Prozess

Haftstrafe für Vater nach Missbrauch zweier Töchter

Landgericht Wuppertal
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Das Landgericht in Wuppertal.

Das Landgericht Wuppertal verurteilte den 40 Jahre alten Mann nach seinem Geständnis zu fünf Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Ein angeklagter Vater aus Remscheid muss für sexuellen Missbrauch zweier Töchter ins Gefängnis. Das Landgericht Wuppertal verurteilte den inzwischen 40 Jahre alten Mann nach Geständnis zu fünf Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Bewährung ist bei dieser Höhe ausgeschlossen. Die geschädigten Schwestern waren während der Übergriffe teils im Kindesalter. Die vorsitzende Richterin verdeutlichte dem Mann in der vorläufigen, mündlichen Urteilsbegründung: „Es geht um Taten, die die Opfer ihr Leben lang belasten werden. Sie haben Ihren Kindern Leid zugefügt, und damit werden Sie sich auseinandersetzen müssen.“

Der Angeklagte ist Handwerker und hat in der Industrie gearbeitet. Vorübergehend war er selbständig. Dem Urteil zufolge ereignete sich der erste Übergriff des Mannes auf die ältere Tochter im Jahr 2009, ausgehend vom gemeinsamen Kuscheln. Sie war damals sieben Jahre alt. Der Vater habe sie gefragt, ob sie wisse, „wie man Kinder macht“ und habe dann seine Tat begonnen. Die meisten Anklagepunkte bezogen auf die Zeit ab 2017. Tatort sei überwiegend ein Kinderzimmer gewesen. In einem Fall ging es um ein Geschehen Anfang 2019 zu Lasten der jüngeren Tochter. Laut Mitteilung der Verteidigung ging der Mann kurz darauf ins Ausland, ohne dass ein Strafverfahren gegen ihn lief. Die ältere Tochter habe ihn angezeigt, nachdem er im Herbst 2020 zurückkehrte.

Laut Gericht ist das Urteil etwas milder, als die Staatsanwaltschaft beantragt hatte, um das Geständnis des Mannes zu berücksichtigen. Grund für dessen hohen Wert sei der Schutz für die Geschädigten: Damit blieb den Töchtern die Befragung im Gericht zu Tatabläufen erspart, was extrem belasten und bis ins Intimleben gehen würde. Die immer noch jugendliche jüngere Tochter habe in dem Verfahren nicht einmal vor der Polizei aussagen müssen. Die vorsitzende Richterin hatte bereits in der Verhandlung klar gestellt, dass der Angeklagte beide Kinder durch sein Verhalten im Prozess ins Recht gesetzt hat: „Niemand kann mehr in Zweifel ziehen, was sie sagen.“ Das sei für die Verarbeitung wichtig.

Weiter dem Gericht zufolge ging der Mann davon aus, bereits im Jahr 2017 entdeckt worden zu sein. Er habe dennoch weitere Taten begangen und sie sogar intensiviert. Anhand von ärztlichen Gutachten gehe das Urteil von voller Schuldfähigkeit aus.

Die getrennt lebende Frau des Angeklagten hatte den Richterinnen und Richtern im Zeugenstand erklärt: „Ich möchte nicht länger mit dieser Person in einem Raum sein. Ich will gehen.“ Zu den Taten sagte sie nichts. Sie ist Mutter beider Geschädigter. Ein erwachsener Sohn des Paares schwieg ebenfalls. Dieses Recht gibt das Gesetz nahen Angehörigen. Zur Urteilsverkündung erschien von der Familie niemand.

Der 40-Jährige bleibt in Untersuchungshaft, bis sein Urteil rechtskräftig wird.

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