Historisches Foto

Welches Gebäude ist hier zu sehen?

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Welche Erinnerungen verbinden Sie mit diesem Haus?

Das Rätselfoto der vergangenen Woche erinnerte an eine Freizeitstätte mitten in der Stadt, die viele Leser mit einer herrlichen Kindheit verbinden

Dieses Gebäude, Anfang der 1920er-Jahre errichtet, existiert schon lange nicht mehr. Die Institution, die dort untergebracht war, zog aufgrund des maroden Zustandes im Juni 1960 innerhalb des Stadtteils um. Um welches Gebäude handelt es sich? Schicken Sie Ihre Lösung, gerne mit Ihren persönlichen Anekdoten, bis Donnerstag, 21. April, an den Remscheider General-Anzeiger (RGA), Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid, oder per E-Mail an: redaktion@rga.de

Der Stadtparkteich solle wieder leben

Von Andreas Weber

Remscheid. Beim Anblick dieses Rätselfotos wird es emotional. Vor allem, wenn man das Bild des Stadtparkteichs mit dem trostlosen Anblick heute im Foto nebenan vergleicht. „Traurig müssten unsere ,Hobbypolitiker‘ dreinschauen, wenn sie dieses Foto sehen. Tun sie aber nicht“, ärgert sich Walter Rubensdörffer. „Sie warten solange, bis nichts mehr zu retten ist. Seit Jahren wird geredet und palavert. Die Pläne für die Wiederherstellung des einstigen Freizeitortes sollten schleunigst in die Tat umgesetzt werden. Er soll wieder leben, unser Stadtparkteich.“ Die Erholungsqualität ist über die Jahrzehnte verlorengegangen: „Lang ist’s her, dass auf dem Stadtparkteich Schwäne und Enten schwammen. Im Sommer fuhren kleine Kanus auf dem Teich, im Winter konnte man Schlittschuhlaufen“, meint Dieter Prill.

Ein Abenteuerspielplatz war das Gelände am Teich für Dieter Rötzel bis zum 11. Lebensjahr im Sommer 1959: „Wie oft wir im Stadtparkteich gelandet sind, lässt sich nicht mehr aufzählen, sei es beim Fangen von Stichlingen, Kaulquappen, Ärgern der Schwäne oder Antesten der Eisdecke zum Schlittschuhlaufen. Alle paar Wochen musste man eine Ausrede finden, um die klatschnassen Klamotten zu rechtfertigen. Noch schlimmer, die fast täglichen Auseinandersetzungen mit der Stadtgärtnerei und den eingesetzten älteren Wärtern, besonders ,Brummelarsch‘, die für Ruhe und Ordnung sorgen sollten. Hat bloß nicht oft geklappt. Dafür waren wir ja da.“ Für den verzapften Mist der „Kinder von der Stadtsparkhalle“ gab’s auch mal eine Tracht Prügel oder Stubenarrest.

Der idyllische Stadtparkteich mit dem Entenhaus, in den 1950-Jahren fotografiert von Ernst Kunze mit einer Leica-Kamera.

Gudrun Matuschzik hat eine alte Postkarte ausgekramt, abgeschickt im Oktober 1918 von ihrer Großmutter, die Teich und Stadtparkhalle im Hintergrund zeigen. Sie empfiehlt in diesem Zusammenhang ein Buch von Dr. Walter Lorenz aus 1976: „Remscheid auf alten Postkarten“. Die Stadtparkhalle wurde 1902 gebaut. Diese ging, wie Heinz-Jürgen Schmitz berichtet, auf den 1885 gegründeten Remscheider Verschönerungsverein zurück, der den Westteil des Holscheidsbergs erwarb und das Gelände zu einem Stadtpark ausbaute. „Um 1900 entstand der Schwanenteich. Jedes Jahr Anfang Mai wurde dort zur Bekräftigung der 1954 ins Leben gerufenen Partnerschaft mit der Stadt Sensburg der Nikolainer Stinthengst zu Wasser gelassen. 1896 wurde mit dem Bau der Stadtparkhalle begonnen, die im Mai 1902 eröffnet wurde. Zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen machten die Stadthalle schnell zu einem Magneten. Der Großangriff auf Remscheid 1943 beschädigte diese Halle stark, 1952 wurde sie abgerissen“, führt Schmitz weiter aus.

Ein Anblick des Jammers: Der Stadtparkteich ist seit Jahren verlandet, die Sanierung bislang noch nicht vorangekommen.

Wolfgang Hendl hat nie begriffen, warum anstelle der alten Halle nicht eine schöne neue dort hingesetzt wurde. „So gehen die Remscheider für größere Veranstaltungen nach Düsseldorf, Köln oder Wuppertal. Remscheid bleibt eben ein Dorf.“ Dieter Kaschel, heute 83 Jahre alt, ist in den Baracken an der Martin-Luther-Straße unweit von Halle und Teich in den 1950er-Jahren als Kind einer schlesischen Flüchtlingsfamilie groß geworden. Eine traumhafte Zeit, schwärmt er rückblickend. Im Winter spielte er mit seinen Kumpel Eishockey mit zurecht gemachten Stöcken aus dem Wald, der Puck war eine leere Konserven- oder Milchbüchse. „Nach einer Stunde waren die Büchsen so klein wie ein Würfel.“

Im Sommer sprang Kaschel in den klaren, sauberen Teich.

In der Stadtparkhalle wie Tarzan an der Liane hin- und hergeschwungen

In der Stadtparkhalle hätte es eine große Bühne gegeben. „In der Mitte des Saals hing ein dickes Seil oder ein Kabel von der Decke. Wir haben als Liane wie Tarzan benutzt und uns hin- und hergeschwungen.“ In der Wilhelmschule hätten er und seine Freunde öfters erzählt, was sie in ihrer Freizeit treiben. „Die haben uns nicht geglaubt, denn die meisten waren Städter und die kamen höchstens zum Stadtpark, wenn Kirmes oder Zirkus war“, meint Dieter Kaschel.

Weitere richtige Antworten schickten Helmut Schucht, Brigitte Herbertz, Edelgard Diederichs, Fritz Kleuser, Monika Kloss, Ulrich Hager, Wolfram Heinrichs und Roland Benscheid.

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