3,7 Millionen Euro Kosten

Kernsanierung der Halle West: Besucherkapazität wird erhöht

Letzte Nutzung der Sporthalle West vor der Kernsanierung: Bild vom Aufbau des Impfzentrums im Dezember 2020. Archivfoto: Michael Schütz
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Letzte Nutzung der Sporthalle West vor der Kernsanierung: Bild vom Aufbau des Impfzentrums im Dezember 2020.
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Die Kernsanierung der Sportstätte in Reinshagen wird um 515.000 Euro teurer und dauert länger als geplant.

Von Andreas Weber

Remscheid. Die Kernsanierung der Sporthalle West wird nicht, wie ursprünglich kalkuliert, im Sommer abgeschlossen sein, sondern deutlich später. Eine genaue Auskunft kann das städtische Gebäudemanagement noch nicht geben, sondern erst, wenn ein angepasster Rahmenzeitplan der Bauarbeiten vorliegt. Verbunden ist die Verzögerung mit einer Kostensteigerung auf 3,782 Millionen Euro. Dafür soll die Halle aber auch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach erhalten und die Besucherkapazität auf 1500 erhöht werden.

Als einzige genehmigte Mehrzweckhalle in Remscheid sind derzeit nur Veranstaltungen mit bis zu 900 Personen möglich. Der Vorschlag aus dem Sportamt, nachzubessern, wird im Zuge der seit Oktober laufenden Arbeiten umgesetzt. Für 265.000 Euro Bau- und Honorarkosten werden die für die Kapazitätserweiterung nötigen zusätzlichen Fluchtwege geschaffen sowie ein weiteres behindertengerechtes WC. Im Sportausschuss beruhigte Dezernent Thomas Neuhaus all diejenigen, die befürchten, dass der Eventcharakter an oberster Stelle stehen werde.

Erst der Schulsport, dann die Vereine, schließlich die Veranstaltungen.

Thomas Neuhaus, Dezernent

„Die Prioritäten sind eindeutig: Erst kommt der Schulsport, dann die Vereine und erst danach öffnen wir uns für andere Veranstaltungen.“ Neuhaus verhehlte aber nicht, dass man bei der überfälligen Kernsanierung im Bereich Elektrik, Sanitär und Belüftung die Gelegenheit beim Schopfe habe packen wollen. Denn, so sagt Sportamtsleiter Martin Sternkopf: „Es gibt immer wieder Anfragen für eine Nutzung über den Sport hinaus.“ Daraus erwachse jedoch nicht die Idee, die Halle aktiv zu vermarkten. Neuhaus betonte aber auch: „Eine Großstadt mit 111.000 Einwohnern benötigt aber auch solche Stätten.“

Die Diskussion um den Umbau der Halle währt verwaltungsintern mehr als zwei Jahre. Die Technik ist in die Jahre gekommen, der nicht mehr ausreichende Brandschutz ist ein ganz neuralgischer Punkt. In den acht Monaten, in der die Halle West 2021 als städtisches Impfzentrum diente, konnte eine Nutzung vertreten werden, weil die Sportstätte Tag und Nacht bewacht war.

Nach der Schließung bestand allerdings dringender Handlungsbedarf. Kosten von 2,994 Millionen Euro waren im Haushalt bislang abgebildet. Mit fortschreitender Planung stellte das Gebäudemanagement jedoch im November fest, dass es zu deutlichen Steigerungen bei der Sanierung der Innenräume und der Gebäudehülle kommt. Allein durch die konjunkturelle Entwicklung schossen die Kosten um 515 000 Euro in die Höhe. Während die Erhöhung der Besucherzahl weitere 265.000 Euro nach sich zieht, muss die Stadt für die Solarenergie kaum etwas in die Hand nehmen. Das Land NRW fördert für kommunale Gebäude Photovoltaik auf dem Dach in Kombination mit Batteriespeichern mit 90 Prozent. Die restlichen zehn Prozent (20.000 Euro) muss die Stadt übernehmen.

Die Photovoltaik auf der zum Parkplatz ausgerichteten Dachfläche ist nur eingeschränkt möglich. Aufgrund der Verschattung der Bäume kann nur rund ein Drittel des Dachs genutzt werden. Auf rund 90 Quadratmeter Fläche sollen dann 52 Module platziert werden.

Strom: Halle West versorgt sich selber

Die Photovoltaik auf dem Dach der Halle West soll eine Größe von 21 kWp haben. Mit ihr könnten im Jahr circa 18.500 kWh Strom erzeugt werden. Da die Anlage mit Batteriespeicher gebaut wird, wären 97 Prozent des erzeugten Stroms im Gebäude nutzbar. Dies entspräche 10,1 Tonnen CO2-Minderung pro Jahr. Lediglich drei Prozent würden als Überschuss ins Stromnetz eingespeist. Die Stadt schätzt, dass der energiebezogene Ausstoß der Halle von 97,7 Tonnen (69 für Gas, 28,7 für Strom) auf 87,6 Tonnen reduziert werden kann.

Lesen Sie auch: Der Kunstrasen neben dem Stadionrasen in Reinshagen wird in den kommenden Monaten ausgetauscht.

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