Historisches Foto

Rätsel: Welche verschneite Straße suchen wir?

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Erkennen Sie, welche Straße hier zu sehen ist?

Unser Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte das Wegekreuz in Lüttringhausen-Obergarschagen.

Im Januar vor mehr als 40 Jahren entstand dieses Foto, das eine verschneite Wohngegend zeigt. Erkennen Sie, welche Straße hier zu sehen ist? Dann schicken Sie die Lösung bis zum 18. März per E-Mail oder Post, gerne mit persönlichen Anekdoten, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid. redaktion@rga-online.de

Unser vorheriges Historisches Foto: Hier gibt es frische Eier und eine beliebte Wanderstrecke

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Mehr als ein Dutzend Einsendungen – und nicht eine lag daneben: Unser historisches Foto aus der vergangenen Woche war offensichtlich eindeutig zu identifizieren. Wohl auch, weil sich der Ort über die Jahre kaum verändert hat, sogar ein Durchfahrtsverbotschild steht noch an gleicher Stelle. Und weil viele RGA-Leser dort regelmäßig entlanggehen oder sogar -laufen.

Damals noch ohne Dach: Das Flurkreuz war für viele Einsender ein guter Anhaltspunkt.

„Das Kreuz liegt auf meiner Laufstrecke, einmal die Woche komme ich hier vorbei“, schreibt uns zum Beispiel Michael Lissy. Und auch Christa Wirth weiß zu berichten, dass sie sich das Bild auf ihren Wanderungen durch und um Remscheid eingeprägt habe: „Ein idyllisches Fleckchen Erde, durch das mich mein Weg von meinem Wohnort Hohenhagen aus in Abständen immer mal wieder führt.“

Beide haben, wie alle anderen Einsender auch erkannt: „Das Kruzifix und die Statue stehen in Lüttringhausen- Obergarschagen“, wie es Ulrich Hager knapp formuliert. Etwas ausführlicher beschreibt es Werner Schimmel: „Rechts ging es zum Alten Schulhaus, Obergarschagen 14, dort war in der Zeit bis circa 1915 die Schule Garschagen, davor gibt es immer noch einen Postbriefkasten. Der Weg vom Kreuz geradeaus führte auf der linken Seite zum Haus Nr. 10, und dort war bis in die 70er Jahre die Bäckerei Kotthaus, in Lüttringhausen sehr begehrte Backwaren.“

Er sei, schreibt Werner Schimmel weiter, in jungen Jahren oft in der Gegend unterwegs gewesen: „Als Kinder haben wir oft in den Wäldern bei Untergarschagen unser Unwesen getrieben, heute immer noch eine unberührte Naturlandschaft.“ Ähnlich erging es wohl auch Melanie Scharff: „Ich selber habe lange mit meinen Eltern in Obergarschagen gewohnt in der direkten Nachbarschaft“, schreibt sie.

Neben dem Kreuz stehen auch der Baum und das Verkehrsschild noch nahezu unverändert in Obergarschagen.

Wie Melanie Scharff und Werner Schimmel kam Burkhard Bindzau beim Anblick des Fotos auch einer der Nachbarn in den Sinn: der Geflügelhof Kottsieper, der inzwischen in sechster Generation betrieben wird. Und er weiß zudem, was man dort besonders gut kann, nämlich wandern und spazieren gehen: „Diese Gegend gehört zu einem beliebten Wander- und Erholungsgebiet und bietet verschiedene Rundwege wie zum Beispiel über die Olper Höhe.“ Auch Joachim Althoff kennt das abgebildete Flurkreuz offensichtlich aus ähnlichem Zusammenhang, es liege „am schönen Wanderweg von Lüttringhausen nach Lennep“, schreibt er uns.

In die Geschichte des Orts taucht hingegen Helmut Schucht ein: „Obergarschagen ist nach der Familie Garschagen benannt worden“, schreibt er. Erstmals erwähnt worden sei die Ortschaft bereits 1481.

Damals allerdings aus einem unerfreulichen Anlass, Obergarschagen wurden in diesem Jahr nämlich bei einem Brand fast völlig zerstört. Nicht das einzige Geschichtsträchtige, das sich im Laufe der Jahrhunderte hier ereignet hat. So war zum Beispiel in der Garschager Schule einige Jahre Daniel Schürmann tätig, den wir heute als Namensgeber einer Parallelstraße zur Alleestraße kennen, der sich aber vor allem einen Namen als Autor von Lehrbüchern gemacht hat.

Zudem könnte Garschagen einer der Ausgangspunkte für die das Bergisch lange prägende Tuchmacherindustrie gewesen sein. Im 13. Jahrhundert soll Graf Adolf von Berg hier „gewerbetreibende Familien“ aus Flandern und Brabant angesiedelt haben – hinter der Formulierung dürften sich Tuchmacher verbergen.

Dass es sich um einen besonderen Ort handelt, zeigt auch das dort aufgestellte Flur- oder Wegekreuz, das auf unserem Bild zu sehen ist. Und das im Laufe der Jahre ein Dach bekommen hat. Solche Kreuze wurden früher oft an wichtigen Stellen wie Weggabelungen oder Anhöhen aufgestellt, teils um Wallfahrts- oder Prozessionswege zu kennzeichnen oder um auf gefährliche Stellen hinzuweisen. Währen der französischen Besatzung von 1794 bis 1814 wurden im Rheinland viele Flurkreuze abgebaut. Manche allerdings wurden auch von den Bewohnern versteckt – und später wieder aufgestellt.

Zu dem Kreuz in Obergarschagen weiß Karl-Heinz Sondermann eine Geschichte zu berichten: „Die Anwohner erzählten früher, ihre Ortschaft sei jetzt heilig gesprochen“, schreibt er uns. Deswegen hätten manche darauf bestanden, die Ortschaft in Zukunft „St. Obergarschagen“ zu nennen.

Die richtige Lösung wussten zudem unter anderem auch Hannelore Bachmann, Konrad Oßmann und Friedrich Kottsieper.

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