Historisches Foto

Welcher Bahnhof wird hier gesucht?

Welcher Bahnhof wird hier gesucht?
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Welcher Bahnhof wird hier gesucht?
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Das RGA-Rätselfoto in der vergangenen Woche zeigte ein Traditionsunternehmen an der Ecke Nord-/Kirchhofstraße - Edscha zählte zu den Großkunden - Fabrik wurde abgerissen.

Am 15. November 1979 entstand dieses Schienenbild. Unschwer zu erkennen: Es handelt sich um einen Bahnhof. Doch welche Remscheider Station suchen wir hier? Schicken Sie die Lösung bis 13. Mai per E-Mail oder Post, gerne verbunden mit persönlichen Anekdoten, die Sie mit diesem Ort verbinden an: RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid; E-Mail: redaktion@rga-online.de

Unser Rätselfoto der vergangenen Woche: Maschinenbaumeister lernte durch Hürxthal viele Länder kennen

Remscheid. Die Firma Hürxthal animierte viele Leser, sich zu melden. Gerd Friele arbeitete dort an der Nordstraße: „Ich folgte nach meinem Großvater und Vater 1951 als Lehrling und machte später meine Meisterprüfung als Maschinenbaumeister.“ Hürxthal baute Fräsmaschinen, die exportiert wurden. „Meine Beschäftigung ging zu Ende, als 1978 der Konkurs eingeleitet wurde. Die Ausbildung und meine weitere Beschäftigung haben mein Leben sehr geprägt. In der Zeit habe ich viele Länder kennenlernen dürfen“, berichtet Friele weiter. Noch heute könne er seine Erfahrungen bei seinem Hobby Modelldampfmaschinenbau einsetzen.

Dieses Unternehmen stand für eine fast hundertjährige Tradition: die Firma Hürxthal, mit der viele Leser Erinnerungen verbanden.

Auch Klaus Röntgen hat eine familiäre Bindung zu Hürxthal: „Mein Vater arbeitete dort Jahrzehnte. Ich habe ihn oft abgeholt und, als ich fast 18 war, auf dem abgeschlossenen Firmenhof für den Führerschein mit Vaters Auto geübt.“ Woran sich Röntgen desweiteren erinnert: „Die Firma konstruierte Spezialmaschinen auf individuellen Kundenwunsch und stellte sie selbst her. Ferner wurden in der damaligen Schreinerei, wo heute der Aldi-Parkplatz ist, die entsprechenden Modelle hierfür aus Holz gefertigt. Diese Holzbauteile wurden in einer Gießerei weiterverarbeitet und als Bauteile für die Sondermaschinen bei Hürxthal zusammengeschraubt.“

Es gibt Remscheider, die „beinahe“ bei Hürxthal gelandet wären. Sigrid Becker gehörte dazu. Ihre Geschichte geht so: „Als junge Frau hatte ich mich auf eine ausgeschriebene Stelle beworben. Ich stellte mich vor, man wollte mich einstellen, das Gehalt war für die damalige Zeit gut. Aber: Mein Arbeitsbeginn wäre um 7.15 Uhr gewesen. Nein! 7.15 Uhr ohne Auto, mit schlechter Verkehrsanbindung zur Nordstraße, als Nachteule hätte ich gar nicht mehr ins Bett zu gehen brauchen. Mithin musste Hürxthal auf mich als Arbeitskraft verzichten. So unbekümmert war man in der Jugend“, schreibt sie.

Historisches Foto: In allen produzierenden Edscha-Werken standen die Hürxthal-Fräsmaschinen.

Klaus Müller erhellt den geschichtlichen Hintergrund der Traditionsfirma: „Gegründet 1880 unter dem Namen ‘Hürxthal & Brune’. 1898 übernahm Fritz Hürxthal den alleinigen Besitz. Anfänglich wurden Dampfhämmer, Werkzeugmaschinen wie Drehbänke, Hobel- und Schleifmaschinen etc. hergestellt. Um 1920 spezialisierte man sich auf Fräs- und Rohrbearbeitungsmaschinen. In den 1950er-Jahren wurde für Edscha eine Spezial-Fräsmaschine für die Bearbeitung von Scharnieren entwickelt und gebaut. Edscha wurde zum ‘Großkunden’. In allen produzierenden Edscha-Werken standen die Hürxthal-Fräsmaschinen. Als Edscha 1975 begann, ins Ausland zu expandieren, erhielten die ersten Edscha-Kooperationen ausgemusterte Hürxthal-Maschinen. Die erste ging 1975 nach Kapstadt (Südafrika), die nächsten 1976 nach Deiva Marina (Italien) und 1977 nach San Giuliano Milanese (Italien). In den 1970ern eröffnete Edscha seinen eigenen Maschinenbau und als Nachfolger der ‘Hürxthal’ wurde die ‘Edscha-Fräsmaschine’ gebaut.“

Heinz -Jürgen Schmitz hat speziell einen Mitarbeiter im Kopf, den Pförtner Jekat, den er kannte, weil er in den 50er-Jahren beruflich mit der Firma zu tun hatte. „Der Name Jekat war in Fußballkreisen bekannt, spielte doch sein Sohn Rolf erfolgreich beim VfB Marathon in der 2. Liga West.“ Ein prominenter Mitarbeiter sei Friedrich Albert Heinhaus gewesen, der von 1848 bis 1911 lebte. Der Wermelskirchener, als Kontor bei der Firma Hürxthal beschäftigt, war ein deutscher Rechenkünstler.

Heute sieht an der Ecke Nord-/Kirchhofstraße nichts mehr wie früher aus. Der Firmenkomplex Hürxthal ist dem flacheren Discounter-Bau von Aldi gewichen.

Roland Benscheid zählt auf, was nach Hürxthal kam: „Nach der Schließung kam in die Halle ein Fitnessstudio, eine Halle an der Kirchhofstraße wich einem Aldi-Markt. Ein kleineres Gebäude wurde zu einer Diskothek ausgebaut, die mehrmals den Namen wechselte.“ Dieter Prill bemerkt, dass Teppichböden/Tapeten ARO ebenso an der Stelle war, jedoch längst die Segel gestrichen hat. Er geht, wie viele andere Leser, auf die freie Tankstelle Hackländer ein, wo man sich bis spät abends mit „Sprit“ eindecken konnte. Zu Hackländer fällt Reinhard Theil ein, dass „es dort vom Chef immer nach dem Tanken eine Rolle Dr. Hillers Pfefferminzbonbons“ gab. Benscheid schreibt: „Hackländer war bei den Remscheidern sehr beliebt. Der freundliche und zuvorkommende Chef bediente häufig selbst die Kunden.“ Richtige Antworten schickten auch Bernd Henkel, Ernst Erdmann, Oliver Müller, Gabriele Dworatzek, Ulrich Hager, Heinz-Peter Riedemann, Helmut Schucht und Hans Strecker.

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