Erinnerungen

Höha-Absolventen denken an eine „Schulzeit der Extraklasse“ zurück

Jürgen W. Urbahn (vorne 2.v.l.) und seine ehemaligen Mitschüler mit OB Mast-Weisz (vorne l.).Foto:Roland Keusch
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Jürgen W. Urbahn (vorne 2.v.l.) und seine ehemaligen Mitschüler mit OB Mast-Weisz (vorne l.).

Zwei prägende Jahre in der Höheren Handelsschule Anfang der 60er-Jahre schweißten die Klasse zusammen.

Von Andreas Weber

Remscheid. Nicht immer liegen Lehrer mit ihren Prognosen über die späteren Werdegänge ihrer Schüler richtig. Wolf-Dieter Steffens hatten sie Anfang der 60er-Jahre am EMA nicht mehr als einen „Job in der Landwirtschaft als Zäunezieher“ vorausgesagt. Unkenrufen zum Trotz reifte er an der Höheren Handelsschule zur Persönlichkeit.

Wie die meisten der 23 in seiner Klasse, von denen sich der harte Kern auch 60 Jahre nach seiner Einschulung in der Stuttgarter Straße regelmäßig trifft, wurde aus Steffens was. Der Remscheider war Vertriebsleiter bei der Tochterfirma eines weltbekannten Brillenherstellers.

Die Anekdote mit der grandiosen pädagogischen Fehleinschätzung kam gestern Mittag in der Turmstube des Rathauses in launiger Runde aufs Tapet. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz empfing acht der Jubilare, die die kurze Zeit von 1962 bis 1964 zusammengeschweißte. Meist treffen sie sich drei- bis viermal im Jahr im Hotel Fischer in Lüttringhausen. Zum 60-Jährigen ging es aber richtig hoch hinaus. Und am Tisch mit dem OB blickten die Pensionäre bei Kaffee und Tee auf eine erfolgreiche Vita zurück.

Der eine wurde Investment-Banker (Jürgen W. Urbahn), der andere Inhaber eines traditionsreichen Schuhhauses (Henning Conrads), die dritte Auslandskorrespondentin bei der Barmag (Charlotte Obach). „Wir wollten in zwei Jahren erreichen, was uns das Gymnasium nicht geben konnte, aus unserem Leben konsequent etwas machen“, schreibt Urbahn in einer Zusammenfassung über die intensive, prägende Zeit. Und die trug einen Namen. Unvergessen bleibt ihre Klassenlehrerin Hildegard Hertz. „Eine fantastische Lehrerin. Sie hat uns gezeigt, was Menschlichkeit ist. Bei ihr wurden wir zum ersten Mal für voll genommen“, erinnert sich Jürgen W. Urbahn. „Sie wurde nicht nur geachtet, ihren Rat suchten alle immer wieder.“ Die ehemalige Ausbildungsstätte der Klasse „Höha 4“ wird es bald nicht mehr geben. 30 Millionen Euro steckt die Stadt in einen Neubau mit Gleisanschluss direkt am Bahnhof. Der wird im Sommer eingeweiht, das alte Gebäude wird wahrscheinlich abgerissen, das attraktive Innenstadt-Gelände neu genutzt. Die Höha-Absolventen ließen indes im Rathaus die alten Zeiten mit einer Schultüte hochleben, gebastelt in den ukrainischen Landesfarben. Der Inhalt, mehrere hundert Euro, wurde dem OB übergeben. Die Summe wird für die Nothilfe Ukraine gespendet.

Ihre „Schulzeit der Extraklasse“ wurde einst gekrönt durch eine Abschlussfahrt nach Marburg. Die soll nun zum 60-Jährigen wiederholt werden. Mit einer Übernachtung wird es im Juni in die hessische Universitätsstadt gehen, die dieses Jahr ihren 800. Geburtstag feiert.

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