Bundestagswahl 2021

Grüne räumen Fehler ein

Auf dem Handy werden die ersten Remscheider Zahlen angezeigt: (v.l.)Lars Jochimsen, Ilka Brehmer und David Schichel. Foto: Roland Keusch
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Auf dem Handy werden die ersten Remscheider Zahlen angezeigt: (v.l.) Lars Jochimsen, Ilka Brehmer und David Schichel.

Freude und Trauer liegen dicht beieinander.

Von Andreas Weber

Jubel im Saxo in der Alten Bismarckstraße brandete kurz nach 18 Uhr auf, weil das historisch mieseste Ergebnis der CDU in den ersten TV-Prognosen verkündet wurde. Die eigenen 15 Prozent nahmen die Grünen eher gedämpft auf. Direktkandidatin Silvia Vaeckenstedt, die mit ihrem Mann Arne zu einer Stippvisite im Saxo vorbeischaute, bevor sie nach Solingen eilte, erhielt dann aber doch viel Applaus von den 20 Remscheider Parteikollegen, die sich in der Kneipe versammelt hatten.

Für die Teamleiterin in der Agentur für Arbeit in Bergisch Gladbach ist die Perspektive Bundestag damit abgehakt. Über die Liste kommt sie nicht rein. Auch wenn Umfragen die Grünen im Sommer jenseits der 20 Prozent gesehen hatten, ordnete Kreisvorstand und Ratsmitglied Lars Jochimsen das Resultat realistisch ein: „Es ist das beste Ergebnis, das wir seit 1990 erreicht haben.“ Den zwischenzeitlichen Höhenflug bezeichnet Jochimsen als Hype: „Danach wurden wir vom Jäger zum Gejagten und waren mit dem scharfen Gegenwind anfangs überfordert.“

Fraktionschef David Schichel gibt zu, dass seine Partei in dieser Phase Fehler gemacht habe. Er glaubt nicht, dass Robert Habeck der bessere Kandidat gewesen wäre. „Annalena Baerbock war definitiv die Richtige.“ Schichel hält den Zuwachs von „nur“ fünf Prozent bundesweit auch aus einem Grund für nicht schlecht: „Es ist wichtig, dass Wachstum organisch erfolgt.“ Er erinnert auch daran, dass die Polit-Landschaft „sehr volatil“ geworden sei und nennt für diese Flüchtigkeit als mahnendes Beispiel die FDP, die zwischenzeitlich ganz unten war.

David Schichel ist ein bekennendes „Ampelmännchen“

Der Fraktionschef hält die Übereinstimmungen von SPD und Grünen größer als die mit der CDU. „Ich bin ein Ampelmännchen“, sagt Schichel mit Verweis auf die Zusammenarbeit im Stadtrat: „Solidarisch, nachhaltig, liberal. Wenn SPD, Grüne und FDP auch in Berlin ihre Bestes einbringen, wäre das die beste Lösung.“

Marvin Schneider, der vor anderthalb Jahren in die Partei eintrat, findet, dass er mit seinen 27 Jahren zur rechten Zeit zu den Grünen gestoßen sei: „Wir haben das beste Wahlergebnis aller Zeiten eingefahren. Die Stimmung ist gut in der Partei, darauf können wir aufbauen.“

David Schichel richtet den Blick in den kommenden Wochen nicht nur nach Berlin, sondern vor allem gen Düsseldorf. „Übermorgen beginnt der Landtagswahlkampf.“ Schichel ist der Remscheider Kandidat und hofft im Dezember auf einen aussichtsreichen Listenplatz bei den Grünen.

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