Hindenburgstraße

Gründerquartier: Von der ersten Idee bis in den Markt

Über mangelnde Unterstützung können sich die Initiatoren des Gründerquartiers nicht beklagen. Unter anderem sind der Oberbürgermeister, die Wirtschaftsförderung, die FGW und die Sparkasse mit dabei. Foto: Roland Keusch
+
Über mangelnde Unterstützung können sich die Initiatoren des Gründerquartiers nicht beklagen. Unter anderem sind der Oberbürgermeister, die Wirtschaftsförderung, die FGW und die Sparkasse mit dabei.

In der Hindenburgstraße soll ein Gründerquartier entstehen. Start-ups stehen 550 Quadratmeter zur Verfügung.

Von Sven Schlickowey

Remscheid bekommt ein Gründerquartier. An der Hindenburgstraße soll – quasi rund um die Erlebbar, die heute schon die Gründerschmiede beherbergt – ein eigenes Zentrum für Firmen-Gründungen entstehen. Mit Büro- und Besprechungs- und Eventräumen, einem Coworking-Space, Werkstätten und verschiedenen Beratungs- und Coachingangeboten. „Heute wird aus einer Idee tatsächlich Wirklichkeit“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz bei der Vorstellung der Pläne. Und Christoph Imber, Geschäftsführer des Vereins Gründeschmiede, sprach von „einem ganz besonderen Tag“.

Gründerquartier: Handfestes neben Digitalem auf 550 Quadratmeter 

Rund 550 Quadratmeter Fläche hat die angemietete Fabrikhalle im Hinterhof. „Hier können wir Gründer von der ersten Idee bis in den Markt begleiten“, sagt Christoph Imber. Und das ausdrücklich nicht nur im digitalen Bereich. Im Remscheider Gründerquartier soll auch Handfestes entstehen. Die „Gründergaragen“ genannten Werkstätten laden zum Tüfteln ein. Und ein Schwerpunkt soll auf „Urbane Produktion“ liegen. So stammen auch die Fördermittel für das Projekt aus einem entsprechenden Programm, verbunden mit dem Auftrag, bereits in Remscheid vorhandene Manufakturen aufzuspüren und eventuell einzubinden.

Dazu passt zudem, dass neben der Sparkasse und einer Steuerberatungsgesellschaft auch die Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe (FGW) als Partner mit dabei ist. „Unser Herz schlägt natürlich für technische Lösungen“, sagt FGW-Geschäftsführer Dr. Peter Dültgen. „Wir würden uns freuen, wenn Gründer dabei sind, die knöstern wollen.“

Dass sich überhaupt Gründer für das neue Zentrum finden, darüber machen sich die Initiatoren keine Sorgen. Von den 15 geplanten Büroräumen seien 12 bereits gebucht, berichtet Christoph Imber. Wer jetzt noch mitmachen will, könne die Baustelle nach Absprache jederzeit besichtigen und erhalte in der Erlebbar Bewerbungsformulare. Auch für die flexiblen Arbeitsplätze im Coworking-Bereich. Insgesamt 50 sollen entstehen, die preislich bei etwa 49 Euro monatlich beginnen werden.

Die Eröffnung des Zentrums ist für Oktober geplant

Bereits 2017 hatte die Gründeschmiede damit begonnen, Gründer nach ihren Ansprüchen an ein solches Zentrum zu fragen. Heraus kam, dass es gut zu erreichen und mit moderner Technik ausgestattet sein sollte. Beides Voraussetzungen, die Imber am neuen Standort erfüllt sieht. Auch wenn die Stadt sich zwischenzeitlich für die Böker-Villa ausgesprochen hatte. „Eine so gute Idee darf nicht von einem Ort abhängig sein“, so Oberbürgermeister Mast-Weisz.

Bald sollen die Umbauarbeiten an der Fabrikhalle beginnen, als Eröffnungstermin habe man „ganz optimistisch“ den Oktober angepeilt, sagt Christoph Imber. Bis dahin solle keinesfalls ein Schickimicki-Büro entstehen. „Die Räume sollen bewusst unfertig aussehen.“ Das passe besonders gut zur bergischen Gründer-Mentalität.

Langfristig sei zudem eine Erweiterung möglich. „Es gibt hier direkt nebenan ja günstigen Wohnraum“, sagt Imber. Auch den könne man den Gründern zur Verfügung stellen. „Nicht als Geschäftsmodell, sondern als Service.“ Und langfristig sei es auch vorstellbar, die Räume des benachbarten Kulturzentrums POM zu übernehmen. „Das ist dann eine Vision ungefähr für 2025.“ Wichtig ist den Initiatoren, dass die Fördermittel nur eine Starthilfe sind. „Wir wollen keinesfalls davon abhängig sein“, betont Christoph Imber. „In spätestens drei Jahren soll sich das Gründerquartier selbst tragen.“

Das Gründerquartier wird aus Europäischem Fonds gefördert

Ein Großteil des Geldes für das Gründerquartier stammt aus dem Projekt „Urbane Produktion“ des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, dazu muss aber noch ein Eigenanteil erbracht werden. Entsprechend werden noch Sponsoren gesucht, die sich ebenso wie potenzielle Gründer beim Verein Gründerschmiede melden können. gruenderschmiede.org

Die Zukunft des Einkaufens: Remscheids erster Unverpackt-Laden an der Hindenburgstraße.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Unfallflucht: Remscheider fährt erneut an Unfallstelle vorbei und wird gestoppt
Unfallflucht: Remscheider fährt erneut an Unfallstelle vorbei und wird gestoppt
Unfallflucht: Remscheider fährt erneut an Unfallstelle vorbei und wird gestoppt
Wertstoffhof soll umziehen, aber nur ein kleines Stück
Wertstoffhof soll umziehen, aber nur ein kleines Stück
Wertstoffhof soll umziehen, aber nur ein kleines Stück
Hastener Weihnachtstreff: Gute Stimmung rund um die Pauluskirche
Hastener Weihnachtstreff: Gute Stimmung rund um die Pauluskirche
Hastener Weihnachtstreff: Gute Stimmung rund um die Pauluskirche
Das Dorp feiert sich warm für Weihnachten
Das Dorp feiert sich warm für Weihnachten
Das Dorp feiert sich warm für Weihnachten

Kommentare