Jubiläum

H2O: Ein lebendiges Stück Stadtgeschichte

Das Herzstück am Hackenberg aus der Luft: Das ursprüngliche Gartenhallenbad ist seit 1996 mehrfach erweitert worden.
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Das Herzstück am Hackenberg aus der Luft: Das ursprüngliche Gartenhallenbad ist seit 1996 mehrfach erweitert worden.

25 Jahre H2O: Badeparadies am Hackenberg feiert diesmal klein. Die Mitarbeiterinnen schwelgen in Erinnerungen.

Von Timo Lemmer

Das H2O versteht sich als Bad für alle Bürger, in dem der Freizeitspaß im Vordergrund steht. Erst recht gilt das bei Aktionen wie der Poololympiade.

Remscheid. Beinahe wäre er ihnen durchgegangen, der besondere Geburtstag „ihres“ Sauna- und Badeparadieses. Die Bäderfachangestellte Mirijam Flick, die Teamleitung der Wasser- und Saunalandschaft Sandra Knobbe sowie Bereichsleiter Christian Liese hatten durchaus auf dem Schirm, dass das H2O-Spaßbad am 11. Dezember 1996 zum ersten Mal geöffnet hatte, nachdem mehrere Stadtteil-Bäder aufgegeben und das Gartenhallenbad Lennep umfassend umgebaut worden war. Doch die Experten der H2O-Historie sind sehr von den aktuellen Herausforderungen beansprucht – groß gefeiert wird diesmal nicht.

Aber auch nicht zu sehr, um nicht doch angesichts des Jubiläums in Erinnerungen zu schwelgen. „Weißt du noch“, fangen einige der Sätze an, die dann mit einer Anekdote enden. „Weißt du noch die Sommernachtssauna-Nächte“, sagt Flick. „Das ging teilweise bis 3 Uhr nachts.“ Knobbe nickt und erinnert an das Paar, das sich nicht nur im H2O gefunden hatte – sondern dann standesgemäß nach der Trauung erst einmal zum „Hochzeitsaufguss“ gekommen war.

Moderne Freizeitbäder: Im Konzert der Großen

Ortstermin zum Jubiläum: Seit 25 und 27 Jahren sind Sandra Knobbe (l.) und Mirijam Flick, die bereits im Gartenhallenbad gearbeitet hat, dabei.

Remscheid wollte damals dabei sein, wissen die drei Experten. „Freizeitbäder waren zu der Zeit total im Kommen“, erinnert sich Knobbe. Naherholung für die Bürger, ein zeitgemäßes Bad samt Saunalandschaft – das war aber nur ein Teil der Wahrheit, als die Entscheidung zugunsten der Zentralisierung gefallen ist. Es war auch ein Prestigeprojekt, das unbedingt Sogwirkung entfalten sollte. Liese, seit über zehn Jahren am Hackenberg dabei, berichtet aus der Zeit: „Das war für Städte damals eine Imagefrage.“ Die Bergische Sonne in Wuppertal, der Aquadrom in Bochum: Eine Liga, in der man mitspielen wollte.

Und eine Branche, die Besucher noch und nöcher anzog: Die jährlichen Zahlen stiegen von der Eröffnung 1996 bis ins Jahr 2008 jährlich an. Ungewöhnlich, weiß Liese: „Die meisten Bäder erreichen nach fünf, sechs Jahren eine Art Plateau. In Remscheid ging es zwölf Jahre nur bergauf.“ Der Rekord von 580 000 Besuchern im Jahr 2008 ist bis heute unerreicht.

Modern bleiben: Renoviert – hier Christian Liese 2017 – wird häufig.

Zurück zum Prestige: Es kam Anfang der 1990er-Jahre also quasi wie gerufen, dass die Bäderlandschaft in Remscheid ohnehin nicht mehr bedarfs- und zeitgemäß war und überarbeitet werden musste. Technik, Ausstattung, Bausubstanz, Modernität: Eine Reihe von kleinen Stadtteilbädern, meist aus der Nachkriegszeit, waren von der Zeit überholt worden. Die Welle in Lennep, Bäder in Lüttringhausen, Hasten, an der Freiheitstraße – und eben das Gartenhallenbad.

Man habe dann die richtige Entscheidung getroffen, so Liese, statt mehrere Bäder aufwendig zu sanieren, auf einen Standort zu setzen: Die Sanierung und Erweiterung am Hackenberg nahm Fahrt auf. Flick, die mit 27 Dienstjahren den H2O-Vorgänger von 1975 noch erlebt hat, erinnert sich genau daran, wie zig Bagger im Gebäude standen: „Das war ein Riesenumbau.“ Sie erfreut sich bis heute an einer Anekdote aus der Zeit des vorherigen Bads: „Da gab es hier noch eine Wasserdisco, bei der die Leute knöchel- bis kniehoch im Nichtschwimmer-Bereich standen, die Nebelmaschine angeschmissen wurde. Der DJ stand auf der Empore.“

2019 sorgte eine Pool-Party für großen Spaß

1998 kam noch das Stadtbad am Park hinzu, das den Sportbereich besser abzudecken vermochte. Der Umbau in Lennep hat sich derweil mehr als gelohnt, davon sind die Urgesteine der Lenneper Schwimmbäder überzeugt. „Und die Leute haben das neue Bad sofort angenommen“, sagt Knobbe. „Insbesondere der Saunabereich platzte aus allen Nähten.“ Im Zweijahrestakt kamen Neu- und Erweiterungsbauten hinzu, die Gäste zog es aus ganz NRW her. Heute sei der Bereich durch (teure) Spa-Angebote ein anderer geworden. „Im Freizeitbad-Bereich sind wir aber immer noch in der Spitzenklasse“, sagen die beiden stolz und verweisen auf den familiären, bergischen Sauna-Charakter.

Hintergrund

Aktualität: Derzeit gilt 2G (bis 15 Jahre: 3G). Eine Buchung sollte online vorgenommen werden.

Besucher: Christian Liese erwartet aufgrund der bisher vorliegenden Zahlen 150.000 bis 160.000 Besucher für 2021. Das erste halbe Jahr war pandemiebedingt geschlossen.

www.h2o-badeparadies.de

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