Landgericht Wuppertal

Gewalttätige Übergriffe: Staatsanwalt will die Zwangseinweisung

Ein psychisch erkrankter, 37-jähriger Remscheider steht nach gewalttätigen Übergriffen vor dem Landgericht Wuppertal. Er soll im Juni 2021 in der Remscheider Innenstadt zwei Personen mit Boxhieben angegriffen haben
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Ein psychisch erkrankter, 37-jähriger Remscheider steht nach gewalttätigen Übergriffen vor dem Landgericht Wuppertal. Er soll im Juni 2021 in der Remscheider Innenstadt zwei Personen mit Boxhieben angegriffen haben.

Ein psychisch erkrankter Remscheider steht vor Gericht.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Ein psychisch erkrankter, 37-jähriger Remscheider steht nach gewalttätigen Übergriffen vor dem Landgericht Wuppertal. Er soll im Juni 2021 in der Remscheider Innenstadt zwei Personen mit Boxhieben angegriffen haben; im April zuvor habe er einen Arzt in einer Sucht-Fachklinik bewusstlos geschlagen haben, nachdem der ihn nicht als Patienten aufnehmen wollte.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann in allen drei Fällen schuldunfähig war und beantragt die Zwangseinweisung in eine geschlossene Klinik zum Schutz der Allgemeinheit. Die Richterinnen und Richter müssen unabhängig prüfen und entscheiden. Der 37-Jährige befindet sich derzeit in geschlossener Unterbringung. Sein Hintergrund sind 37 frühere Aufnahmen als Patient der Psychiatrie.

Laut Antrag der Staatsanwaltschaft schlug der 37-Jährige in der Remscheider City einen Mann, der ihn auf seine nicht korrekt sitzende Corona-Maske hingewiesen hatte. Ein anderer soll einen Hieb kassiert haben, weil er sein Handy nicht verleihen wollte. Bei dem Geschehnis mit dem Arzt erschien der Beschuldigte mit Gepäck in einer Fachklinik in Velbert, nachdem er im Remscheider Tannenhof wegen Vorfällen Hausverbot erhalten hatte. Da das Velberter Haus zum Tannenhof gehört, durfte er aber auch dort nicht aufgenommen werden, außer im Notfall. Der lag laut dem Verletzten (47) nicht vor. Dieser Arzt berichtete, er habe den Mann nach einem ersten Gespräch trotzdem erneut im Haus gesehen, auf einer Treppe nahe dem Haupteingang. Er habe bekräftigt: „Sie haben Hausverbot, sie müssen gehen.“ Darauf habe der Beschuldigte ihn angegriffen.

Arzt fehlen Erinnerungen an Tat

Der Arzt sagte, an die Schläge erinnere er sich nicht mehr, er sei auf der Treppe gestürzt. Außer einer Platzwunde und Prellungen habe er eine Gehirnerschütterung erlitten; es fehlten ihm Erinnerungen. Mitarbeitende seien ihm Hilfe gekommen, der Angreifer sei geflohen und später von der Polizei ermittelt worden.

Über die gesundheitlichen Folgen berichtete der Verletzte: „Ich hatte Gedächtnislücken. Ich habe mein Handy in die Hand genommen und wusste nicht, welche Tasten ich drücken sollte. Ich wusste die Namen von Verwandten nicht mehr. Es hat mir Angst gemacht.“ Er sei vorsichtiger mit Patienten geworden. Es sei sein erster Angriff gewesen; aggressiv habe der Beschuldigte auf ihn nicht gewirkt.

Das Landgericht hat für den Prozess drei weitere Sitzungstage vorgesehen.

Lesen Sie auch: Am 7. Juli 2021 schoss ein Mann in Remscheid auf seine Frau und seinen Sohn. Diese leben weiterhin in Angst.

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