Bau von Einfamilienhäusern

Hasten: Investor will bauen, Stadt lehnt ab

Der Wildwuchs im Dreieck zwischen Richard-/ Hastener- und Arturstraße soll weichen, ein Wohngebiet entstehen: (v.l.) Bernd Quinting, Otto Mähler, Michiel Ros. Foto: Andreas Weber
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Der Wildwuchs im Dreieck zwischen Richard-/ Hastener- und Arturstraße soll weichen und ein Wohngebiet entstehen: (v.l.) Bernd Quinting, Otto Mähler, Michiel Ros.
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Ortspolitiker fordern B-Plan für Projekt an der Richardstraße. Die Stadt sieht sich dazu wegen Personalmangel außerstande.

Remscheid-Hasten. „Kann das denn so schwer sein“, war das Erste, was Otto Mähler durch den Kopf schoss, als der Bezirksbürgermeister von den Problemen eines Investors hörte, eine Baulücke an der Hastener Richardstraße zu schließen. Bei der Stadtverwaltung beißt die Ros Baulandentwicklung GmbH (Egestorf) auf Granit. Geschäftsführer Michiel Ros will ein 12 000 Quadratmeter großes Areal in zweiter Reihe zwischen Hastener- und Richardstraße erschließen, um in attraktiver Südhandlage 20 Grundstücke für den Eigenheimbau zu verkaufen. Doch die Vorgespräche gestalten sich zäh.

2008 wurde an der Stelle vorübergehend der B-Plan 484 vorangetrieben. Dieser scheiterte damals an der Zuwegung. Das Problem ist mittlerweile aus dem Weg geräumt, weil Ros das Haus Hastener Straße 71 erwarb. Seitlich davon würde über dessen Hof ein Zufahrtsweg entstehen. Am 4. Januar 2018 hatte das Bauamt der Stadt in einem Schreiben signalisiert, dass der Einleitung eines Bauplanverfahrens nichts im Wege stünde. Seither rudert das Rathaus zurück.

Remscheid: Für die Bearbeitung des B-Plan gäbe es nicht genug Personal

Michiel Ros wie dem Rader Immobilienmakler Thomas Stennmanns wurde mitgeteilt, dass die Stadt aufgrund ihrer begrenzten personellen Ressourcen zunächst eigene Projekte bearbeite, mit einer Wartezeit von fünf Jahren zu rechnen sei. Im Gespräch mit dem RGA relativierte Baudezernent Peter Heinze dies etwas, ging von „mindestens zwei Jahren“ aus, bis sich seine Mitarbeiter mit dem B-Plan befassen könnten. Heinze spricht von einer „komplexen Flächensituation“, bei dem ein großer Themenkomplex abgearbeitet werden müsse. Von Altlasten, Hanglage bis zum ökologischen Ausgleich für den Wildwuchs, der die Fläche in unmittelbarer Nachbarschaft des Bolzplatzes Richardstraße bedeckt. Vor allem aber sei die Personalsituation zu berücksichtigen, die es nicht erlaube, das Anliegen zu bearbeiten, betont Heinze.

Die Ortspolitiker Bernd Quinting (CDU) und Otto Mähler (SPD) treibt dies auf die Palme. „Wir hatten an dieser Stelle am 17. November 2020 ein Gespräch, unter anderem mit Planungsamtsleiterin Christina Kutschaty, das in der frappierenden Aussage mündete: Wir haben keine Kapazitäten. Kommen Sie in einem Jahr wieder.“ Mähler wie Quinting schäumten. Der „gesunde Menschenverstand“ sage ihnen, dass Personal kein K.o.-Kriterium sein dürfe.

Das ist eine Blamage für die Stadtverwaltung.

Bernd Quinting, Ortspolitiker der CDU

„Die Wohnraumnachfrage ist da, hier wird geblockt“, ärgert sich Quinting mächtig. „Gerade wird der Kommunale Ordnungsdienst noch mal um sechs Stellen aufgestockt, während in dieser Fachverwaltung nichts mehr geht. Das ist eine Blamage und alles andere als investorenfreundlich.“ Mähler verweist zudem darauf, dass die Vereinbarung der Gestaltungsmehrheit im Rat vorsehe, Brachen zu füllen. Investor Ros, der das Grundstück von einem Remscheider erwarb, hält den Aufwand der Stadt dabei für überschaubar.

Eine Hürde vorab sei die Altlasten-Untersuchung. Diese wird im Auftrag von Ros in den nächsten Tagen durch einen Gutachter erfolgen. Neben dem Haus Nr. 71 war früher eine Härterei, an deren Stelle auch gebaut werden soll, angedockt an das Vorhaben Ros, aber im Auftrag einer Erbengemeinschaft. Abhängig von dem Bauprojekt ist ein weiteres der Familie Hermann an dem Parkplatz Hastener Straße 81, auf dem ein Mehrfamilienhaus geplant ist. Die Baulast für dessen Tiefgarage wäre aber an den B-Plan nebenan gekoppelt.

Die Ros Baulandentwicklung ist ein reiner Erschließungsträger. „Wir verkaufen unsere Baugrundstücke in der Regel junge Familien, die ihr Haus frei gestalten können.“ Geplant sind momentan um die 20 Einfamilienhäuser. „Wir sind aber völlig flexibel. Wenn die Stadt es wünscht, können es Doppelhäuser oder Mehrfamilienhäuser werden“, meint Diplom-Ingenieur Michiel Ros.

Bauausschuss

Otto Mähler, Vorsitzender des Bauausschusses, will für die Sitzung am 23. März einen Sachstand auf die Tagesordnung nehmen. Derweil will Michiel Ros den Antrag für einen Aufstellungsbeschluss, die Einleitung eines B-Plan-Verfahrens schriftlich formulieren.

Auch die Knusthöhe in Lennep könnte zum Wohngebiet werden - jedenfalls ist das weiter ein Streitthema in der Remscheider Politik.

In Radevormwald soll - unmittelbar an der Stadtgrenze zu Lennep - ebenfalls ein Baugebiet erschlossen werden. Das Baugebiet Karthausen soll mit Erdwärme beheizt werden.

Endlich gebaut wird in Remscheid an der Kirche St. Suitbertus.

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