Volkstheater

Absagen: Heimatbühne muss Theatersaison vorzeitig beenden

Die Heimatbühne kehrte Samstag mit Schwank zurück: „Sechs Richtige für Nepomuk“ amüsierte die Besucher prächtig.
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Die Heimatbühne kehrte mit Schwank zurück: „Sechs Richtige für Nepomuk“ amüsierte die Besucher prächtig.

Corona beendet auch diese Freiluft-Saison vorzeitig. Jetzt hofft der Verein auf September.

Remscheid. Die Volksbühne Lüttringhausen muss ihre beiden Aufführungen an diesem Wochenende absagen.

Grund sind zahlreiche Ausfälle durch Corona, teilt Udo Leonhardt für die Lüttringhauser Volksbühne mit. Eigentlich sollte am Samstag und Sonntag, 18. und 19. Juni, das Stück „Sechs Richtige für Nepomuk“ auf der Freilichtbühne in Lüttringhausen erneut aufgeführt werden - bei der Premiere hatte es viel Applaus für das Stück gegeben. Trotz der jetzigen Absage gibt es noch eine Chance, das Stück zu sehen.

Denn für Sonntag, 11. September, ist um 15 Uhr noch eine Aufführung im Teo Otto Theater Remscheid geplant. „Wir hoffen im September auf großen Publikumszuspruch und freuen uns auf Sie“, schreiben die Verantwortlichen auf ihrer Internetseite. In der Zwischenzeit sei jede noch so kleine Spende willkommen, da dem Verein durch den erneuten Corona-Abbruch einer Spielzeit Einnahmen fehlen.
Mehr Nachrichten aus Lüttringhausen finden Sie hier.

Unser Artikel vom zur Premiere vom 6. Juni:

Heimatbühne landet Volltreffer - Bei Sechs Richtige für Nepomuk“ passt alles zusammen

Remscheid. Schon der Bühnenaufbau für das Stück „Sechs Richtige für Nepomuk“ der Lüttringhauser Heimatbühne ist liebevoll und bis in die Kleinigkeiten stimmig: Die Wirtschaft Bandwirker-Stube, in der Kipper-Pils ausgeschenkt wird, hat einen Außentisch und drei Sitzgelegenheiten aufgebaut, etwas entfernt steht das Haus des Kolonialwarenhändlers Remus vom Holz, dazwischen wohnt das bergische Original Kunigunde Pröttelskopp. Ein Korbmacher stellt seine Waren aus. Ein kleines bergisches Dorf ist das. Die Geschichte, die in zwei Stunden erzählt wird, ist in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts angesiedelt.

Das Dorffest steht an, inklusive großer Verlosung. Was für manche der mehr schlecht als recht lebenden Geschäftsleute recht kommt. Mit dem Hauptpreis von 100 000 Reichsmark wären die größten Sorgen erledigt. Insbesondere Thusnelda Knallgans, Ehefrau des Gaststätteninhabers Nepomuk, hat es auf das Geld abgesehen. Und sie scheut, so merken die Besucher der Heimatspielbühne schnell, vor illegalen Machenschaften nicht zurück, um den Hauptpreis zu erhalten. Auch andere Personen der Geschichte wollen etwas erhalten: Peter vom Holz betet seine große Liebe Luisa Knallgans an und der österreichische Offizier Ferdinand Poltbacher will „die Schmach von 1918“ tilgen und unbedarfte Bewohner des kleinen Dörfchens rekrutieren. Wie so oft in Komödien, kommt vieles anders, als es zu Beginn ausgesehen hat.

Mit viel Humor und gelegentlichen Seitenhieben auf die aktuelle Remscheider Politik hat Christian Wüster das Stück geschrieben. Auf den Punkt hat er das große Ensemble der Lüttringhauser Volksbühne in „Sechs Richtige für Nepomuk“ integriert. Jede Schauspielerin und jeder Schauspieler agiert wie sein Charakter, besonders deutlich zu bemerken beim Korbmacher Jupp Schlachtkamp (Fritz Dickel), der im Übrigen die Machenschaften des Ferdinand Poltbacher entschieden bekämpft.

Von den originellen Namen der handelnden Personen (Knallgans, Pröttelskopp, Schleppermelk, Müseprüm) hin zu den ausgesuchten Rollen der vielen Nebendarsteller: Es passt alles zusammen. Da hat Christian Wüster ausgezeichnete Arbeit geleistet. Das Stück macht Spaß und unterhält köstlich. Das Beste an der Premierenaufführung stand nicht im Drehbuch: Ein Schauspieler stockt im Text. Wüster schwenkt um von seiner Rolle als Ekelpaket Poltbacher und sagt dem Schauspieler die Worte, mit denen es weitergeht. „Ich muss es wissen“, sagt er staubtrocken. „Ich habe es geschrieben.“ Das Publikum amüsiert sich königlich.

Auch das Ende des Stückes ist gelungen. Die ersten drei Preise werden an die „Richtigen“ übergeben. Und die 100 000 Reichsmark gewinnt… nein, das verraten wir an dieser Stelle nicht.

Weitere Termine

Bei der Premiere des Schwanks von Christian Wüster waren rund 200 Besucher anwesend. Weitere Aufführungen von „Sechs Richtige für Nepomuk“ am 11., 12., 16., 18. und Sonntag, 19. Juni. Beginn ist jeweils um 16 Uhr. Inklusive Pause dauert die Aufführung zweieinhalb Stunden. Eintritt: Erwachsene 14 Euro, Jugendliche 7 Euro.

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