilt. Baudezernent Peter Heinze übergab die Unterlagen am Montag an die Betreibergesellschaft und das Architektenbüro. Nach der Auswahl eines Generalunternehmers sollen die Bauarbeiten im neuen Jahr beginnen. Laufen sie wie geplant, könnte das Hospiz im Frühjahr 2023 eröffnet werden.

Standort und Planung

Die Betreibergesellschaft hat von der Stadt ein etwa 8000 Quadratmeter großes Grundstück an der Bornefelder Straße in Bergisch Born in Erbpacht übernommen. Dort sei ursprünglich mal ein Kindergarten vorgesehen gewesen, der nun aber nicht mehr benötigt werde, erklärt Peter Heinze. Rund die Hälfte der Fläche ist mit einem Erdwall belegt, der das Grundstück zum benachbarten Gewerbegebiet abgrenzt.

Von der restlichen Fläche werden etwa 900 Quadratmeter mit einem eingeschossigen Haus mit Innenhof bebaut, darin sind zehn Gästezimmer vorgesehen. Diese seien möglichst flexibel gestaltet, sagt Architekt Daniel Wiedenkeller. So dass dort zum Beispiel auch die Übernachtung eines Ehepartners möglich sei. „Architektonisch war es uns wichtig, ein Gebäude zu schaffen, in dem man gerne die letzten Tage des Lebens verbringen möchte“, sagt Andreas Holthaus, Vorsitzender des Fördervereins. Das sei mit dem Entwurf des Remscheider Büros Edelhoff+Reska gelungen.

Finanzierung

Peter Heinze (r.) übergibt die Baugenehmigung an Architekt Daniel Wiedenkeller (l.) und Geschäftsführer Peter Siebel.

Die zuletzt deutlich gestiegenen Baukosten hätten das Projekt um 20 bis 30 Prozent verteuert, berichtet Holthaus. „Da werden wir jetzt noch mal die Spendentrommel rühren müssen.“ Ziel sei es, das Projekt mit möglichst wenig Fremdkapital zu realisieren, um die Belastung niedrig zu halten. Nach aktuellem Stand wird der Bau rund 3,3 Millionen Euro kosten, fast 2,5 Millionen Euro hat der Förderverein in den vergangenen zehn Jahren an Spenden gesammelt.

Die Betriebskosten werden später zu 95 Prozent von den Krankenkassen getragen. Den Rest zu besorgen, etwa 70.000 Euro im Jahr, sei Aufgabe des Vereins, sagt Holthaus. „Aber da sind wir nach den Erfahrungen der letzten Jahre guter Hoffnung.“ Den Brunnen im Innenhof wird übrigens Armin Laschet bezahlen, das hatte der Ex-Ministerpräsident bei einem Besuch in Remscheid zugesagt.

Vergabe der Plätze

Die neue Einrichtung sei ausdrücklich auch für Bürger der umliegenden Städte gedacht, betonen die Macher. Vergleichbare Einrichtung gibt es im Umkreis nur in Wuppertal, in Bergisch Gladbach und im oberbergischen Wiehl. Obwohl der Trägerverein christlich orientiert sei, stehe das Hospiz allen Religionen offen, betont Peter Siebel, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft: „Wichtig ist uns, dass da alle Menschen unterkommen und betreut werden.“

Die Vergabe der maximal zehn Plätze erfolge in Absprache mit Krankenhäusern und Hausärzten. Und mit den ambulanten Hospizvereinen: „Die sehen am ehesten, wenn es zuhause nicht mehr funktioniert.“ Formal ist eine Überweisung vom Arzt notwendig, um im Hospiz aufgenommen zu werden. Die Verlegung direkt aus einer stationären Pflegeeinrichtung wie einem Altenheim ist allerdings aus rechtlichen nicht möglich.

Personal

In dem Hospiz sollen etwa 30 bis 35 Stellen entstehen, sagt Siebel, die meisten davon für Pflegepersonal. Obwohl Pflegekräfte rar sind, zeigt sich der Geschäftsführer zuversichtlich, genügend Leute zu finden: „Wir haben schon erste Bewerbungen.“ Die Pflegearbeit in Hospizen sei so, wie sich Pflegekräfte ihre Arbeit vorstellen.

Förderverein

Der Förderverein Christliches Hospiz Bergisches Land wurde 2012 mit dem Ziel gegründet, ein stationäres Hospiz in der Region Remscheid zu ermöglichen. Rund 200 Mitglieder unterstützen das Anliegen. Mitgliedsanträge und Spenden sind über die Internetseite des Vereins möglich.

bergisches-hospiz.de

Hintergrund

Träger des Hospiz ist eine gemeinnützige GmbH, an der zu gleichen Teilen der Förderverein Christliches Hospiz Bergisches Land, die Caritas Remscheid und die Diakoniestation Wermelskirchen beteiligt sind. Geschäftsführer Peter Siebel führt ebenfalls die Wermelskirchener Diakoniestation, die auch die Verwaltungsaufgaben des Hospiz, darunter die Abrechnung mit den Kassen, übernimmt.

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