Verkauf bei adventlicher Verköstigung

Warme Wohnung schadet dem Christbaum - Forstwirt gibt Tipps

Wolf Hasenclever vom Forstgut Ehringhausen startet den Weihnachtsbaum am kommenden Wochenende. Er gibt Tipps, wie der Baum den Umzug in die Wohnung am besten übersteht. Foto: Michael Schütz
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Wolf Hasenclever vom Forstgut Ehringhausen startet den Weihnachtsbaumverkauf am kommenden Wochenende. Er gibt Tipps, wie der Baum den Umzug in die Wohnung am besten übersteht.

Der Forstwirt Wolf Hasenclever verkauft in Ehringhausen frische Weihnachtsbäume.

Von Timo Lemmer

Remscheid. Den weitaus größten Teil des Jahresumsatzes macht der Familienbetrieb in Ehringhausen rund um Weihnachten. Vor allem mit dem Verkauf von Weihnachtsbäumen, aber auch mit allerlei Events und Bewirtung drumherum verdient der Familienbetrieb Forstgut Ehringhausen (siehe unten) sein Geld.

Und doch käme Wolf Hasenclever nie auf die Idee, seine Tannen schon vor Mitte Dezember zu verkaufen und so die ertragreichen Tage zu verlängern: Das ginge dem Forstwirt gegen seine Ehre.

„Ich werbe für Bäume, die frisch sind.“

Forstwirt Wolf Hasenclever

Er schüttelt den Kopf, wenn er Discounter und Baumärkte sieht, die bereits seit Tagen Weihnachtsbäume verkaufen: Diese Bäume seien dann zum Fest bereits acht Wochen alt. „Ich werbe für Bäume, die frisch sind.“ Vor allem hat das den Grund, „dass unsere Wohnungen heute alle viel zu warm sind“. Wer falsch mit seinem Baum umgehe, nicht auf Frische setze, dem könne es passieren, „dass der Baum nach einer Woche schon kahl ist“.

Remscheid: Hasenclever gibt Tipps

Die warmen Wohnungen stellen die Bäume vor Probleme. Hasenclever gibt hierzu den Tipp: „Den Baum nicht direkt aufstellen. Wir haben aktuell nachts 0 Grad. Wer den Baum direkt von draußen aufstellt, ohne ihn ein, zwei Tage in Garage oder Keller bei einer Übergangstemperatur daran zu gewöhnen, bei dem wird der Baum beim Wechsel von 0 auf 21 Grad einen Schock erleiden.“ Hasenclever rät außerdem: „Die durchschnittliche Tanne von zwei Metern braucht sicherlich 0,3 bis 0,5 Liter Wasser am Tag.“ Ein Ständer mit ausreichend Flüssigkeit sei daher entscheidend.

„Absolutes Gift für Bäume ist die Kombination aus Fußbodenheizung und zu wenig Wasser“, weiß Hasenclever. Übrigens vermietet der Forstwirt keine Weihnachtsbäume – oder verkauft noch welche mit Ballen: „Zwei Drittel der Bäume gehen ohnehin nicht an. Beim Abschlagen wird in der Regel zu viel abgetrennt. Da werden die Kunden veräppelt, ich rate davon ab.“ Stattdessen rät er zu frischen Bäumen vom Profi – so wie in Ehringhausen.

Unter Beachtung der Corona-Maßgaben – nach aktuellem Stand 3G und mit ausreichend Abstand – lädt er am Wochenende zum Verkauf. Am 11. und 12. Dezember gibt es seine Bäume bei adventlicher Verköstigung mit Glühwein, Bratwurst oder Waffel auf dem Forstgut zu erwerben. Ab dem 17. Dezember bis einschließlich 24. Dezember bietet die Familie den Weihnachtsbaumverkauf dann täglich an. Die Wochenendtermine finden ebenso wie der tägliche Verkauf von 10 bis 17 Uhr statt.

Der durchschnittliche Baum misst etwa 2 Meter Höhe

Hasenclever weiß zu berichten: Der durchschnittliche Baum zum Fest ist 2 bis 2,1 Meter groß und zu 95 Prozent eine Nordmanntanne. „Dabei sind die Preise stabil“, sagt Hasenclever, der für den Durchschnittsbaum 40 Euro verlangt. „Die Leute denken dabei in der Regel, ein Baum dieser Größe sei vielleicht fünf Jahre alt.“ Dabei bedürfe es zwölf bis 14 Jahre Arbeit und Pflege, ehe ein Weihnachtsbaum in den Verkauf gehen kann. Für dieses Jahr prophezeit Hasenclever „tolle Bäume“, da es „endlich mal wieder bergische Nässe“ gegeben habe: Wenn die Sommer nicht allzu trocken seien, sei es ideal.

Dabei würden seine Tannen unter den letzten Dürre-Jahren nur wenig leiden – und unter dem Borkenkäfer gar nicht. Der habe nur seinen Fichtenbestand eliminiert. „Pfahlwurzler wie die Tanne kommen mit der Trockenheit gut zurecht.“ So sei es Fichten und Buchen zuletzt zwar schlecht ergangen, „bei der Nordmanntanne gibt es aber keine größeren Ausfälle.“ Einem Weihnachtsfest mit frischem und eben nicht kahlem Baum aus Ehringhausen steht damit nichts im Wege.

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Rund um das Forstgut Ehringhausen

Betrieb: Das Forstgut Ehringhausen ist ein Familienbetrieb. Er bewirte den Betrieb, der seit 1885 in Familienbesitz sei, nun in fünfter Generation, sagt Wolf Hasenclever: „Ich bin dabei der Erste, der das im Nebenerwerb macht.“ Der 54-Jährige ist im Hauptberuf leitender Einkäufer für Holz- und Baustoffe. Auf dem Forstgut sind vor allem seine Frau und ihre vier Kinder involviert.

Größe: Um die 100 Hektar Wald umfasst das Forstgut. Dabei wird der Forstwirt bald „fichtenfrei“ sein: „Laubhölzer und diverse Mischbestände werden auf diesen Flächen nun eingesetzt.“

Nach Feiertagen: Weihnachtsbäume werden zu Komposterde.

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