Keine Änderung in Sicht

Verwahrlosung des Bahnhofs: Fäkalien auf Spielplatz, Müll auf Gleisen

Eher Treffpunkt für Raucher als für Kinder: Der Spielbereich am Hauptbahnhof gilt als Fehlplanung.
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Eher Treffpunkt für Raucher als für Kinder: Der Spielbereich am Hauptbahnhof gilt als Fehlplanung.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Eigentlich sollten dort einmal Kinder spielen, doch auf dem Spielplatz am Hauptbahnhof treibt sich augenscheinlich eine ganz andere Klientel herum.

Remscheid. Zigarettenkippen, Fäkalien und anderer Unrat sammeln sich hinter einem Bauzaun, der vor dem eigentlichen Geländer aufgestellt wurde. Für die CDU stellt sich deshalb die Existenzfrage: Ist das noch ein Spielplatz oder kann das weg?

Die Frage stellte sich in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid. Die Christdemokraten beklagten dort nicht nur den Zustand des Spielplatzes, sondern des gesamten Bahnhofareals. An den Fußgängerbrücken hafte der Rost, die Gleise seien vermüllt. „Damit gibt unser Hauptbahnhof für den Remscheid-Besucher nicht gerade eine schöne Visitenkarte ab“, befand Roland Gedig.

„Es ist uns bis heute nicht gelungen, die Bahn in Gang zu setzen.“

Michael Zirngiebl, TBR

Was die Roststellen angeht, konnte die Stadt die Politiker beruhigen. Für die Sicherheit der Bahnreisenden gehe davon keine Gefahr aus. Zu prüfen ist die Zukunft des Spielplatzes. „Wir reinigen den Bereich regelmäßig“, versicherte Michael Zirngiebl, Chef der Technischen Betriebe: „Wir sind nur leider immer langsamer als die Schmutzfinken.“ Dem Spielplatz fehle zudem jede Sozialkontrolle, erklärte der Betriebsleiter und erinnerte an dessen Ursprünge.

Entstanden war der Spielplatz mit dem neuen Hauptbahnhof, der 2009 eröffnet wurde. Eigentlich sollte er noch um eine Kletterwand erweitert werden, allerdings kam es nie dazu. „Im Grunde handelt es sich um einen Planungstorso“, hielt Zirngiebl fest.

Umso dringender sollte sich die Stadt um eine Nutzungsänderung des Bereichs bemühen, befand Waltraud Bodenstedt von der Wählergemeinschaft WiR: „Das ist einfach eine scheußliche Ecke.“ Doch die Tücke liegt auch hier im Detail. Für die Anlage des Platzes hat das Land seinerzeit Geld aus seinen Fördertöpfen locker gemacht. Sollte die Stadt die Geräte nun abbauen lassen, was mit einer Nutzungsänderung verbunden wäre, müsste sie die Fördergelder von damals zurückzahlen.

Das will keiner, weshalb unwahrscheinlich ist, dass sich absehbar tatsächlich etwas ändert. Das gilt nicht minder für den Hauptbahnhof insgesamt. Den sauberzuhalten, ist Aufgabe der Deutschen Bahn AG. „Die würde ich gern stärker in die Pflicht nehmen“, erklärte in der Bezirksvertretung Roland Gedig.

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„Wenn ich mich recht erinnere, hat doch Ihr Landtagsabgeordneter einen guten Draht zum NRW-Generalbevollmächtigten der Deutschen Bahn“, konterte Zirngiebl. Jens Nettekoven hatte sich zurückliegend für Verbesserungen insbesondere auf dem Bahnhof Lüttringhausen eingesetzt. Darüber hinaus machte Zirngiebl den Politikern wenig Hoffnung. Er mache seinen Job ja schon seit ein paar Jahren, erklärte Zirngiebl: „Es ist uns bis heute noch nicht gelungen, die Bahn in Gang zu setzen.“

Standpunkt von Axel Richter: Einen feuchten Kehricht

axel.richter@rga.de

Wenig ärgert die Remscheiderinnen und Remscheider mehr als Schmutz und Unrat auf den Straßen. Das zeigte sich am Mittwoch wieder am heißen Draht zur RGA-Redaktion. Mehr als ein Anrufer bat den Tüpitter, an diesem oder jenem Schandfleck in der Stadt dranzubleiben - immer verbunden mit der Hoffnung, die Berichterstattung könne dazu beitragen, den Unrat verschwinden zu lassen.

Um den Hauptbahnhof ging es dabei diesmal nicht. Sein Zustand wurde jedoch einmal mehr in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid zum Thema. Völlig zu recht beklagte die CDU dort einen völlig verwahrlosten Spielplatz sowie Müll auf den Bahngleisen. Dabei wird es jedoch allen Ärgers zum Trotz bleiben.

Denn wiewohl eine Fehlplanung wird der Spielplatz nicht einfach verschwinden, weil das die Stadt wiederum viel Geld kosten würde. Und der Müll bleibt ebenfalls auf den Gleisen. Weil die Deutsche Bahn sich einen feuchten Kehricht um ihren Haltepunkt in Remscheid kümmert.

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