Verkaufsoffener Sonntag

Händler bereiten schönen ersten Advent

Der Gewerkschafts-Haltung zum Trotz: Es gibt viele Befürworter für die verkaufsoffenen Sonntage in der Vorweihnachtszeit. Verdi pocht auf die Sonntagsruhe, der Handelsverband glaubt, dass die Ablehnung dazu führe, dass Verdi zum „Totengräber der Innenstädte“ werde. Archivfoto: Roland Keusch
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Der Gewerkschafts-Haltung zum Trotz: Es gibt viele Befürworter für die verkaufsoffenen Sonntage in der Vorweihnachtszeit. Verdi pocht auf die Sonntagsruhe, der Handelsverband glaubt, dass die Ablehnung dazu führe, dass Verdi zum „Totengräber der Innenstädte“ werde.
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Geschäfte dürfen an fünf Sonntagen öffnen: Remscheider konzentrieren sich zunächst auf den 29. November.

Von Axel Richter

Remscheid. Es bleibt vor Weihnachten zunächst bei einem verkaufsoffenen Sonntag: Am 29. November sollen stadtteilübergreifend alle Geschäfte in Remscheid öffnen dürfen. Die Einzelhändler in Alt-Remscheid, Lennep und Lüttringhausen setzen darauf große Hoffnungen. Vielleicht lassen sich die Umsatzverluste, die sie in der Corona-Krise erlitten haben, damit wenigstens ein klein wenig abmildern.

Das erste Advents-Wochenende ist das umsatzstärkste des ganzen Jahres. Gezielt haben die drei Werbegemeinschaften Marketingrat Innenstadt, Lennep Offensiv und Marketingrat Lüttringhausen den 29. November gemeinsam beantragt. „Wir hoffen, dass an diesem Sonntag viele Remscheider unterwegs sind und ihren Einzelhandel unterstützen“, sagt Markus Kärst, Chef des Hotel Restaurants Kromberg und Vorsitzender der Vereinigung von Handel- und Gewerbetreibenden in Lüttringhausen.

„Das ist eine sehr kluge Entscheidung.“
Klaus Kreutzer zur Sonntagsöffnung

Grundsätzlich dürfen die Händler an vier weiteren Sonntagen vor Weihnachten ihre Geschäfte öffnen. Dafür sorgte die Landesregierung mit einer neuen Coronaschutzverordnung, die am 30. September in Kraft trat. Danach dürfen alle Geschäfte in Nordrhein-Westfalen nach dem 29. November auch am 6., 13. und 20. Dezember sowie am 3. Januar von 13 bis 18 Uhr öffnen. Die Sonderöffnung soll dem Handel helfen und die Kundenströme zugleich entzerren.

Noch hat die Gewerkschaft Verdi dagegen keine Klage eingereicht. In den zurückliegenden Jahren tat sie das mit Hinweis auf die Sonntagsruhe erfolgreich und brachte damit gleich mehrere geplante Sonntagsöffnungen in den Städten zu Fall.

Der Handelsverband Nordrhein-Westfalen warnt davor. Anderenfalls erweise sich Verdi „als Totengräber unserer Innenstädte“, sagt Klaus Kreutzer, Vorstandsmitglied und Inhaber gleichnamigen Sanitätshauses in Lennep. In der Wirtschaftskrise seien die Geschäfte auf zusätzliche Einnahmen dringend angewiesen. „Als Verband begrüße ich die Initiative der Landesregierung deshalb ausdrücklich“, sagt Kreutzer: „Das ist eine sehr kluge Entscheidung.“

Dass in Remscheid nach dem 29. November die Geschäfte an vier weiteren Sonntagen öffnen, ist jedoch unwahrscheinlich. Fünf Sonntagsöffnungen innerhalb von sechs Wochen sind schlicht nicht von jedem Geschäft zu stemmen. „Wir konzentrieren uns auch deshalb ganz auf das erste Advents-Wochenende“, sagt Ralf Wieber, Chef der gleichnamigen Tanzschule und Vorsitzender des Marketingrates Innenstadt.

Wieber hat Großes vor. Was genau, hängt auch vom weiteren Infektionsgeschehen ab und damit unter anderem von der Frage, ob der Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus stattfinden kann. Nächste Woche soll die Entscheidung fallen, erklärt Dezernentin Barbara Reul-Nocke. Marktmeister Michael Müller hat sein eingereichtes Hygienekonzept in den vergangenen Tagen noch mal nachjustiert. Wie berichtet, wird es in keinem Fall eine Eisbahn geben. Gewiss ist unterdessen, dass der traditionsreiche Weihnachtsmarkt in Lüttringhausen nicht stattfindet. Mit dem Heimatbund, Veranstalter der karitativen Budenmeile, die immer am ersten Adventswochenende für viele Tausend Lüttringhauser zum Treffpunkt wird, will der Marketingrat am 29. November ein paar kleinere Aktionen stattfinden lassen.

„Wir wollen den Kunden damit einen schönen Tag im Advent bescheren“, sagt Markus Kärst und hofft auf viele Lüttringhauser, die trotz des Virus rausgehen, ihren Geschäften vor Ort einen Besuch abstatten und am Ende bei ihnen ihr Geld ausgeben - und nicht bei Amazon und Co..

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