Historisches Foto

Rätsel: Welche Straße ist hier zu sehen?

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Was ist hier zu sehen?

Das Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte Schloss Küppelstein. Das Fachwerkhaus wurde 1954 nach jahrelangem Verfall abgerissen. Heute ist es der Standort der Evangelischen Jugendhilfe.

Das neue Rätselfoto: Das sollte diesmal nicht allzu schwer sein. Das Fachwerkensemble mit der Kirche als Anhaltspunkt im Hintergrund sollte als Rätsel lösbar sein. Um welche Straße handelt es sich? Schicken Sie Ihre Lösung bis zum 2. Dezember, verbunden mit Ihren persönlichen Anekdoten, an den Remscheider General-Anzeiger (RGA), Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid; oder per Mail an: redaktion@rga.de

Das Historische Foto der vergangenen Woche: Kaiser Wilhelm II. genoss imposanten Blick über Wupperberge

Von Andreas Weber

Remscheid. Westhausen Ein uraltes Postkartenmotiv, leicht unscharf, stellte die RGA-Leser vor keine Probleme. „Schloss Küppelstein war ein gern besuchtes und gut geführtes Restaurant in einer herrlichen Lage in den Wupperbergen mit Blick auf die Müngstener Brücke“, fasst Helmut Schucht den Prachtbau in Westhausen zusammen.

Viele Pächter versuchten sich hier und scheiterten: Das vor 1893 von der Kipper-Brauerei gebaute Schloss Küppelstein.

„Vor dem 2. Weltkrieg war es ein schönes Café-Restaurant mit großer Terrasse. Nach dem Krieg hat meine Mutter Lebensmittelkarten ausgetragen und hat mich als Kind oft mitgenommen, unter anderem nach Schloss Küppelstein, in dem zu dieser Zeit viele Flüchtlinge untergebracht waren. Der Restaurantbetrieb existierte nicht mehr; das Gebäude war in desolatem Zustand. Das gesamte Geschirr mit schönem Bild und Aufschrift „Schloss Küppelstein“ wurde vor dem Abriss von der Gaststätte „Kiels Klara“ übernommen und war jahrelang in Gebrauch“, berichtet Hermann Schmitz. Die Gastronomie erwähnt auch Christl Brieden: „Ein Foto von diesem Schloss hing bei ‘Kiels-Clara’ in Küppelstein. Leider ist es geschlossen.“

„Erbaut wurde das Schloss vor 1893 von der Remscheider Kipper-Brauerei. In den 50er-Jahren musste es wegen seiner Baufälligkeit, bedingt durch die starke Zerstörung im 2. Weltkrieg abgerissen werden“, packt Dieter Prill die Geschichte vom Anfang bis zum Ende in einen Satz. Heute steht auf den Grundmauern des Schlosses die evangelische Jugendhilfe Bergisch Land, der „Waldhof“. Geplant war ein Bahnhof, schreibt Roland Benscheid: „Dieser wurde jedoch nicht realisiert.“ Benscheid verweist auch darauf, dass der auf der Postkarte abgebildete Park mit Springbrunnen Wunschdenken blieb.

Heinz-Jürgen Schmitz weiß, dass sich 1899 Kaiser Wilhelm II. von der Terrasse auf Schloss Küppelstein über den imposanten Blick über die Wupperberge und auf die Müngstener Brücke freute. Schmitz spricht davon, dass das Anwesen nach jahrelangem Verfall 1954 abgerissen wurde. „In den Jahren 1954/55 wurde das damals in städtischer Hand befindliche Waisenhaus ‘Der Waldhof’ errichtet. Im September 1955 zogen die ersten Kinder dort ein.“

In der Waldhofstraße 10 ist die Zentrale: Viele weitere Standorte hat die Jugendhilfe in Wermelskirchen, Wipperfürth, Burscheid.

Thorsten Wolff verweist darauf, dass es sich nicht um ein Schloss im engeren Sinne handelte, sondern um einen Fachwerkbau, der von einem hölzernen Turm gekrönt war. „In Schloss Küppelstein wurde oft zünftig gefeiert. Als am 22. März 1897 der letzte Niet in die gerade gebaute Müngstener Brücke geschlagen worden war, feierten 160 beteiligte Personen ein feucht-fröhliches Richtfest. Und auch einen zu damaliger Zeit berühmten Besuch gab es: Geheimrat Rudolf Virchow, der Begründer der modernen Pathologie, ließ sich 1898 auf Einladung der Remscheider Stadtverordneten auf Schloss Küppelstein bewirten.“

Otto Pfeiffer erinnert sich daran, dass nach Kriegsende 1947/48 im Schloss Kinder und Jugendliche aus Solingen und Wuppertal einquartiert und zur Erholung betreut wurden. „In dieser Zeit war meine Mutter dort in der Küche angestellt. Als Achtjähriger war ich häufig dort und durfte mit den Kindern spielen. Der Schlossturm war zu der Zeit wegen Mängeln gesperrt.“ Pfeiffer, der in der Marathonstraße lebt, gibt den Tipp, beim Spazierengehen in der „Waldhof“-Anlage die Augen aufzumachen: „Dem aufmerksamen Spaziergänger könnten Fragmente der früheren Terrasse auffallen, ebenso Porzellanstückchen aus der Küche, sobald man den Wanderweg unterhalb der Gebäude begeht.“

Weitere richtige Einsendungen schickten Jörg Wagner, Barbara Bontemps, Bardo Reinke, Brigitte Herbertz, Wolfram Heinrichs und Birgit Lamm.

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