Mit 80 Jahren voll aktiv

Hildegard Schnell legt zum 30. Mal das Goldene Sportabzeichen ab

Hildegard Schnell ist 80 Jahre alt und hat schon 30 Mal das Goldene Sportabzeichen absolviert. Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein.
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Hildegard Schnell ist 80 Jahre alt und hat schon 30 Mal das Goldene Sportabzeichen absolviert. Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein.

In Umkehrung eines alten Sprichwortes kann man Hildegard Schnell trefflich so beschreiben: Wer nicht rastet, der rostet nicht.

Von Peter Klohs

Die 80-jährige Lenneperin treibt nicht nur regelmäßig Sport, sondern hat in diesem Jahr zum dreißigsten Mal das Deutsche Sportabzeichen abgelegt. „Und zwar dreißig Mal hintereinander“, berichtet die sportliche Seniorin und fügt mit leichtem Stolz hinzu: „Und immer das Goldene.“ Ehrgeiz ist Hildegard Schnell nicht abzusprechen.

Mit 50 Jahren hat sie 1992 damit begonnen. „Die Hinwendung zum Sport kam nicht aus dem Elternhaus“, sagt sie. „Mein Elternhaus hatte mit Sport nichts zu tun. Ich wurde durch den Schulsport im Röntgen-Gymnasium darauf aufmerksam, dass mir die sportliche Betätigung liegt.“

Aber nach der Schule betrieb sie wenig Sport. Ihr Mann Karl motivierte sie Mitte der 60er-Jahre dazu, sportlich aktiv zu werden. Er befreite sie auch von ihrem größten sportlichen Makel. „Karl sah mich laufen und sagte sofort: ‚Du atmest falsch‘. Und nachdem ich die Atmung umgestellt hatte, musste ich zugeben: Er hatte recht.“

Die Beiden traten vor 35 Jahren in den Lenneper Turnverein Frisch Auf ein. Inzwischen war Hildegard Schnell derart fit geworden, dass sie diverse Male („Sieben oder acht werden es gewesen sein“.) die Halbmarathondistanz beim Röntgenlauf bewältigte. „Aber jetzt geht das nicht mehr“, berichtet sie. „Ich habe keine Zeit für das dafür nötige Training.“

Das Sportabzeichen wird einmal jährlich abgelegt. In Remscheid nimmt das Paar Martin und Bärbel Logemann die Prüfungen ab. Die geforderten Leistungen sind nach Altersklassen in den verschiedenen Disziplinen – Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination – aufgeteilt. So ergeben sich für die 80-Jährige folgende Leistungen für das Erreichen des goldenen Sportabzeichens: drei Kilometer Laufen in knapp 24 Minuten, zweihundert Meter Schwimmen in nicht ganz sieben Minuten, Standweitsprung (1,30 Meter), dazu kommen noch diverse Disziplinen der Leichtathletik wie Kugel- beziehungsweise Steinstoßen, und Fahrradfahren, bei dem 20 Kilometer in reichlich einer Stunde absolviert werden müssen. Seilspringen gehört auch dazu. Das schafft sie noch 50 Mal ununterbrochen.

Das Wasser istihr Element

„Das Laufen fällt mir in jüngster Zeit nicht mehr so leicht“, gibt Hildegard Schnell zu. „Aber ich mache es, wenn auch die Zeiten nicht mehr gut sind. Ich bin vor ein paar Jahren beim Laufen böse gestürzt und habe seitdem Hemmungen. Aber das gleiche ich mit sehr guten Schwimmzeiten über 25 und 200 Meter wieder aus. Das Wasser ist mein Element.“ Dienstags zieht sie im H2O ihre Schwimmrunden. Notgedrungen musste die Seniorin während des Corona-Lockdowns, in dem die Schwimmbäder geschlossen waren, umsatteln. „Ich bin dann gelaufen oder gewalkt.“

Bedauernd stellt Hildegard Schnell fest, dass das Sportabzeichen sehr in Vergessenheit geraten ist. „Die Menschen sind bequemer geworden“, findet sie, „und manche haben auch Angst. Die haben aber nie ausprobiert, was und wie sie sportlich leisten können. Aber Bewegung, und besonders die an der frischen Luft, ist so ungeheuer wichtig.“

So lange sie kann, wird Hildegard Schnell sich sportlich betätigen und das Deutsche Sportabzeichen ablegen.

Sportprogramm

Das Trainingsprogramm von Hildegard Schnell ist beachtlich: Montags ist Training für das Sportabzeichen im Röntgenstadion, dienstags dreht sie ihre Schwimmrunden, mittwochs geht sie regelmäßig zur Gymnastik. Ab dem Donnerstag treibt sie Sport „wie es gerade passt“. Walking mit Freundinnen steht bevorzugt auf ihrem Programm.

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