Sportanlage

Hackenberg: Umbauplan stößt auf Widerstand

Neue Umbaupläne für die Sportanlage in Hackenberg sorgen für Diskussionsstoff in der Ortspolitik. Foto: Roland Keusch
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Neue Umbaupläne für die Sportanlage in Hackenberg sorgen für Diskussionsstoff in der Ortspolitik.
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Lenneper Bezirksvertretung spricht über Zukunft der Sportanlage.

Remscheid. Mit politischen Dauerbrennern befasst sich die Bezirksvertretung Lennep, die sich am Mittwoch im Rathaus trifft. Es geht um Autolärm durch die Poser-Szene ebenso wie um das geplante Gewerbegebiet Gleisdreck in Bergisch Born, für das die Linkspartei eine „Neubewertung der Kosten-Nutzen-Relation“ fordert. Für Diskussionsstoff dürfte aber auch der letzte Punkt der Tagesordnung sorgen: der Umbau der Sportanlage Hackenberg, die deutlich kleiner ausfallen soll als jahrelang geplant.

CDU-Fraktionschef Markus Kötter bezeichnet die vorliegenden Skizzen der Verwaltung als „Rumpfplanung“. Auf deren Grundlage entstehe ein „Provinzplatz“. „Dies ist keinesfalls der adäquate Ersatz für das Röntgen-Stadion, der den Lennepern versprochen wurde“, erklärt der Ortspolitiker mit Blick auf den Abriss des Stadions, der erfolgen würde, um Platz für das Designer Outlet Center (DOC) zu schaffen.

Ob es aber überhaupt gebaut werden kann, hängt entscheidend vom Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig ab. Es befindet am 25. Januar 2022 über die Zukunft des Großprojekts – und über Klagen, die sich gegen das DOC richten. Vor diesem Hintergrund fordert die Wählergemeinschaft WiR, zunächst einmal den Richterspruch abzuwarten. Anschließend soll in einer politischen Diskussion eine „Neubewertung der Sachlage“ vorgenommen werden, wie die WiR-Politiker Waltraud Bodenstedt, Jonathan Brützel und Roland Kirchner fordern.

Aus dem Verkaufserlös kann keine große Lösung finanziert werden

Aktueller Sachstand: Aus dem Verkaufserlös des Röntgen-Stadions wird nicht die große Lösung in Hackenberg finanziert – mit einer Tribüne, die Platz für Tausende Fußballfans bieten würde. Stattdessen soll es zunächst einmal einen Kunstrasenplatz für die Kicker der SG Hackenberg geben. Dies begrüßt Kötter: „Und wir haben uns einer Alternativplanung ja nicht verschlossen“, sagt der stellvertretende Bezirksbürgermeister. „Aber doch nicht in dieser vorliegenden Form. Die Leichtathletik fällt hinten runter“, bedauert der CDU-Politiker. Es fehle vor allem eine 400-Meter-Rundbahn. Die Anlagen für die sonstigen Sportarten, vom Hochsprung bis zum Kugelstoßen, seien laut der vorliegenden Pläne kreuz und quer auf der Anlage verteilt.

Grundsätzliche Kritik am Sportentwicklungsplan für Remscheid übt die WiR. „Uns fehlt die weitere Betrachtung aller Sportarten auf Außenanlagen“, beklagt die Ratsgruppe. Ein vorliegendes Gutachten zeige nur die Entwicklung des Fußballs auf und betrachte auch nicht den möglichen Wegfall des Röntgen-Stadions.

Bezirksbürgermeister Rolf Haumann (Bündnis 90/Die Grünen) fände den Verzicht auf die 400-Meter-Bahn sehr bedauerlich – und verweist auf die Lenneper Schulklassen, die „im schlimmsten Fall“ zum Lauftraining nach Reinshagen müssten. Aber er zeigt auch Verständnis für die Auffassung der Verwaltung, die auf jahrelange Verzögerung durch einen neuen Bebauungsplan in Hackenberg und erheblichen finanziellen Mehraufwand für die Laufbahn hingewiesen hat. „Wo sollen wir denn die Millionen hernehmen? Der Platz müsste gedreht werden, um Raum für die Bahnen zu schaffen,“ beschreibt Haumann das Dilemma.

Für Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Lenneper Verkehrs- und Fördervereins, steht fest, dass es einen adäquaten Ersatz für das Röntgen-Stadion geben müsse. „Das ist uns fest zugesagt worden“, hebt er hervor. Dieser adäquate Ersatz sei in den vorliegenden Plänen ganz und gar nicht gegeben. Deshalb erwäge der Verein, ein Bürgerbegehren zu initiieren.

Die Sitzung der Bezirksvertretung beginnt um 17.30 Uhr im Rathaus.

Standpunkt: Unter Handlungsdruck

Kommentar von Frank Michalczak

frank.michalczak @rga.de

Die Lenneper seien müde geworden – nach all den Debatten über die Zukunft der Kölner Straße, über Perspektiven für die Altstadt und dem Hin und Her, ob das Designer Outlet Center nun gebaut wird oder nicht. Mit dieser Einschätzung spiegelt Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins, die Stimmung im Ort wider. Denn nach all den vielen Workshops und Bürgerwerkstätten fehlen weiter wesentliche Impulse, um Lennep in die Zukunft zu führen. Die Verwaltung steht dabei längst unter Handlungsdruck. Baudezernent Peter Heinze will unabhängig von einer gesamten Rahmenplanung für Lennep ein „Ad-hoc-Programm“ für die Kölner Straße entwickeln, das möglichst schnell greift. Die SG Hackenberg hofft verständlicherweise darauf, ebenso möglicht schnell ihren ersehnten Kunstrasenplatz zu bekommen. Aber: Von Aktionismus ist hier abzuraten. Denn für den Schul- und Vereinssport wäre der Verzicht auf eine 400-Meter-Laufbahn in Hackenberg alles andere als der versprochene adäquate Ersatz für das Röntgen-Stadion, das nach jetzigem Stand der Dinge ja noch immer abgerissen werden soll. Natürlich gilt es, Kosten und Nutzen abzuwägen. Es geht hier aber auch um Glaubwürdigkeit.

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