Bergisches Projekt

Honsberger Graffiti vereint Motive zu Krieg, Flucht und Frieden

Organisatorin Christin Pomp (v. l.) mit den Graffiti-Künstlern Pakiza Habibi, Joshua Faßbender und Lukas Pauer. Am vergangenen Wochenende sprühten sie das Motiv. Foto: Roland Keusch
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Organisatorin Christin Pomp (v. l.) mit den Graffiti-Künstlern Pakiza Habibi, Joshua Faßbender und Lukas Pauer. Am vergangenen Wochenende sprühten sie das Motiv.

Teilnehmer präsentieren vor der Kraftstation das Ergebnis des bergischen Projekts „Vision, Gegenwart, Zukunft“.

Von Stephanie Licciardi

Remscheid. Ein einzelner orange-brauner Vogel hebt sich über die grauen Ruinen. Ein Mädchen reicht inmitten zerstörter Häuser einem Soldaten stumm eine Blume.

Sechs von 22 Teilnehmern präsentierten vor am Donnerstagabend das fertige Ergebnis auf der Fassade des Kraftstation-Neubaus.

Auf der linken Seite verschwimmen zwei Gesichter ineinander, während der farbenfrohe Gesamtkontext wie ein fröhlicher Farbtupfer wirkt. Das Graffiti, das seit vergangenem Wochenende auf der Fassade des Kraftstation-Neubaus zu finden ist, vereint Motive zu Krieg, Flucht, Rassismus und Frieden und wirft dabei auch einen Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Am Donnerstagabend stellten sechs der 22 Teilnehmer des bergischen Projektes „Vision-Gegenwart-Zukunft“ von der Kraftstation Remscheid und des Wuppertaler Vereins Unter Wasser ihre selbstentworfenen Wandbilder vor.

Unter der Leitung von Kordula Lobeck de Fabris entwarfen die Teilnehmer in mehrwöchiger Arbeit verschiedene Skizzen, Motive und Ideen. Sich auf einen Entwurf zu einigen, sei gar nicht so einfach gewesen, berichtet Organisatorin Christin Pomp: „Umso mehr ist es erfreulich, dass wir von ersten Skizzen heute das komplette Bild betrachten können.“

Das Projekt fand zeitgleich an verschiedenen Orten in Solingen und Wuppertal statt. Als Bergisches Projekt betreute neben Lobeck de Fabris ein Team erfahrener Graffiti-Profis die Jugendlichen. Einziger Wermutstropfen sei eine kurzfristige Änderung der mitwirkenden Künstler gewesen. „Leider konnte Marko Leckzut aufgrund einer Erkrankung das Projekt in der Kraftstation nicht mehr mitbetreuen“, so Lobeck de Fabris.

Einen Ersatz habe sie kurzerhand in Steffen Peter und Lukas Pauer gefunden, die die Jugendlichen nicht nur künstlerisch begleiteten, sondern das Finish der Fassade übernommen haben. „Das war ein absoluter Glücksfall“, so Lobeck de Fabris weiter. Christin Pomp, die den Stein zum Projekt gemeinsam mit Kordula Lobeck de Fabris von Unter Wasser fliegen ins Rollen brachte, ist zufrieden. „Wir freuen uns, dass das Projekt so erfolgreich verlief und die Arbeiten abgeschlossen sind.“

Einige Jugendliche hatten bereits Erfahrung mit Graffiti-Projekten

Ursprünglich sollte das Projekt im Januar starten und um Ostern erste Treffen organisiert werden. „Dann kam Corona und das Projekt wurde nahezu auf Eis gelegt“, berichtet Pomp. Doch die Initiatoren gaben nicht auf, organisierten Livestreams, bei denen von zu Hause aus gezeichnet und skizziert wurde.

Mit den Lockerungen ab Juni kam dann das „Go“ für die Arbeiten vor Ort. Viele der Jugendlichen waren zum ersten Mal dabei, wieder andere brachten ihr Know-how aus vergangenen Projekten mit Lobeck de Fabris mit. Ziel sei es gewesen, die Symbiose Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander zu verknüpfen. Aktuelle Themen wie Krieg, Flucht oder Rassismus waren ebenso im Projekt vertreten, wie auch Frieden und Miteinander. Und das Ziel, „die Welt ein Stück besser zu machen“, wie es einer der Teilnehmer ausdrückte.

Als Symbol dafür zieren neben dem Soldaten, der Taube oder der zerstörten Stadt auch persisch-afghanische Ornamente die Fassade ebenso wie die Schriftzüge„Mensch ist Mensch“ und „Hoffnung“.

Jugendliche lernen im Workshop mit Marko Leckzut die Basis der Graffiti-Kunst.

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