Historisches Foto

Welche Kreuzung ist hier zu sehen?

Diese Kreuzung gibt es heute noch – allerdings mit anderen Autos und anderen Schildern. Erkennen Sie, um welche Straßen es sich handelt? Dann senden Sie ihre Lösung, gerne auch verbunden mit Ihren persönlichen Erinnerungen, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid oder E-Mail:redaktion@rga.de
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Diese Kreuzung gibt es heute noch – allerdings mit anderen Autos und anderen Schildern. Erkennen Sie, um welche Straßen es sich handelt? Dann senden Sie ihre Lösung, gerne auch verbunden mit Ihren persönlichen Erinnerungen, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid oder E-Mail:redaktion@rga.de
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Unser Rätselfoto der Vorwoche zeigte den Platz vor dem Remscheider Rathaus. Viele Leser erinnerten sich an das rege Treiben.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Diese Kreuzung gibt es heute noch – allerdings mit anderen Autos und anderen Schildern. Erkennen Sie, um welche Straßen es sich handelt? Dann senden Sie ihre Lösung, gerne auch verbunden mit Ihren persönlichen Erinnerungen, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid oder E-Mail: redaktion@rga.de

Das historische Foto der vergangenen Woche: Darum findet der Markt nicht auf dem Markt statt

„Das waren noch Zeiten, als sooo viele Marktbeschicker ihre Stände auf dem Theodor-Heuss-Platz errichteten und ihren Geschäften nachgingen“, schreibt uns Dieter Prill zum Rätselfoto der vergangenen Woche, das Dutzende Stände auf dem Wochenmarkt vor dem Rathaus zeigte, sauber wie an einer Schnur aufgereiht. Ein Anblick, der auch bei anderen Lesern Erinnerungen weckte. Von einem „tollen Wochenmark mit vielen Marktbeschickern und auch Besuchern“, berichtet uns zum Beispiel Sabine Müller – und fügt leicht wehmütig ein „Lang, lang ist es her, leider“ an. Und Helmut Schucht meint: „Das Foto vermittelt, wie in früheren Zeiten die Wochenmärkte stattfanden.“ Damals habe noch das Motto „Ordnung ist das halbe Leben“ gegolten. Auch für den Aufbau der Stände.

Unser Rätselfoto der Vorwoche entstand wohl um 1970, damals waren die Marktstände noch ordentlich aufgereiht.

„Gegen den damaligen Markt ist der heutige noch nicht einmal halb so groß“, schreibt auch Günter Klein. Seine Erinnerung dreht sich aber vor allem um das Gebäude im Hintergrund: „Ich habe dort während des Weltkriegs als Malerlehrling mit französischen Kriegsgefangenen verglast“, schreibt er. Mit dabei sei auch ein Glaser aus Lille gewesen, der schon mal Päckchen aus der Heimat bekam und dem deutschen Lehrling daraus Schokolade abgab, „die man damals hier nicht bekam“. Die Franzosen hätten sich in einem Laden auf dem Rathausplatz gelegentlich Lachsersatz gekauft, weiß Günter Klein, inzwischen 94 Jahre alt, noch zu berichten. „Ein Knabe in Hitlerjugenduniform schlug einem Franzosen den Lachs aus der Hand.“ Das ließ sich Glasermeister Laufenberg, der die Baustelle beaufsichtigte, aber nicht bieten – und ohrfeigte der Jungen.

In dem Gebäude sei früher die Sparkasse untergebracht gewesen, berichtet Jürgen Koppka: „Nach Fertigstellung des neuen Sparkassengebäudes auf der Alleestraße nutzte die Stadtwerke Remscheid das Gebäude, es diente als Verwaltung, Kundencenter und als Beratungscenter.“ 1984 sei es dann abgerissen worden, ergänzt Heinz-Jürgen Schmitz: „Das Gebäude musste dem am 20. Februar 1986 eröffneten Allee-Center weichen.“ Das wurde seither mehrfach erweitert und derzeit gerade modernisiert. Und prägt die Remscheider Innenstadt bis heute.

Dass der Markt heute auf dem Rathaus- und nicht auf dem eigentlich dafür vorgesehenen Marktplatz am anderen Ende der Alleestraße abgehalten wird, darauf geht Roland Benscheid ein: „Ab 1755 wurde den Remscheidern das Recht, allwöchentlich am Mittwoch einen Markt abzuhalten, verliehen“, berichtet er. Der habe ursprünglich auf dem Platz vor der Stadtkirche stattgefunden, der bis heute „Markt“ heiß. Allerdings habe dieser Platz seine eigentliche Funktion 1893 vollständig eingebüßt, da er zur Zentralstelle der neuen elektrischen Straßenbahn wurde: „Dort mehrten sich die Schienen, Weichen und Oberleitungen.“ Also zog der Markt um.

Heute ist der Wochenmarkt etwas kleiner. Und aktuell muss er dem Weihnachtsmarkt weichen.

Während das auf dem Rätselbild gezeigte Gebäude heute Geschichte ist, steht das, von dem aus das Foto wohl aufgenommen wurde, unveränderlich an gleicher Stelle: das imposante Remscheider Rathaus. Sein Grundstein wurde am 18. Oktober 1902 gelegt, am Gedenktag der Völkerschlacht bei Leipzig. Zuvor hatte die Stadt dem Schützenverein das Grundstück abgekauft, auf dem bis 1901 alljährlich eine große Kirmes stattfand. Mit 365 Meter über Meeresspiegel übrigens einer der höchsten Punkte der Stadt.

Das alte Rathaus an der Elberfelder Straße war zu klein geworden, es wich 1911 einem Schulgebäude, in dem heute dass Emma-Herwegh-Gymnasium untergebracht ist. Der Platz vor dem Rathaus mit seinem fast 60 Meter hohen Turm wechselte mehrfach seinen Namen, unter anderem zu Kaiser- und unter den Nazis zu Adolf-Hitler-Platz, schließlich wurde er nach Theodor Heuss, einem der Väter des Grundgesetzes und dem ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland benannt.

Die richtige Lösung wussten unter anderem auch Ralf Wallhäuser, H.W. Becker, Prof. Dr. Martin Ohst, Volker Hebda, Wolfgang Kunze und Ruth Lewe.

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