Historisches Foto

Welche Gasse suchen wir heute?

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Welche Gasse suchen wir heute?
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Bei unserem vergangenen historischen Foto haben wir den ehemaligen Schleifkotten am Industriegeschichtspfad Hammertal gesucht. Was ist diese Woche auf dem Rätselfoto zu sehen?

Wieder ein Schnitt. Nach einem Ausflug mitten ins Grüne geht es zurück ins Leben. Wo befindet sich diese Fachwerkidylle? Aufgenommen wurde das Bild 1977. Schicken Sie die Lösung bis Donnerstag, 1. Juli, entweder per E-Mail oder per Post, verbunden mit persönlichen Anekdoten, an: RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid; oder auch per E-Mail: redaktion@rga.de.

Das Historische Foto der vergangenen Woche: Im Teich am Diederichskotten lernten Kinder Schwimmen

Remscheid. Für Michael Becker liegt das gesuchte Fotomotiv auf seiner Laufstrecke durch das Hammertal. „Auch bei Spaziergängen mit meiner Frau kommen wir immer am Diederichskotten vorbei“, schreibt der RGA-Leser. Unterhalb des Kremenholls befindet sich der ehemalige Schleifkotten. „An dieser Stelle gab es Ende des 18. Jahrhunderts drei Anlagen, den Diederichskotten, den Diederichshammer und den Ehlishammer. Ursprünglich wurden die Anlagen vom Linkläuer Bach gespeist. Aus dem Lobachtal wurde durch einen Graben zusätzlich Wasser zugeführt und eine bessere Wasserversorgung gesichert.“

Neben Becker kennt Ulrich Wengelnik die Historie als Anwohner im Hammertal. „Der Teich davor gehört zum Ehlishammer und ging früher bis an die Gebäude des Kotten. Mein Vater hat ihn in den 60er- Jahren verkleinert und zum Badeteich umgebaut. Dort habe ich selbst schwimmen gelernt, und meine Kinder sind dort Baden gegangen und Boot gefahren.“

Ulrich Wengelniks Vater verkleinerte den Teich und machte ihn zu einem von Kindern gern genutzten Badeteich. 

Die letzten Bewohner des Kotten seien ein altes Ehepaar gewesen, die einen Schäferhund in einem Zwinger hielten, berichtet Wengelnik. „Nach der Schule bin ich regelmäßig mit dem Hund spazieren gegangen, was sich die Besitzer nicht mehr trauten. Unser Zwergschnauzer hat dort viele Stunden vor dem Zwinger verbracht, immer wenn er gerade verliebt war.“

Klaus Merten erinnerte sich daran, dass er in dem Teich vor vielen Jahren geschwommen sei. Auch Helmut Schucht denkt gerne zurück: „Als wir Kinder waren, fuhren wir mit dem Schlitten vom Honsberg-Engelsberg durch die Kolk bis zur damaligen Gaststätte Herberg, die unterhalb des Diederichskotten war.“ Ursprünglich soll dieser Hens-Jans-Kotten geheißen haben, bis am Ende der Besitzername Diederichskotten übrig blieb. Dieter Prill erkannte die verwunschene Ecke und reichert seine Lösung geschichtlich an: „Wer durchs Hammertal/Lobachtal den Industriegeschichtspfad in Richtung Burg entlangwandert, kommt am Diederichskotten vorbei. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde dieser Kotten erstmals urkundlich erwähnt. 1852 wurde der alte Bau durch das heutige Wohnhaus ersetzt.“

Dort, weiß Ulrich Wengelnik, haben die Mitglieder von Diederichskotten e.V. das Haus restauriert. „Gruppen der Remscheider Pfadfinder treffen sich regelmäßig, auch Schulfeste und andere Feiern finden statt.“

Roland Benscheid geht auf die Historie des Diederichskotten ein: „Er zählte zu den wenigen Schleifkotten im Hammertal. Seine Entstehung lag vermutlich in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Bezeichnung ‘Kotten’ bezieht sich im Bergischen Land auf eine kleine Werkstätte, in der das Schleiferhandwerk zu Hause war. Der vorhandene Gebäuderest war ein Teil eines großen modernen Sheddachgebäudes, das bis auf einen Rest nach 1920 abgerissen wurde. Das heute erhalten gebliebene alte Fachwerkgebäude von 1852 diente Wohnzwecken.“

Produktionsstätten wanderten aus den Tälern in die Höhen

Zum Industriegeschichtspfad merkt Roland Benscheid an: „Ziel des Wanderweges ist die Erhaltung und Förderung des Wissens um die Bedeutung der Wasserkraftanlagen und ihrer Verwendung in unserer Region. Er wurde in 1976 durch den Bergischen Geschichtsverein reich bebildert. Mit der Erfindung der Dampfmaschine stand eine neue Kraftquelle zur Verfügung.

Damit wurde die Eisenverarbeitung seit Mitte des 19. Jahrhunderts zunehmend unabhängig von der Wasserkraft. Die alten Produktionsstätten wanderten aus den verkehrstechnisch ungünstigen Tälern auf die umliegenden Höhen.“

Heute kümmert sich der Verein Diederichskotten um den Erhalt des historischen Komplexes im Hammertal.

Der Bergische Geschichtsverein, Abteilung Remscheid, stellt in einem Kapitel zum Industriegeschichtspfad Hammertal fest: „Die Wasserversorgung des alten Schleifkottens erfolgte ursprünglich durch einen Obergraben, der seinen Einlauf unterhalb des Unteren Bergerskotten hatte.

Mit der Übernahme des Standortes durch das Handelshaus Johann Peter Diederichs & Söhne Diederichskotten Ende des 18. Jahrhunderts entstand der besondere Graben am gegenüberliegenden Hang, der Wasser aus dem Lobachtal in das Tal des Linkläuer Bachs abzweigte und eine bessere Wasserversorgung sicher stellte.“

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