Historisches Foto

Welche Straße ist hier zu sehen?

Auf dem heutigen Rätselfoto geht es in eine sehr alte Remscheider Siedlung, die mit einem Bürgerverein unter sich eine enge Bande pflegt. Die Straße, die wir in dieser Siedlung suchen, besitzt eine U-Form. Welche ist es? Schicken Sie Ihre Lösung, gerne auch verbunden mit persönlichen Anekdoten, bis zum 28. Juli an den RGA, Alleestraße 77-81,42 853 Remscheid, oder per E-Mail an:redaktion@rga.de Repro: Roland Keusch
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Was ist hier zu sehen?
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Das Rätselfoto zeigte das Freibad Eschbachtal im extrem heißen Sommer 1969. An den Becken traf sich „halb Remscheid“ zum Abkühlen.

Auf dem heutigen Rätselfoto geht es in eine sehr alte Remscheider Siedlung, die mit einem Bürgerverein unter sich eine enge Bande pflegt. Die Straße, die wir in dieser Siedlung suchen, besitzt eine U-Form. Welche ist es? Schicken Sie Ihre Lösung, gerne auch verbunden mit persönlichen Anekdoten, bis zum 28. Juli an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid, oder per E-Mail an: redaktion@rga.de

Vor lauter Gästen war der Rasen nicht mehr zu sehen

Von Andreas Weber

Für diejenigen, die Corona miterleben mussten, war es am 16. Juni 1969 schon fast beängstigend voll im Freibad.

Remscheid. „Es war eine schöne Zeit.“ Das war öfters in den Zuschriften zu lesen, die den RGA diese Woche zum Rätselfoto aus dem „Summer of 69“ im Freibad Eschbachtal erreichten. Natürlich ist diese Erholungsstätte immer noch schön – wenn sie geöffnet ist, was in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall war. Lothar Ruhrmann denkt fünf Jahrzehnte zurück: „Wenn der Teufelsteich frisches Wasser bekam und für einige Tage dicht war, nahm ich aus der Haddenbach den längeren Weg ins Eschbachtal in Kauf. Dort traf sich dann „halb Remscheid“, auch zum Schwimmen.“ Im Sommer 1969 war Anke Rösner erst ein Jahr alt, dennoch sei bei manchen Dingen die Zeit stehengeblieben: „Die Umkleidekabinen haben sich seither nicht viel verändert.“ Rösner nutzte das Bad oft. „Unser Vater hat halb Klausen in den Sommern dort hingefahren“, schreibt sie.

Früher gab es keine Limits. „Das waren noch Zeiten ohne Einschränkungen. Manches Mal so krass, dass man fast keine Rasenfläche mehr sehen konnte. So wurde mancher Ferientag im Freibad verbracht und es hat immer Spaß gemacht, egal ob man alleine kam. Getroffen hat man immer jemand, den man kannte“, blickt Jörg Wagner zurück. Der Sommer 1969 sorgte für einen Rekord im Freibad. „Tausende Badegäste kamen bis Ende August. Der Grund war der extrem heiße Sommer“, meint Helmut Schucht.

Den Zeitraum, an dem das Foto geschossen wurde, grenzt Heinz-Jürgen Schmitz ein: „Ich vermute, es wurde vom 11. Juli bis 23. August 1969 aufgenommen, als für alle Kinder in der Ferienzeit freier Eintritt angesagt war. Eine ähnliche Situation gab es zum 75. Bestehen im Juni 1987.“ Das älteste Binnenfreibad Deutschlands bot in der Spitze früher 7500 Personen Platz. 2023 steht das Bad vor einer millionenschweren Erneuerung und einem Umbau, momentan plagt sich die Stadt als Betreiber mit Personalsorgen, die auch dazu führen, dass der Betrieb eingeschränkt läuft.

Das erste deutsche Freiluftbad mit künstlicher Wasserzufuhr

Ganz so voll wie in 1969 war es nicht immer – zuletzt mussten die Öffnungszeiten reduziert werden.

Roland Benscheid widmet sich der Historie: „Das Freibad Eschbachtal wurde 1912 eingeweiht. Es war das erste deutsche Freiluftbad mit künstlicher Wasserzufuhr, dem überschießenden Wasser aus den beiden Talsperren. Um das Badewasser der drei Becken auf 21 Grad zu halten, wurde die Dampfmaschinen-Abwärme der nahen Wasserwerkspumpstation genutzt. 1963 ist das Gelände neu gestaltet und renoviert worden.“ Beliebt sind bis heute die Schiffsparade von Modellbauern und das Hundeschwimmen am Saisonende.

Als Mitarbeiter an der Kasse war und ist Hans-Werner Wallraff auch diesen Sommer im Team. Wallraff wuchs in Wellershausen 1, nahe am Freibad, auf. Eine Hofschaft, die im Straßenverzeichnis der Stadt Remscheid verzeichnet war, es aber keine Straße dazu gab. Der Name Wellershausen stammt ab von der Fabrikantenfamilie Wellershaus, der das Haus gehörte. Die Firma Wellershaus war einer der Welt größten Feilenhersteller.

Die Aufnahme, geschossen von der ehemaligen Restauration, die kurioserweise auf dem Gebiet der Stadt Wermelskirchen liege, schreibt Wallraff. „Hier bildet der Eschbach die Grenze zwischen Remscheid und Wermelskirchen und darüber hinaus die Grenze zwischen den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln.“

Damals, so Wallfraff weiter, sei das Restaurant gern besucht gewesen, auch für Gäste, die nicht ins Freibad gingen, aber das Restaurant von der Straße aus begingen. „Ich kann mich sehr gut an diese Zeit erinnern, da ich oft sonntags mit meinen Eltern dorthin ging. Das Restaurant wurde geführt von den Eltern von Albert Höhler, einem stadtbekannten Versicherungsmakler. Wallraff kennt das Bad in seiner Urform, „mit rauem Waschbetonboden und dem Eschbach als Wasserspender“, wie er schreibt.

Weitere richtige Einsendungen schickten Volker Hebda, Peter Koch, Ulrich und Elfi Hager und Hans Walter Becker.

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