So steht es um die Sportplätze in Remscheid

Hohenhagen darf auf Sportzentrum hoffen

Sportplatz Neuenkamper Straße: Dort wird Kunstrasen verlegt, daneben entstehen zahlreiche Freizeitsportmöglichkeiten. Archivfoto: Michael Sieber
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Sportplatz Neuenkamper Straße: Dort wird Kunstrasen verlegt, daneben entstehen zahlreiche Freizeitsportmöglichkeiten. Archivfoto: Michael Sieber

In Sachen Sport steht in Remscheid in der nächsten Zeit viel an: Der Kunstrasen für Hackenberg ist im Zeitplan. In Neuenkamp müssen Besitzerwechsel und Altlasten-Problem geklärt werden.

Von Andreas Weber

Remscheid. Neuenkamp als Sportzentrum, das dem Quartier am Hohenhagen attraktive Freizeitmöglichkeiten bietet. Den ehemaligen Sportamtsleiter Bernd Fiedler wird die Perspektive erfreuen. Er war es, der vor Jahren eine Aufwertung des innerstädtischen Sportareals im Auge hatte. Nachdem der Aschenplatz an der Neuenkamper Straße, mit Klausen und Hackenberg der letzte seiner Art in Remscheid, fast vor dem Aus stand und dem BV 1910 als Nutzer der Anlage angedeutet worden war, sich an einen anderen Verein und Sportplatz anzuhängen, stehen nun die Zeichen für eine blühende Zukunft sehr gut. Auch der benachbarte Hohenhagen würde mit seinen Kitas, Schulen und der Wohnbebauung profitieren.

Es gibt Fragezeichen, die wir Schritt für Schritt abarbeiten.

Martin Sternkopf, Sportamt

Am Rande der Spielfläche soll es auf der einen Seite hinter dem Tor ein Beachvolleyballfeld geben, auf der anderen soll ein 15 x 30 Meter großer, überdachter Multifunktionsplatz entstehen. BV 10-Geschäftsführer Berthold Fahl nennt weitere Überlegungen: Die Boulebahn soll bestehen bleiben, angedacht sind Shuffleboard, Slackline, Tischtennis und Streetbasketball. Darüber hinaus finden drei 100-Meter-Laufbahnen ihren Platz sowie auf dem Spielfeld ein eingezeichneter 250-Meter-Rundlauf. Der RSV, Noch-Eigentümer der Anlage, überlegt, vor dem Multifunktionsplatz einen Gesundheitsparcours zu errichten.

Bauantrag für Hackenberg ist gestellt

Basis der Planung: Mit Hackenberg wird Neuenkamp einen Kunstrasen erhalten. Dies steht seit September 2021 fest, seit die Uni Wuppertal ihre Neubewertung der Sportplatzentwicklungsplanung vorgelegt hat, städtische Mittel im Haushalt eingestellt wurden. Beide Sportstätten werden durch zusätzliche Angebote nicht nur den Fußballern vorbehalten sein. Mit 1,57 Millionen Euro wird Hackenberg auf Vordermann gebracht, inklusive Leichtathletik-Möglichkeiten. Der Bauantrag ist gestellt.

Einige Entwässerungsfragen müssen noch geklärt, die Art des Kunstrasens in Absprache mit der SGH festgelegt werden. Markus Dobke (Sportamt) hofft, dass die neue Anlage im Sommer fertig wird.

Langsamer mahlen die Mühlen in Neuenkamp. „Es gibt Fragezeichen, die wir Schritt für Schritt abarbeiten. Wir dürfen dabei keine handwerklichen Fehler machen“, meint Sportamtsleiter Martin Sternkopf mit Blick auf die komplexe Gemengelage. Erste Hürde: Die Altlast, das Marsberger Kieselrot muss entfernt werden. Die Entsorgung des dioxinbelasteten Anschüttmaterials würde das Land NRW übernehmen. Voraussetzung: Die Stadt muss im Besitz der Neuenkamper Anlage sein. Ist sie aber noch nicht. Das Areal gehört dem RSV. Der Sportverein wird es für einen symbolischen Euro verkaufen, jedoch nur, wenn die Landes-Sportfördermittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro für die Erweiterung und Modernisierung ihrer Vereinsanlage am Fürberg fließen.

Altlasten in Neuenkamp können erst in der zweiten Hälfte 2022 bereinigt werden

Die Summe wurde bereits bewilligt, im Nachhinein allerdings stellte sich heraus, dass die Kosten für den geplanten zusätzlichen Multifunktionsraum am Fürberg über die geplanten 1,5 Mio hinaus drastisch in die Höhe schießen würden. Deshalb ist der RSV dabei, den Antrag umzuformulieren, andere notwendige Investitionen in Sanierung, Barrierefreiheit und Energieeffizienz, die auch getätigt werden müssen, mit Hilfe einer Architektin und der Norm DIN 276 (Kostenplanung im Bauwesen) passgenau für die Förderrichtlinien zu projizieren.

Sporthalle Neuenkamp geschlossen: Handballer gehen Kompromisse ein

„Dies soll im Februar geschehen. Danach müsste die Stadt eine Begründung schreiben und den Antrag ans Land weiterleiten“, erklärt RSV-Vorstand Dennis Bonna. Mit der Entsorgung der Altlast, die laut einem Gutachten bei 1 300 Tonnen und nach einem ursprünglichen Voranschlag bei 550 000 Euro liegt (von denen 20 % an der Stadt hängenbleiben), kann vor dem Besitzerwechsel in Neuenkamp begonnen werden. Es zeichnet sich ab, dass zwei Streifen an den Spielfeldrändern vorab ausgekoffert werden können. Der Rest würde später folgen.

Weil Neuenkamp bei der Altlasten-Bereinigung beim Land nicht in die Priorisierungsstufe 1 fällt, könnte die Entsorgung erst in der zweiten Hälfte 2022 erfolgen. Erst danach kann der Platzumbau beginnen, eingeleitet durch eine Ausschreibung der knapp 1,6 Millionen teuren Maßnahme. Für den 288 Mitglieder starken BV 1910 heißt dies, dass er wohl nicht mehr 2022 mit einer Fertigstellung des Sportzentrums rechnen kann.

Was wird mit dem Röntgen-Stadion?

Nach der höchstrichterlichen Entscheidung zum DOC wird das 1925 gebaute Röntgen-Stadion auch die nächsten Jahre zur Verfügung stehen – solange, bis die Politik eine Entscheidung getroffen hat, was auf dem Areal in Lennep passiert. Über viele Jahre ist nichts mehr ins Stadion investiert worden. „Der Rasen ist top“, sagt Markus Dobke, aber ansonsten bröckelt es an vielen Stellen. Die Verwaltung will deshalb viel in Eigenleistung reinstecken, um das Stadion funktionstüchtig zu erhalten.

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