Breitbandversorgung

Glasfaserausbau in Schulen ist angelaufen

Leerrohrverlegung an der Daniel-Schürmann-Schule durch die Firma Asenov. Den Bagger bedient Firmenchef Ventsislav Asenov. Foto: Doro Siewert
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Leerrohrverlegung an der Daniel-Schürmann-Schule durch die Firma Asenov. Den Bagger bedient Firmenchef Ventsislav Asenov.
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Alle 44 Schulstandorte stehen in der Prioritätenliste bei der Breitbandversorgung ganz oben.

Von Melissa Wienzek und Andreas Weber

Remscheid. Am 8. Juni erfolgte der erste Spatenstich in Hackenberg. Seither ist der Breitbandausbau in Remscheid auf Touren gekommen. Vorneweg werden die 44 Schulstandorte und Bildungseinrichtungen von der Telekom bedient. Leerrohre werden zurzeit verlegt, Netzverteilerkästen aufgestellt. „Zugesichert ist, dass sie alle bis Sommer 2021 mit Glasfaser ausgestattet sind“, erklärt Christian Marré, Breitbandkoordinator der Stadt.

„Es ist gut angelaufen, einiges muss sich allerdings einspielen.“ So sind sechs Tiefbauunternehmer im Auftrag der Telekom unterwegs, fünf jedoch momentan nur aktiv. Teilweise können die Firmen mit mehreren Bautrupps die Arbeiten vorantreiben. „Soweit sind wir aber noch nicht“, bemerkt Marré.

„Bis Sommer 2021 sollen alle Schulen Glasfaser haben.“
Christian Marré, Koordinator

Am Mittwoch war die Remscheider Firma Asenov im Auftrag der Speed Infranet Solutions GmbH an der Ecke Palm-/Stachelhauser Straße vor der Daniel-Schürmann-Schule tätig. An vielen Ecken wird vor den Schultoren der Untergrund aufgerissen, Rohrsysteme verlegt, dann die Glasfaserhauptleitungen zu den neuen Netzverteilern und anschließend zu den Gebäuden eingeblasen. Dort bekommt das Gebäude einen Glasfaserabschlusspunkt. „Erst nach Beauftragung eines Glasfaseranschlusses bei einem Anbieter wird der Anschluss in den Schulen bis zur Anschlussdose gelegt, wo der Router zur Nutzung der schnellen Übertragungsraten mit bis zu 1000 Mbit/s eingesteckt wird“, erläutert Marré.

Die vorbereitenden Arbeiten wurden neben den Hackenberger Schulen, wo alles begann, am Schulzentrum in Lüttringhausen (Leibniz/Eisernstein) getroffen, am Schwarzen Weg für die Waldorfschule, im Südbezirk für die Walther-Hartmann-Schule, an der Werth-/Brüderstraße für die AES oder an der Hardtstraße für die Freiherr-vom-Stein-Schule. Ab heute wird in der Christhauser Straße für das Rögy gebuddelt. Zeitnah soll die Sophie-Scholl dran sein. Vor den Schulen entstehen Verteilerkästen, die sich gegenüber den alten, grauen Klötzen durch das Schild „Ich stehe für schnelles Internet“ unterscheiden. Zu sehen ist ein solches Exemplar unter anderem in der Ludwigstraße, installiert für das EMA.

Der Breitband-Ausbau tastet sich auch an die Akademie in Küppelstein heran. Die Bauarbeiten gehen momentan die Küppelsteiner Straße bergab entlang der Wohnsiedlung bis zur Eisenbahnbrücke, darüber hinaus allerdings zurzeit noch nicht. Christian Marré weiß, dass sobald die letzte fehlende Genehmigung vorliegt, was bald der Fall sein soll, im Spülbohrverfahren die fehlenden Leitungsmeter bis zu Abnehmern gelegt werden. Für den Verteilerkasten, der im Naturschutzgebiet steht, musste das Einverständnis des Naturschutzbeirates eingeholt werden.

Remscheid: Langsames Internet ist seit Jahren ein Aufreger in der Akademie

Schnelles Internet braucht die Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes in Küppelstein dringend. Die idyllisch in der Senke am Waldrand gelegene Bildungseinrichtung hat einen nervenden Knackpunkt: langsames Internet. Seit Jahren ist es Aufreger Nr. 1. „Wir sind eine Bundesakademie, und gerade in der Corona-Krise eine Speerspitze bei der Fortbildung gewesen. Da ist es peinlich, wenn die Technik nicht mitspielt“, betont Direktorin Prof. Susanne Keuchel.

Die Akademie qualifiziert vor allem Fachkräfte der Jugend-, Bildungs- und Kulturarbeit, die aus ganz Deutschland hierhin kommen. Im Gebäude sitzt unter anderem der Bundesverband Tanz oder das Deutsche Kinder- und Jugendfilmzentrum. Sie alle haben ständig mit Internetabbrüchen zu kämpfen. „Das ist ein Unding“, ärgert sich Susanne Keuchel. Gerade in der Corona-Zeit ist es eine Herausforderung, da Kurse und Qualifizierungen digital laufen. „Wir mussten teilweise ins Home Office gehen, weil dort das Internet stabiler ist.“

Insgesamt will die Telekom mit dem 18,71 Millionen Euro teuren Projekt in Remscheid im August 2022 fertig sein.

Hintergrund

Der Auftrag für die Telekom Deutschland zum Glasfaserausbau lautet: Binnen 36 Monaten alle unterversorgten Adressen mit Leerrohren und darin enthaltenen Glasfaserleitungen ausbauen. Gebaut wird in sechs Clustern parallel versetzt. Versorgt werden bis August 2022 insgesamt 6924 Haushalte, 729 Betriebe, 44 Schulen, fünf weitere Bildungseinrichtungen, elf Kitas, zwei Feuerwehren, ein Verwaltungsgebäude und sieben Sportstätten. Die Finanzierung der 18,71 Millionen Euro lief je zur Hälfte überden Bund und das Land.

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