Historisches Foto

Wo steht dieses Haus?

Wissen Sie, wo dieses Gebäude steht?
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Wissen Sie, wo dieses Gebäude steht?
  • Andreas Weber
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Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte den Mollplatz 2 in Lennep – Die Fabrikantenfamilie Walther hatte dort ihr Zuhause

Remscheid. Das neue Foto zeigt ein Haus, das weder im Stadt- noch in einem Dorfkern liegt. Wissen Sie, wo dieses Gebäude, das sich im Übrigen wenig verändert hat, steht? Schicken Sie die Lösung bis 15.9. an den RGA, Alleestr. 77-81, 42 853 Remscheid, oder per Mail an: redaktion@rga.de Repro: Roland Keusch

Das historische Foto der vergangenen Woche: Schieferhaus gehörte Tuchmacherfamilie

Der Name Moll hat einen klangvollen Namen, schreibt Helmut Schucht. Geht er doch mit Firmengründer Albert Moll & Co. Decken- und Zeltfabrik auf einen verdienten Bürger aus Lennep zurück. Nach ihm wurde der Mollplatz benannt. Unser Rätselfoto zeigt das Haus-Nr. 2, gelegen zwischen Neugasse und Am Schellenberg.

In den 1820er Jahren wurde es gebaut: das prächtige Schieferhaus am Mollplatz 2 in Lennep.

Dazu ergänzt Heinz-Jürgen Schmitz: „Dessen Eigentümer, die Eheleute Stemplesky, führen dort ein Beerdigungsgeschäft. Das Haus ist heute noch ein Wahrzeichen echter bergischer Bauart und prächtiges klassizistisches Haus im Bergischen Schiefer gehalten. Direkter Nachbar ist das Hotel Berliner Hof, das als Hotel und Poststation 1816 gebaut wurde. Früher fuhren von hier Postkutschen in viele Richtungen. Bis zur Stilllegung 1953 hielt am Mollplatz die Straßenbahn der Linie 4. Am Mollplatz befand sich bis zum Abriss 1963 das 1889 eingeweihte Kaiserdenkmal. Leider musste dieses Denkmal dem zunehmenden Verkehrsaufkommen weichen.“

Dr. Hermann Prael lernte dieses Haus unter besonderen Umständen kennen: „Als meine Frau und ich 1977 per Zeitungsannonce Räume in Lennep für neuzugründende Hausarztpraxis suchten, erhielten wir ein Mietangebot für dieses Haus. Es war das Beerdigungsinstitut Stemplewski. Trotzdem sahen wir uns die angebotenen Räume an nach dem Motto: „Man weiß ja nie.“ Am Ende der Besichtigung bekamen wir die beruhigende Zusicherung, dass das große Schild neben der repräsentativen Eingangstür mit Hinweis auf „Erd-, Feuer- und See-Bestattung“ (übrigens beruhigend bei unserer Seestadt auf dem Berge) verlagert würde auf die Haus-Seitenwand in der Neugasse und somit „niemanden abschrecken“ könne. Trotzdem verzichteten wir auf diesen Standort und ließen uns am Henkelshof nieder. Das Schild existiert übrigens weiterhin – wenn auch in modernisierter Optik.“

Äußerlich kaum verändert: Der Mollplatz 2 beherbergt das alteingesessene Beerdingungsinstitut Stemplewski.

Auf einem Schild am Hauseingang ist im Rahmen der „Spurensuche Tuchmacherstadt“ die Historie des Mollplatzes 2 erläutert. Die Immobilie wurde, wie die meisten alten Häuser am Mollplatz, in den 1820er Jahren auf dem zugeschütteten Stadtgraben errichtet. Es gehörte der Tuchfabrikantenfamilie Walther.

Jeremias Walther (1722-1795) stammte aus Landsberg an der Warthe. Die Familie bezog ihren Wohlstand durch den Handel mit Wolle und daraus hergestellten Tuchen. „Durch den Handel kam er vermutlich in Kontakt mit Lennep und ließ sich hier nur ein Jahr nach dem großen Stadtbrand von 1746 nieder“, steht auf dem Schild. Er heiratete mit Anna Catharina Hasselkuss eine Frau, deren Familie ebenfalls in Lennep im Tuchgewerbe tätig war. Einer seiner Nachkommen, Peter August Walther, verkaufte in den 1820er Jahren Grundbesitz in Dahlerau bei Rade an die Firma Johann Wülfing & Sohn, die dort eine große Tuchfabrik baute.

Später erwarb Walther für das durch seinen Landverkauf erhaltene Geld ein Grundstück nicht weit von seinem Wohnhaus in Lennep entfernt. Auf der Knusthöhe entstand seine eigene Tuchfabrik, die am 19. September 1854 abbrannte und nicht wieder aufgebaut wurde“, heißt es auf dem Schild weiter. Das Haus Mollplatz 2 war bis in das letzte Viertel des 19. Jahrhunderts im Besitz der Nachkommen der Familie Walther.

Weitere richtige Einsendungen schickten Dieter Prill, Martin Ohst, Peter Koch.

Foto

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