Werkzeughersteller und Automobilzulieferer

Heyco erweitert am Standort Bergisch Born

Dirk M. Schibisch (l.) und Markus Heynen auf der Baustelle. Ab Anfang 2022 sollen hier Batteriegehäuse für Luxuskarossen montiert werden. Foto: wey
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Dirk M. Schibisch (l.) und Markus Heynen auf der Baustelle. Ab Anfang 2022 sollen hier Batteriegehäuse für Luxuskarossen montiert werden.

Der Werkzeughersteller und Automobilzulieferer stellt sich auf die zukünftigen Veränderungen in der Auto-Industrie ein.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. 3000 Quadratmeter zusätzliche Lager- und Produktionsfläche – Heyco baut an seinem Standort Bergisch Born kräftig an. Der Werkzeughersteller und Automobilzulieferer stellt sich auf die zukünftigen Veränderungen in der Auto-Industrie ein. Und nutzt dafür das Potenzial einer mehr als 15 Jahren zurückliegenden Entscheidung.

„Dieses Lob gebührt meinem Vater“, sagt Geschäftsführer Markus Heynen. Als das Unternehmen 2004 ein Werk der Barmag übernahm, entschied Ernst-Peter Heynen, etwas mehr zu investieren und mit dem Gebäude gleich das ganze, rund 24 000 Quadratmeter große Grundstück zu kaufen. Während die halbe Remscheider Wirtschaft mehr oder minder verzweifelt nach Flächen sucht, konnte Heyco so 2014 ein großes Lager bauen und nun zusätzliche Kapazitäten schaffen. Und hat danach noch Platz für eine weitere, rund 3000 Quadratmeter große Halle, die mit dem aktuellen Bauprojekt gleich mitgeplant und mitgenehmigt wurde.

„Wir brauchen den Platz“, sagt Geschäftsführer Dirk M. Schibisch, der bei Heyco unter anderem den Geschäftsbereich Technische Kunststoffe verantwortet. „Wir platzen aus allen Nähten.“ In der neuen Halle sollen insbesondere Batterie-Gehäuse für die Fahrzeugindustrie montiert werden, konkret für einen süddeutschen Hersteller hochmotorisierter Luxuskarossen. Das Personal dafür sei bereits eingestellt, sagt Schibisch. Denn obwohl man auf ausgebildete Fachkräfte zurückgreife, seien die hier angewendeten Produktions- und Messtechniken teils so neuartig, dass das Personal vor dem Start erst geschult werden muss.

Autobranche hat den Corona-Schock überwunden

Die Auto-Branche steckt mitten in einem Transformationsprozess. Und damit auch Zulieferer wie Heyco. Das sei, sagt Schibisch, die Aufgabe der dritten Generation der Gründerfamilie, nachdem die erste das Unternehmen gegründet und die zweite die Produktpalette erweitert hat und ins Ausland expandiert ist. Heute schon sei rund die Hälfte aller Heyco-Kunststoffteile für die beiden Bereiche E-Mobilität und autonomes Fahren gedacht. Und dieser Anteil werde mit der weiteren Entwicklung in der Branche zunehmen.

„Da werden völlig neue Teile entstehen“, sagt Heynen. So produziert Heyco bereits das VW-Emblem für viele Fahrzeuge der Wolfsburger, das inzwischen aber, anders als früher, durchlässig für Radar-Strahlung ist. Eine Voraussetzung für die Assistenzsysteme im Bereich autonomes Fahren. Und während der Bedarf an Schmiedekomponenten in der Abgastechnik abnimmt, weil der Verbrennungsmotor an Bedeutung verliert, entwickelt Heyco geschmiedete Batteriehalterungen, die die Stromspeicher bei Unfällen schützt.

Den Corona-Schock habe die Auto-Branche überwunden, sagt Markus Heynen: „Das ist komplett vorbei.“ Dafür kämpfe man wieder mit dem Fachkräftemangel und Lieferschwierigkeiten bei Rohstoffen und Vorprodukten. „Das trifft uns gleich doppelt“, erklärt Dirk M. Schibisch. Weil Kunststoffgranulat knapp geworden ist. Und weil der Autoindustrie Chips fehlen. „Wenn deswegen keine Autos gebaut werden können, braucht auch niemand unsere Teile.“

Dadurch sei die Branche unübersichtlicher geworden, meint Schibisch: „Planen war gestern.“ Doch die Investition in das neue Gebäude sei ohnehin viel langfristiger angelegt. Man orientiere sich an den Planungen des Herstellers, die derzeit bis ins Jahr 2030 reichen. „Und darüber hinaus haben wir ja noch weitere Ausbaureserven.“

Hintergrund

Heyco wurde 1937 gegründet und produzierte zunächst nur Handwerkzeuge. Weil man diese auch an Autohersteller lieferte, verfügte das Unternehmen über die nötigen Kontakte, um sich ab 1980 zu einem Automobilzulieferer im Bereich Kunststoff- und Schmiedeteile zu entwickeln. Weltweit arbeiten etwa 1100 Menschen für Heyco, am Standort Bergisch Born sind es etwa 250 Mitarbeiter in der Stammbelegschaft und aktuell rund 150 Leiharbeiter.

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