Prozess

Heimliches Sexvideo: Geldstrafe nach Falschaussage

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal hat das Urteil des Amtsgerichts bestätigt.

Der 29-jähriger Angeklagter hat falsch ausgesagt, um seinen Bekannten zu schützen.

Von Dirk Lotze

Remscheid. In einem Strafprozess um ein heimlich gedrehtes Privat-Sexvideo hat das Landgericht ein weiter nicht rechtskräftiges Urteil des Amtsgerichts bestätigt. Der vorbestrafte Angeklagte (29) soll bei der Polizei falsch für einen Bekannten ausgesagt haben, damit der nicht als Urheber von unerlaubten Aufnahmen einer Intimpartnerin bestraft werden sollte. In der Berufung vor den Wuppertaler Richtern blieb es bei Geldstrafe für versuchte Strafvereitelung in Höhe von 2800 Euro. Der Angeklagte hatte Freispruch beantragt und verließ während der Urteilsverkündung unter Protest den Saal. Dem Vorsitzenden Richterin rief er zu: „Das ist doch der letzte Mist!“

Laut Feststellungen hatte der Angeklagte im Januar 2022 alkoholisiert im Streit um Eifersucht seiner damaligen Partnerin gesagt: Er habe sich nicht mit ihrer besten Freundin treffen wollen. Von der gebe es „ein Video“. Das habe ihm sein Bekannter in einer Kneipe gezeigt. Die beiden Frauen stellten darauf den Urheber der Aufnahmen zur Rede. Der habe unter Tränen gestanden und das Video gelöscht: Er bedaure den Übergriff. Die Aufnahmen sollen den Rücken der Geschädigten beim Geschlechtsverkehr gezeigt haben.

Kameramann steht jetzt auch wegen Falschaussage vor Gericht

Der Vorwurf gegen den Angeklagten: Er behauptete als Zeuge vor der Polizei, er habe nie etwas von einem Video gewusst. Bei dieser Version blieb er im Prozess. Seine nun getrennte Freundin habe sich alles ausgedacht – um ihm zu schaden.

Der rechtskräftig verurteilte Kameramann (27) und Mitdarsteller des Videos hatte im Prozess zunächst gefehlt. Zum letzten Verhandlungstag erschien er zur Aussage. Ihm folgten nach kurzer Zeit drei Polizistinnen nach: Der Mann hat zwar sein Urteil angenommen und auf Berufung verzichtet; gegen ihn lag aber ein Haftbefehl vor, weil er die verhängten 1050 Euro Strafe nicht bezahlt hat. Bevor er abgeführt wurde, erklärte er im Zeugenstand: Es habe nie ein Video gegeben. Dafür erwartet ihn nun ein neues Verfahren wegen falscher Aussage. Der Mann war Auszubildender im Sicherheitsgewerbe und ist derzeit arbeitslos.

Gegen das Urteil können erneut Rechtsmittel eingelegt werden

Bei dem wütenden Auszug aus dem Gericht nahm der Angeklagte mit einem „Komm, wir gehen!“ seine neue Freundin mit hinaus. Die Strafe entspricht seinem Facharbeiter-Einkommen von 70 Tagen. Er kann erneut Rechtsmittel einlegen.

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