Historisches Foto

Rätselfoto: Wo steht dieses Haus?

-
+
Welche Erinnerungen verbinden Sie mit diesem Haus?

Unser Rätselbild der vergangenen Woche zeigte die Bismarckstraße.

Von Sven Schlickowey

Heute mal in Farbe: Unser aktuelles Rätselbild zeigt ein typisches Wohnhaus mit dem bergischen Dreiklang aus dunklem Schiefer, weißen Fensterrahmen und grünen Schlagläden. Wissen Sie, wo dieses Haus steht? Dann schicken Sie Ihre Lösung bis Donnerstag, 31. März, gerne auch verbunden mit persönlichen Anekdoten, an den Remscheider General-Anzeiger (RGA), Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid, oder per E-Mail: redaktion@rga.de

Serie: Das historische Foto

Rund um die Kirche ruckelte es im Auto gewaltig

Remscheid. Vorne die Straßenbahngleise, dahinter die gepflasterte Straße, die Kirche im Hintergrund – unser Rätselfoto der vergangenen Woche bot manchen Hinweis auf die richtige Lösung. Und viele Leserinnen und Leser haben diese Hinweise genutzt.

„Das Foto zeigt die im Bau befindliche neue Umgehungsstraße Bismarckstraße vorbeiführend an der St. Suitbertus Kirche“, schreibt uns zum Beispiel Heinz-Jürgen Schmitz. „Die Aufnahme muss im Jahr 1957 entstanden sein.“ Damals sei das Teilstück der Remscheider Straßenbahn in der Alten Bismarckstraße, „die als die steilste Adhäsionsbahn Europas galt“, durch Autobusse ersetzt worden, damit der innerstädtischen Verkehr besser fließt. Stattdessen fuhr die Straßenbahn danach über die neue Bismarckstraße.

Pflasterarbeiten, Kirche, Straßenbahnschiene: Unser Bild der vergangenen Woche bot viele Hinweise.

Doch auch danach blieb die Straßenbahn nicht mehr allzu lang in Betrieb, weiß Detlef Münch aus Herne zu berichten: „Die Schienen rechts gehören leider der Vergangenheit an.“ Ende der 1960er Jahre war bekanntlich endgültig Schluss.

Das Kopfsteinpflaster, das auf dem Bild gerade verlegt wird, ist Paolo Miola in Erinnerung geblieben: „Ich kann mich gut daran erinnern, wie es noch in den 70er Jahren im Auto geruckelt hat, wenn meine Eltern dort entlangfuhren.“ Und auch das Gotteshaus im Hintergrund haben viele Leserinnen und Leser erkannt. „Die im Foto erkennbare St. Suitbertus-Kirche an der Papenberger Straße wurde 1882/83 erbaut“, schreibt Robert Benscheid: „Der massige Turm kam ein Jahr später hinzu.“ Und Helmut Schucht weiß zu berichten, dass die vom Kölner Architekt August Carl Lange entworfene Kirche im Bombenhagel 1943 erheblich beschädigt wurde.

Eingeweiht wurde St. Suitbertus am 28. September 1884, sie ist dem angelsächsischer Missionar Suitbert geweiht, der Anfang des 8. Jahrhunderts das Kloster Kaiserswerth in Düsseldorf gegründet hat. Die dreischiffige Basilika mit Querschiff, das der Kirche ihre Kreuzform gibt, ist im Stil der Neuromantik erbaut worden, was im Europa des ausgehenden 19. Jahrhunderts durchaus üblich war. Der mehr als zehn Jahre nach er eigentlichen Fertigstellung angebaute Glockenturm fasst bis heute drei Bronzeglocken, die 1895 von der bekannten Glockengießerei Otto im heutigen Bremen gefertigt und geliefert wurden. Ungewöhnlich: In keinem der beiden Weltkriege wurde auch nur eine der Glocken beschlagnahmt. So viel Glück hatten andere Gotteshäuser angesichts des Rohstoffbedarfs im Krieg nicht.

Übriggeblieben ist davon heute nicht mehr viel. Vor allem die Kirche St. Suitbertus ist aber gut zu erkennen.

Derweil hat Gerd vom Schemm eine ganz eigene Beziehung zu der Kirche: Vor dreineinhalb Jahren habe er mit über 70 Jahren begonnen, Orgel zu lernen. „Wenn Sie in der Mittagszeit dort vorbeikommen und hören Orgeltöne, die nicht allererste Sahne sind, so kann es sein, dass ich gerade übe.“ Und Doris Puchinger kennt die Ecke, weil ihre Schwiegereltern viele Jahre im unteren Teil der Straße gewohnt haben, wie sie schreibt: „Im gegenüberliegenden Häuserblock, an der Bismarckstraße, war in den 60er Jahren die Herrenmaßschneiderei Kortmann, für die meine Mutter lange Zeit gearbeitet hat.“

Noch weiter geht die Erinnerung von Günter Keim an die Stelle in der Remscheider Innenstadt: „Es war das Jahr 1945, der Krieg neigte sich dem Ende entgegen, als ich mit einem Meister von der Freiheitstraße zum Hauptbahnhof ging“, schreibt er uns. Auf dem Bahnhofvorplatz habe ein Zeitungsverkäufer mit einer Extraausgabe gestanden und immer wieder „Attentat auf den Führer“ gerufen. „Es war der Oberst Stauffenberg.“ Der Meister hatte seinen Sohn im Krieg verloren und sagte nur: „Schade, dass es nicht geklappt hat.“

Die richtige Lösung wussten unter anderem auch Paul Rainer Raffelsiefen, Ulrich Hager, Volker Hebda, Yurga Erdogan, Christiane Matic-Meester, Bardo Reinke und Dieter Prill.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Galvanik-Betrieb: 640 Lkw-Ladungen verseuchte Erde
Galvanik-Betrieb: 640 Lkw-Ladungen verseuchte Erde
Galvanik-Betrieb: 640 Lkw-Ladungen verseuchte Erde
„Überflieger“: Sperrung wird heute aufgehoben
„Überflieger“: Sperrung wird heute aufgehoben
„Überflieger“: Sperrung wird heute aufgehoben
Hier brummt es: Kleiderladen Rosenhügel ist ein Treffpunkt
Hier brummt es: Kleiderladen Rosenhügel ist ein Treffpunkt
Hier brummt es: Kleiderladen Rosenhügel ist ein Treffpunkt
Millionenhohe Investitionen: Mehrere Schulen müssen umziehen
Millionenhohe Investitionen: Mehrere Schulen müssen umziehen
Millionenhohe Investitionen: Mehrere Schulen müssen umziehen

Kommentare