Genügend Ampeln

Darum braucht die Hochstraße keinen Zebrastreifen

An der Hochstraße gibt es drei Ampelanlagen – ein Zebrastreifen rechnet sich nicht. Foto: Roland Keusch
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An der Hochstraße gibt es drei Ampelanlagen – ein Zebrastreifen rechnet sich nicht.

Die Technischen Betriebe lehnen Ansinnen des Seniorenbeirates ab. Die Grüne Welle darf nicht unterbrochen werden.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Für ältere oder gehbehinderte Menschen kann es schwierig sein, eine Straße zu überqueren – gerade auf viel befahrenen Strecken. Um ältere oder gehbehinderte Menschen sicher über die Straße zu bringen, wünscht sich der Seniorenbeirat nun einen Zebrastreifen an der Verkehrsinsel Ecke Hochstraße/Rathausstraße.

„Die Kreuzung befindet sich in zentraler Lage und bildet vom Westen her den Zugang zum Rathaus, dem Rathausplatz mit dazugehörigem Wochenmarkt, dem Allee-Center und der Alleestraße“, lautet die Begründung im Antrag der Linken. Eine sichere Überquerungshilfe würde demnach den Innenstadtbereich attraktiver machen, heißt es weiter.

Ein solcher Zebrastreifen ist rechtlich nicht möglich.

Udo Wilde, TBR-Bereichsleiter und ständig für Verkehrstechnik

Auf die Anfrage der Linken liefert Udo Wilde, Bereichsleiter Verkehrstechnik der Technischen Betriebe Remscheid (TBR), eine schnelle Antwort: „Ein solcher Zebrastreifen ist rechtlich nicht möglich. Eine grüne Welle darf nicht unterbrochen werden. Jeder Anfahrvorgang kostet Energie“, weiß Udo Wilde. Ein Zebrastreifen würde den Verkehrsfluss unterbrechen und sei deshalb aus umweltpolitischen Gründen nicht erlaubt.

„Die Überlegung des Seniorenbeirats ist durchaus legitim“, sagt Wilde. Dass ein Auto anfahren muss, um dann 20 Meter weiter vorne an der Ampel wieder zu bremsen, rechne sich aber nicht. Denn die Hochstraße ist mit gleich drei Ampelanlagen ausgestattet – auch für sehbehinderte Menschen und Blinde. Die Ampeln befinden sich an den Kreuzungen zur Alleestraße, Schützenstraße und der Elberfelder Straße. „Es gibt selten eine Straße mit so vielen Ampeln“, berichtet Wilde dem RGA.

Wer an der Ecke Rathausstraße kreuzen möchte, das sind überwiegend Menschen, die aus der Scheider Straße kommen und in Richtung Rathaus wollen. Sie müssten so einen kleinen Umweg über die Ampeln in Kauf nehmen – der aber nicht besonders weit sei, wie Udo Wilde erklärt.

Neben umweltpolitischen Gründen kostet ein Zebrastreifen eine Stange Geld. „Der letzte Zebrastreifen an der Ringelstraße in Lennep hat 50.000 Euro gekostet“, erklärt Wilde. Denn nicht nur weiße Streifen werden auf dem Boden aufgebracht. Auch Beleuchtung und Straßenschilder gehören dazu. Weil schon drei Ampelanlagen auf der Hochstraße vorhanden sind, rechnet sich der Zebrastreifen nicht.

Udo Wilde befürchtet in den kommenden Jahren einen „Verteilungskampf“. „Früher wurde der gesamte Verkehrsraum den Autos zugesprochen“, erklärt er. Das habe sich geändert. Autos müssen abgestellt werden, zu den Fußgängern kommen E-Bikes und Elektroroller hinzu.

In Solingen wird der Radweg an der Stadtautobahn heftig diskutiert.

Hintergrund

Der Fußgängerüberweg oder auch Zebrastreifen wurde am 24. August 1953 bundesweit eingeführt und vom Gesetzgeber bei der Novellierung der Straßenverkehrsordnung fixiert. Zuvor wurden Fußgängerüberwege durch Warnschilder mit einem Zebrastreifen oder gestrichelten Rändern gekennzeichnet.

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