Sanierung

Halle West: So lange dauert der Umbau

Die Halle West wird zurzeit umfangreich saniert.
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Die Halle West wird zurzeit umfangreich saniert.

Die Sanierung des ehemaligen Impfzentrums verzögert sich und wird deutlich teurer.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die Sanierung der Halle West wird deutlich länger dauern als ursprünglich gedacht. Und sie wird auch wesentlich teurer. 2,9 Millionen Euro und etwa neun Monate Bauzeit wurden noch im September dafür angesetzt. Inzwischen gehe man von Baukosten von etwa 4,4 Millionen aus, berichtet Sebastian Allkemper vom Gebäudemanagement der Stadt. Der Abschluss der Arbeiten sei statt für diesen für den kommenden Sommer geplant.

Sebastian Allenkemper (l.) und Martin Sternkopf in der Halle West.

Hauptgrund für die Mehrkosten sei die erst im März beschlossene Erhöhung der maximalen Besucherkapazität. Bislang durften bis zu 900 Menschen in die Halle, zukünftig werden es 1500 sein. Um das zu erreichen, müsse man die Rettungswege verbreitern und die Lüftung deutlich vergrößern, erklärt Allkemper: „Das hat einiges gekostet.“

Lesen Sie dazu auch: Kernsanierung der Halle West - Besucherkapazität wird erhöht

Der Rest seien die bekannten „konjunkturellen Gründe“: knappes Baumaterial und gut ausgelastete Handwerks- und Baufirmen. „Zum Glück haben wir die Hauptgewerke inzwischen vergeben“, sagt Sebastian Allkemper. Denn den „großen Andrang“ habe es bei den Ausschreibungen nicht gegeben: „Die Firmen habe alle gut zu tun.“

Ende 2020 wurde die Halle West in der Wallburgstraße zum städtischen Corona-Impfzentrum umfunktioniert, das im Herbst 2021 geschlossen wurde. Seither arbeitet die Stadt daran, das Gebäude zu modernisieren. „Die Gelegenheit war günstig“, sagt Martin Sternkopf, Leiter des städtischen Sportamtes. Die Halle habe gute 40 Jahre auf dem Buckel, entsprechend alt sei die Technik.

„Das ist eine harte Zeit für den Sport, das gebe ich zu.“

Martin Sternkopf, Sportamt, über die Zeit des Umbaus

Die Kapazitätserweiterung sorge zwar für weitere Verzögerungen, sie jetzt mit in Angriff zu nehmen, sei aber sinnvoll: „Aus ihrer Historie ist die Halle West vor allem als Mehrzweckhalle geplant gewesen“, so Sternkopf. Vor Corona habe es immer mal wieder Anfragen für Veranstaltungen in dieser Größenordnung gegeben.

Während in der Halle selber nur die Lüftung und die Farben des Geländers ausgetauscht werden, sind in den Räumen drumherum umfangreichere Arbeiten geplant.

Erneuert würden vor allem die Installationen, sagt Allkemper, darunter Sanitär und Strom, aber eben auch die Lüftungsanlage, die mit ihren neuen Dimensionen nicht mehr ins Gebäude passt, sondern demnächst auf einem Vordach Platz findet. Zudem werde das Dach saniert, inklusive größerer Rauchabzüge. Auch eine Photovoltaik-Anlage samt Stromspeicher sei geplant, allerdings suche man derzeit noch nach Fördermitteln: „Aber das haben wir im Blick.“

Grundlegend verändern könnte sich darüber hinaus die Optik der Halle, die gelben und braunen Farbtöne, typisch für solche Bauwerke aus den 80er-Jahren, seien nicht mehr zeitgemäß, findet Allkemper. Was stattdessen komme, stehe aber noch nicht fest. Das sei Sache des Sportamtes.

Das denkt derweil schon über den Abschluss der Sanierungsarbeiten hinaus, macht dessen Leiter Martin Sternkopf klar: „Wir überlegen, wie wir das Außengelände gestalten.“ Denkbar seien Bänke, um die Aufenthaltsqualität rund um die Halle zu erhöhen. Zudem sei man auf der Suche nach einem neuen Betreiber für den Kiosk. Der rechne sich auch, weil sich in der Nähe ein Skatepark und ein beliebtes Wanderziel befinde. Die extra fürs Impfzentrum geschaffenen Parkplätze neben der Halle sollen übrigens erhalten bleiben.

Insbesondere die Strom- und Elektroinstallation wird erneuert.

Wenn die Halle West Mitte 2023 wiedereröffnet wird, stand sie rund zweieinhalb Jahre nicht für den Sport zur Verfügung. In normalen Zeiten wird die Halle vor allem für Schulsport und Hockey, aber auch für Tanzturniere und Yoga-Events genutzt. „Das ist eine harte Zeit für den Sport, das gebe ich zu“, sagt Sternkopf. Ziel sei es aber, zusammen mit den Veränderungen auf den Sportplätzen nebenan, wo unter anderem ein Feld-Hockey-Platz entsteht, die Infrastruktur nachhaltig zu verbessern: „Wenn wir einmal fertig sind, haben wir die top-modernste Sportanlage in Remscheid.“

Hintergrund

Das Sportzentrum Reinshagen besteht aus der Sporthalle West, einem kleineren Kunstrasenplatz, der bald für Feldhockey vergrößert wird, einem Naturrasenplatz im Stadion Reinshagen sowie einem weiteren Kunstrasenplatz und verschiedenen Anlagen für die Leichtathletik.

Sebastian Allenkemper (l.) und Martin Sternkopf in der Halle West. Während in der Halle selber nur die Lüftung und die Farben des Geländers ausgetauscht werden, sind in den Räumen drumherum umfangreichere Arbeiten geplant, insbesondere die Strom- und Elektroinstallation wird erneuert. Fotos: Michael Schütz 

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