Erste Platte

Gute Texte prägen für Ulrike Donner gute Musik

Ulrike Donner findet die Single „Rote Rosen“ nicht mehr – und findet das gar nicht so schlimm. Schon früh wirkte sie mit ihrem Posaunenchor selbst an einer LP mit.
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Ulrike Donner findet die Single „Rote Rosen“ nicht mehr – und findet das gar nicht so schlimm. Schon früh wirkte sie mit ihrem Posaunenchor selbst an einer LP mit.

Dass ihre erste Single „Rote Rosen“ als verschollen gilt, ist Ulrike Donner nur recht.

Von Peter Klohs

Musik war schon immer ein wichtiger Bestandteil im Leben von Ulrike Donner. Die 1964 in Wuppertal geborene und in Lüttringhausen aufgewachsene Musikerin erinnert sich, dass in ihrem Elternhaus viel gesungen wurde. Ihr Vater, ein leidenschaftlicher Sänger, war Gründungsmitglied des Gus-Anton-Chors. „Alle Familienmitglieder sangen. Das war allgegenwärtig.“

Sie selbst sang zum ersten Mal im Alter von drei oder vier Jahren zur Diamanthochzeit der Urgroßeltern. Es gab im Haus ein Klavier, das angeschafft wurde, weil Ulrikes Großmutter für ihren Gesang Klavierbegleitung benötigte. Der Vater spielte es jedoch nur zu Weihnachten. Als Ulrikes Bruder lernte, die Trompete zu spielen, war ihre Entscheidung klar: „Das wollte ich auch machen.“

Im Haus wurde viel Radio gehört. „Und die Musiksendungen im Fernsehen angeschaut. Die Hitparade und ‚Erkennen Sie die Melodie?‘“. Neben der Hitparade gab es noch Ilja Richters Disco, der Beat-Club wurde nicht zur Kenntnis genommen. „Die Rock- und Popmusik der 70er Jahre ist weitgehend an mir vorbei gegangen.“

Die Eltern besaßen auch Schallplatten: Heintjes Mama, Wum und Wendelins Mietzekatzen-Song. Ulrikes Freundin war mitschuldig daran, was ihre erste eigene Platte war. Ulrike Donner berichtet: „Die Freundin, etwas älter als ich, schwärmte in dieser Zeit für den deutschen Schlagersänger Freddy Breck. Das färbte wohl ab, Ich wünschte mir ‚Rote Rosen‘ zum Geburtstag.“ Und fügt, zwischen Erheiterung und Selbstironie gefangen, ein „O Gott o Gott, meine Herren“ an. Zu gefühlige Musik ist ihr nicht geheuer. Es ist ihr beinahe recht, dass die Single als verschollen gelten muss.

Ihre liebste erste Platte: Die erste LP, an der sie mitgewirkt hat

Aber eine andere 1. Platte steht noch zur Verfügung: Die erste LP, bei der sie mitgespielt hat. Seit 1977 ist Ulrike Donner Mitglied im Lüttringhauser Posaunenchor. 1978 erschien die Weihnachtsplatte „Lobt Gott ihr Christen alle gleich“, auf der die damals 14-jährige Ulrike mitspielte. „Wir haben die Musik der alten Meister Pfingsten 1978 aufgenommen“, erinnert sie sich. „Es war schon aufregend, die ganze ungewohnte Technik, die Atmosphäre, die Stimmung, wenn man mitten im Sommer Weihnachtslieder spielt.“ Die LP hat jedenfalls die Jahre überdauert und ist im Besitz der Trompeterin, die eigentlich lieber Flügelhorn spielt. Einen Plattenspieler besitzt sie freilich nicht mehr, ein Fernsehgerät ebenso wenig.

Ein Musiker, dessen Weg sie jahrzehntelang verfolgt hat, ist Reinhard Mey, „wegen meiner Text-Affinität.“ Sie ist vollkommen bei der Musik, wenn sich Text und Musik gegenseitig erhöhen. „Die alten Meister beherrschten das perfekt.“ Als Schülerin gab es auch eine kurze musikalische Begegnung mit der Musik von Peter, Paul und Mary. „Aber das habe ich nicht weiter verfolgt“, sagt sie. Des Weiteren ist Jazz nicht ihr Ding, das weite Feld zwischen Rap und Techno ebenso wenig. Und sie mag den Sound einer Flöte nicht besonders. „Klassik ist okay“, sagt sie. „Aber Flötenkonzerte…. Nein.“

Und weil das Leben zuweilen wie ein Kreis ist, hat sie vor drei Jahren angefangen, Gesangsunterricht zu nehmen, mit allem Zipp und Zapp. Sie fühlt sich gut damit, nein, sehr gut.

Zur Person

Privat: Ulrike Donner, beruflich als Beraterin für die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein tätig, spielt Flügelhorn und Trompete im Lüttringhauser Posaunenchor. Erst kürzlich gestaltete sie den Workshop und das Konzert „Musik von Frauen“.

Posaunenchor: Daneben leitet sie seit 2013 den Posaunenchor Remlingrade-Dahlerau in Radevormwald. „Ich hätte als Kind schon gerne das Klavierspielen erlernt“, gibt sie zu.

Kinder:Ihre beiden Kinder sind Berufsmusiker. Jan ist Posaunist und unter anderem bei der Deutschen Oper in Berlin beschäftigt, Maren ist als Musiklehrerin in Monheim am Rhein tätig.

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