Heilige Drei Könige

Der Neujahrssegen kommt 2022 meist per Post

Die Sternsingerinnen Pia (14, v. l.), Ann-Sophie (15) und Kim (11) aus der Gemeinde St. Suitbertus bereiten alles für die Besuche in Kitas, Heimen und dem Rathaus vor. Foto: Roland Keusch
+
Die Sternsingerinnen Pia (14, v. l.), Ann-Sophie (15) und Kim (11) aus der Gemeinde St. Suitbertus bereiten alles für die Besuche in Kitas, Heimen und dem Rathaus vor.

Sternsinger besuchen nur das Sana-Klinikum, Kitas und einige Altenheime.

Von Peter Klohs

Remscheid. Eine der ältesten Traditionen innerhalb der katholischen Kirche ist das Sternsingen. Es geht zurück auf die in der Bibel beschriebenen Heiligen Drei Könige, die das neugeborene Kind von Maria und Josef anbeten. Als Erinnerung und lebendes Denkmal ziehen in jedem Jahr rund um den Dreikönigstag am 6. Januar drei zumeist verkleidete Kinder durch die Gemeinden, singen die Sternsingerlieder oder sprechen ein Gebet oder ein Gedicht, oft von einer oder einem Erwachsenen begleitet. Doch seit der Pandemie ist alles ein wenig anders. Das spürt auch die katholische Gemeinde St. Suitbertus.

„Im vergangenen Jahr konnte die Aktion gar nicht stattfinden“, erinnert sich Marion Kurp, die gemeinsam mit Rafaela Peil und Susanne Kuhstoß das Sternsingen für die Gemeinde leitet. „Die allgemeine Lage sieht wie folgt aus: Die Diözese in Köln hat bekanntgegeben, dass wir mit den Sternsingern zu den Menschen gehen können. Unser Pfarrer hat es dem Organisationsteam überlassen, die Tradition des Sternsingens möglichst sicher zu gestalten. Und wir drei haben letztendlich gesagt: Nein, das geht so nicht, das ist zu gefährlich.“

Und so gestaltet sich das Sternsingen in diesem Jahr anders. Im Vorfeld haben die drei Frauen die Umschläge für die 17 Begleitpersonen in den zu besuchenden Gebieten hergestellt und übergeben. Diese fertigen nun den Inhalt der jeweiligen Segensbriefe. Dazu gehört ein Aufkleber mit dem Segen (20*C+M+B*22), ein Dankesschreiben sowie ein Hinweis, wie die Menschen ihre Spende abgeben können, in diesen Zeiten zumeist per Überweisung auf das Konto der Gemeinde.

„Dafür machen wir das im Grunde“, erklärt Marion Kurp. „Die Aktion steht immer unter der Überschrift ‚Von Kindern für Kinder‘. In diesem Jahr ist das Motto der Aktion ‚Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit‘.“ Das Kindermissionswerk sammelt die Spenden bundesweit und führt sie ausgewählten Projekten zu. In diesem Jahr sind diese verstärkt in Afrika: Ghana, Ägypten, Süd-Sudan. „Als wir noch von Haus zu Haus gehen durften, kamen hier in der Gemeinde zwischen 16.000 und 18.000 Euro zusammen“, berichtet Kurp.

Die persönliche Begegnung ist nicht zu ersetzen.

Marion Kurp organisiert das Sternsingen in der Gemeinde St. Suitbertus

Die Aussendung der Sternsinger wurde am Dienstag in der Kirche St. Suitbertus in die Wege geleitet. Trotz miserablen Wetters und wegen der tiefliegenden Wolken kaum zu sehenden Kirchturm freuen sich Pia, Ann-Sophie und Kim auf ihre Aufgabe. Im großen Kircheninnenraum steht der mehr als fünf Meter hohe Weihnachtsbaum und die Krippe mit dem Jesuskind, wo der Brauch des Sternsingens seinen Ausgangspunkt hatte.

„Es gibt wenige Ausnahmen, die wir persönlich besuchen“, verrät Marion Kurp. „Wir gehen in das Sana-Klinikum, natürlich mit Termin und unter Wahrung der geltenden Corona-Regeln. Wir gehen in Altenheime, wo wir von draußen nach drinnen singen, was für die Bewohner immer etwas Besonderes ist. Wir besuchen darüber hinaus die Kitas in unserer Gemeinde. Und der Oberbürgermeister wird uns empfangen, wahrscheinlich wie im Vorjahr auf der Treppe vor dem Rathaus.

Die Hoffnung des Organisationsteams von St. Suitbertus richtet sich auf das nächste Jahr. Denn: „Die persönliche Begegnung ist nicht zu ersetzen“, sagt Marion Kurp.

Weitere Infos

Die katholischen Gemeinden in Remscheid entscheiden selbst, ob und wie der Brauch des Sternsingens 2022 durchgeführt wird. In Lüttringhausen werden die Segenswünsche am 16. und 17. Januar an den Haustüren der Gemeinde verteilt.
sternsinger.de

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Gegen Hauswand geprallt: Autofahrer aus Remscheid nach Unfall in Lebensgefahr
Gegen Hauswand geprallt: Autofahrer aus Remscheid nach Unfall in Lebensgefahr
Gegen Hauswand geprallt: Autofahrer aus Remscheid nach Unfall in Lebensgefahr
Hoher Krankenstand: Remscheider Stadtwerke müssen Busfahrten absagen
Hoher Krankenstand: Remscheider Stadtwerke müssen Busfahrten absagen
Hoher Krankenstand: Remscheider Stadtwerke müssen Busfahrten absagen
Feuerwehrleute werben als Fotomodelle um neue Mitglieder
Feuerwehrleute werben als Fotomodelle um neue Mitglieder
Feuerwehrleute werben als Fotomodelle um neue Mitglieder
Stadt Remscheid geht gegen die Telekom juristisch vor
Stadt Remscheid geht gegen die Telekom juristisch vor
Stadt Remscheid geht gegen die Telekom juristisch vor

Kommentare