Rätselbild

Historisches Foto: Wer erkennt die Straße?

Das Foto stammt aus dem Jahr 1964..
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Das Foto stammt aus dem Jahr 1964..
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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RGA-Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte den heutigen Quimperplatz – 1926/27 musste die Kleingartenkolonie weichen – Der große Innenhof war ein beliebter Spielplatz für Kinder.

Remscheid. Eigentlich liegt diese Straße mit ihren Fachwerkhäusern nicht so weit von der Innenstadt entfernt. Nein, um die Lenneper Altstadt handelt es sich nicht. So viel sei verraten. Das Foto von Rudi Honsberg stammt aus dem Oktober 1964. Schicken Sie Ihre Lösung bis 23. September, gerne verbunden mit ihren persönlichen Anekdoten, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid; oder E-Mail: redaktion@rga.de Repro:

Das Rätselbild der vergangenen Woche

Mit der Straßenbahnlinie 2 fuhr Gudrun Matuschzik als Kind oft von der Lenneper Straße zu dem Ort, den wir im Rätselfoto suchten: das Polizeigebäude am heutigen Quimperplatz. Matuschzik, Jahrgang 1949, besuchte regelmäßig ihre Oma, die an der Königstraße lebte und die Kleingartenparzelle, die ihre Eltern im Carl-Grüber-Weg besaßen. Um den Springbrunnen vor dem massiven Bau drehte die Bahn damals eine Schleife.

In diesem Brunnen lernte Erika Jahn Schwimmen. Ihr Vater, Ewald Pickarski, war Hausmeister im Polizeigebäude. „Sobald die Sonne schien, wurde die Fontäne im Brunnen angemacht“, erinnert sich Jahn. 1940 waren die Eltern aufgrund der Tätigkeit des Vaters in die Parterrewohnung in der Uhlandstraße 1 gezogen, mit einem eigenen Badezimmer, was früher Luxus war. Der Krieg sei zwar schlimm gewesen, trotzdem verbinde sie mit ihrer Kindheit positive Gefühle. „Ich habe sehr gerne dort gewohnt.“ 1959 heiratete Erika Jahn und zog zum Honsberg.

Vergangene Woche haben wir das Polizeigebäude am heutigen Quimperplatz gesucht. Damals gab es noch einen Springbrunnen.

Rolf-Michael Peschel geht es ähnlich wie Erika Jahn. Seine Großeltern waren aus Schlesien geflüchtet und 1945 in Remscheid gelandet. „Da mein Großvater Bernhard Miguletz Polizist war, bewohnten sie eine von mehreren Wohnungen auf der Rückseite des Gebäudes. Als Kind war ich oft bei meinen Großeltern. Der Pferdestall mit Tränke, die Sporthalle und der große Innenhof waren für uns Kinder beliebte Spielplätze.“

Oliver Janzen erkannte das Gebäude, das sich äußerlich über die Jahrzehnte nicht groß verändert hat, sofort. „In dieser Wache hat mein Vater Anfang der 70er viele Jahre als Polizist gearbeitet.“ Als Kind habe man großen Respekt vor der Polizei gehabt, die aber auch ihre freundliche Seite zeigte. „Im hinteren Gebäude fanden Weihnachten Feiern statt, an denen wir Kinder viel Freude hatten. Natürlich kam der Weihnachtsmann und ich wusste nie, warum der so viel wusste über mich in seinem großen Buch.“

Auch wenn hier kein Wasser mehr rauscht, ist es ein Ort zum Ausruhen für Spaziergänger.

Roland Benscheid, Heinz-Jürgen Schmitz und Helmut Schucht kennen die Geschichte der Immobilie, die bis 1926/27 zurückgeht. Bis 1925 war an der Stelle eine Schrebergartenkolonie. „Sie musste 1926/27 den Neubauten für Verwaltungsunterkünfte und Wohnungen der Angehörigen für zwei Hundertschaften der kasernierten Schutzpolizei weichen“, berichten die RGA-Leser. „Im Innenhof befanden sich Pferdestall, Autogarage, Werkstatt und Sportgebäude.“ Schmitz fügt hinzu: „In der Nazizeit wurden im Gebäude politisch Verfolgte zeitweise inhaftiert.“ Bis in die 1960er-Jahre war im Innenhof die Kfz-Zulassungsstelle. Der Platz vor der Polizeiinspektion wurde 1988/89 neu gestaltet, der Brunnen verschwand. Vor der Inspektion befindet sich eine drei Meter hohe Säule, die auf die 1971 geschlossene Partnerschaft mit der bretonischen Stadt Quimper hinweist.

Irene Gillenberg verbindet eine nette Anekdote mit dem Rätsel: „Vor Jahren erhielten wir Krankenschwestern von der Geschäftsführung und Pflegedienstleitung des Krankenhauses Burger Straße das Angebot, einen Selbstverteidigungskurs in der Turnhalle des Gebäudes zu machen. Das war spannend und intensiv. Der Abschluss bestand darin, dass wir von einer Fete alleine vom Obergeschoss durchs Treppenhaus zum Ausgang gehen sollten. Eine von uns wurde von scheinbar ‘leicht angetrunkenen Figuren’ unten angesprochen und belästigt. War natürlich ein Rollenspiel. Sie wehrte sich, in dem sie beherzt zugriff und einen der Darsteller übers Treppengeländer beförderte. Der Mann erlitt wohl eine Rippenprellung.“

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