Ausweichhallen sind bis zu 98 Prozent belegt

Sporthalle Neuenkamp geschlossen: Handballer gehen Kompromisse ein

Handball: HG LTG/HTV Remscheid - Bonn
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Auf Duelle am Kreis wie hier Dominic Luciano (rotes Trikot) im Regionalliga-Heimspiel der HG Remscheid gegen TSV Bonn rrh. werden die Zuschauer in der Halle Neuenkamp verzichten müssen.

In der Sporthalle Neuenkamp stehen wieder Betten. So kann es als Notfallkrankenhaus dienen, jedoch ist kein Training möglich. Die Vereine disponieren darum um.

Von Andreas Weber

Remscheid. Am 14. Januar hätte Handball-Regionalligist HG Remscheid in einem Heimspiel die SG Langenfeld empfangen sollen. Der Hinspieltermin ist getauscht worden, die HGR spielt stattdessen am 15. Januar zunächst in Langenfeld. Hintergrund: Die Sporthalle Neuenkamp, Spielort des ranghöchsten Remscheider Handballvertreters, ist wieder als Behandlungsplatz hergerichtet worden. Sollten die Bettenkapazitäten in den hiesigen Kliniken eng werden, stünde Neuenkamp als Notfallkrankenhaus – wie es früher offiziell hieß – zur Verfügung. Auf Hinweis des Bundes ist die zusätzliche medizinische Infrastruktur nach dem Weihnachtsfest wieder hergestellt worden.

Die Betten stehen, Training und Wettkämpfe sind somit nicht mehr möglich. Die Handballvereine, die 2022 seit Montag im Saft stehen, stellt dies vor Probleme. „Jetzt haben wir schon die 2Gplus-Regel, da macht diese Schließung das Training nicht einfacher“, kann Sportamts-Koordinator Markus Dobke den Frust nachvollziehen. Hallensport in Remscheid ist schwierig – nicht nur aufgrund der pandemischen Lage. Denn die Sporthalle West in Reinshagen ging nach der Schließung des zentralen Impfzentrums Ende September nahtlos in eine aufwendige Renovierungsphase, die bis zum Sommer andauern wird.

Die Möglichkeiten auszuweichen, sind fast auf null reduziert.

Markus Dobke, Sportamt

Unter dem Strich bleibt von den großen Hallen nur Hackenberg übrig. „Das Problem ist, dass die großen Hallen mit ihren Belegungen zu 98 Prozent voll sind, da sind die Möglichkeiten auszuweichen, fast auf null reduziert“, stellt Markus Dobke fest. Die HG Remscheid ist schon auf die Halle Klausen in Lüttringhausen ausgewichen, weil dort auch Zuschauer dabei sein können. Knackpunkt ist dort jedoch momentan eine Haftungsfrage: In Klausen ist Harz bei Spielen verboten, in der Regionalliga aber ein Muss, um wettbewerbsfähig zu sein.

Am Montagnachmittag wurde dafür eine Lösung gefunden. In einem anderthalbstündigen Gespräch von Vertretern der HG, LTV, RTV und HC BSdL (Ballsport durch Leidenschaft) im Rathaus mit Markus Dobke wurde nicht nur beratschlagt, wie der Neuenkamp-Ausfall halbwegs kompensiert werden kann, auch beim Harzen gibt es ein positives Signal. „Die Handballer werden für die Zeit, in der sie nicht in Neuenkamp spielen dürfen, für Klausen eine Sondergenehmigung erhalten. Sie müssen nur nach Training und Spielen abends wieder für Sauberkeit in der Halle sorgen“, gibt Dobke bekannt.

Alle machen in dieser erneuten coronabedingten Notsituation wieder mal Kompromisse. „Ich schätze, dass die betroffenen Vereine nur noch auf 75 Prozent ihrer sonstigen Zeiten kommen.“ Dobke stieß überall auf Verständnis und Lösungswillen. Dafür müssen vereinsintern Mannschaften beim Training zusammengelegt werden. Zufriedenheit herrscht darüber, dass die 2Gplus-Regel aufgeweicht wird. Sie stellte für die Klubs eine kaum stemmbare Aufgabe dar. Die Landesregierung hat gerade Lockerungen in Aussicht gestellt, die darauf hinauslaufen, dass geboosterte Sportler keine beaufsichtigten Selbsttests vor jedem Training absolvieren müssen.

Ein Problem, dass das Sportamt neben dem Vereinssport umtreibt, sind die Schulen. In Neuenkamp findet auch viel Sportunterricht statt. Auch dort muss hin- und hergeschoben werden. Das trifft zum Beispiel die Albert-Einstein-Gesamtschule (AES), die ihr eigenes, sanierungsbedürftiges Hallenreservoir nur noch sehr begrenzt nutzen kann.

Die AES ist zum Beispiel in Hölterfeld und der Wilhelmstraße unterwegs. Bei den Schulen müsse man aufgrund der Knappheit auf Alternativen setzen, betont Markus Dobke: „So leid es mir für die eine oder andere Schule tut, aber in der Abwägung ist ein Leistungskurs der AES wichtiger als der OGS-Betrieb der Walther-Hartmann-Grundschule.“

Testpflicht

Die Testpflicht vor Training, Kursen und Spielen empört alle Sportvereine. Übungsleiter müssen derzeit noch die Selbsttests durchführen. 2G+ frisst Zeit bei allen Beteiligten und bestrafe die Sportler, die sich bislang vorbildlich an alle Beschränkungen gehalten hätten, klagen die Clubs. Dies soll sich partiell ändern, nachdem NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst angekündigt hat, dass Geboosterte von einer zusätzlichen Testpflicht befreit werden.

Überblick über die Corona-Regeln in Remscheid.

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