Stadt erarbeitet Vorschlag

Grenzgänger warten auf Umgemeindung nach Remscheid

Blick von der Wuppertaler Seite über den Morsbach nach Remscheid: Nicole Stöhrer und Hans Völker an der zerstörten Brücke. Fotos: Doro Siewert
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Blick von der Wuppertaler Seite über den Morsbach nach Remscheid: Nicole Stöhrer und Hans Völker.

Nachdem im Juli 2021 der Morsbach zum Teil durch ihre Wohnhäuser floss, warteten die Wuppertaler Bewohner des Morsbachtals lange darauf, dass die Stadt sich ihrer annahm.

Von Katharina Rüth

Remscheid. Hilfe aus Remscheid kam schneller. Spätestens seitdem wollen sie offiziell zu Remscheid gehören und warten, dass diese Umgemeindung vollzogen wird.

Mit einer Unterschriftenliste hatten sie im September 2021 die Stadt Remscheid um Aufnahme gebeten. Bei einem Ortstermin im März 2022 hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz erklärt, dass man sie gerne aufnehme. Und Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind hatte zugesagt, dass dem nichts entgegenstehe. In einem Jahr, hieß es damals, könnten die Bewohner zu Remscheid gehören.

„Wir müssen verhindern, dass ein Flurstück teils zu Remscheid, teils zu Wuppertal gehört.“

Jörg Schubert, Stadtverwaltung

„Man hat uns damals auch eine Karte mit dem Grenzverlauf gezeigt“, berichtet Nicole Stöhrer, die am Morsbacher Berg wohnt. „Ich dachte, dass alles klar ist.“ Sie ist enttäuscht, dass sich seitdem nicht mehr getan hat. Und erinnert daran, wie sehr sich viele im Morsbachtal durch Wuppertal im Stich gelassen fühlten: „Da ist viel Wut.“

Ihre Situation sei absurd: Zwar gehören sie bisher zu Wuppertal, „aber der ganze Lebensmittelpunkt liegt in Remscheid“. Sie gingen dort einkaufen, viele arbeiteten dort, die Kinder gingen in Remscheid zur Schule. Denn Remscheid fängt direkt auf der anderen Bachseite an, nach Wuppertal führt eine lange Landstraße um den Berg herum oder ein steiler Weg hoch nach Hintersudberg.

Nicole Stöhrer, vor drei Jahren hergezogen, erklärt: „Wir haben ein Jahr gebraucht, bis wir verstanden haben, dass mit Wuppertaler Postleitzahl hier nichts ankommt.“ Auch die Telefonvorwahl ist eine Remscheider. Die Müllabfuhr kommt aber aus Wuppertal.

Katrin Petersen, Sprecherin der Stadt Wuppertal, berichtet, dass es im Dezember „ein erstes größeres Treffen mit der Arbeitsebene der Nachbarstadt“ gegeben habe, „um die vielen auch ganz formalen Dinge abzuklopfen, die jetzt zu klären sind.“

Burkhard Mast-Weisz versichert: „Wir sitzen gerade daran.“ Und Jörg Schubert vom Remscheider Fachdienst Bauen, Vermessung und Kataster erläutert, man sei in Abstimmungen zur Grenze. „Wir müssen ja die Eigentumsverhältnisse beachten und verhindern, dass ein Flurstück teils zu Wuppertal, teils zu Remscheid gehört.“ Sein Fachdienst sei dabei, einen fachlich-praktikablen Vorschlag zu erarbeiten.

Wenn dieser und ein Gebietsänderungsvertragsentwurf vorliegt, müssen zunächst die Bezirksvertretungen Wuppertal-Cronenberg und Alt-Remscheid zustimmen, dann die beiden Stadträte. Der Bezirksregierung sei die geplante Umgemeindung bereits angezeigt worden, so Katrin Petersen.

Anwohnerin Nicole Stöhrer sagt: „Vor Sommer rechne ich nicht mit der Umgemeindung.“ Und sie erinnert an zwei weitere Anliegen der Grenzgänger: Die Reparatur der Straße Beckeraue, die in einem desolaten Zustand sei. Und die Klärung, ob die Brücke Ulrichskotten auch für Fahrzeuge wieder aufgebaut werden kann. Derzeit läuft ein Rechtsstreit dazu.

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