Digitaler Gesundheitscampus

Experten auf Youtube im Gespräch: Was ist gut für die Psyche?

  • VonValeria Schulte-Niermann
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Digitaler Gesundheitscampus – Experten beantworten die Fragen der RGA-Leser.

Remscheid. Psychische Gesundheit sollte kein Tabuthema mehr sein. Beim zweiten Gesundheitscampus von RGA, AOK und Sana-Klinikum am Donnerstag war sie ein Thema. Unter dem Motto „Psyche – Mehr als nur irgendwas mit Gefühlen“ diskutierten sieben Experten mit Moderatorin Anja Carolina Siebel.

Die Psyche beinhaltet nicht nur das Fühlen, sondern auch das Denken und Wahrnehmen. „Sie ist die Gesamtheit aller geistiger und persönlicher Eigenschaften eines Menschen“, erklärte Professor Dr. Eugen Davids, ärztlicher Direkter der Stiftung Tannenhof eingangs.

Während der Corona-Einschränkungen seien vermehrt Angststörungen und andere psychische Erkrankungen aufgetreten, wusste Markus Birnkammer von der AOK zu berichten.

Arbeitgeber sollten einen Blick auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter haben

Professor Davids weiß aus Erfahrung, dass sogar Frühberentungen auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sind. Um diese zu verhindern, sollten seiner Ansicht nach Vorgesetzte einen Blick auf ihre Mitarbeiter haben.

RGA-Redakteurin Anja Carolina Siebel moderierte den 2. digitalen Gesundheitscampus von ihrem Schreibtisch aus.

Das rät auch Markus Birnkammer. Die AOK unterstütze Unternehmen, zum Beispiel einen Arbeitskreis Gesundheit zu schaffen und Führungskräfte zu sensibilisieren: Ist ein Mitarbeiter auffällig? Wie ist seine Mimik? Lacht er noch? „Wenn der Chef Gesundheit lebt, ist es für Mitarbeiter einfacher, das auch zu tun“, erklärte Birnkammer. Arbeitnehmer sollten darauf achten, Pausen einzuhalten, auch mal „Nein“ zu sagen und Arbeit von Freizeit abzugrenzen. Denn auch Arbeitszeiten belasten die Gesundheit.

Birgit Hübner von der AOK riet zu Achtsamkeit und dazu, Hilfe einzufordern, bevor eine Behandlung oder gar ein Klinikaufenthalt nötig seien. Dabei könnten Rituale helfen – das Zusammensein in der Familie am Abend, Gespräche über den Tag.

Bewegung hat viele Vorteile, auch für die psychische Gesundheit

Während der Lockdown-Zeit seien solche Rituale weggefallen. „Sie geben aber äußeren Halt, der die innere Genesung fördert“, sagte Dr. Eva Niederhofer, Chefärztin der Psychotherapie und Psychiatrie im Tannenhof. Die Teilnahme in einem Sportverein sei etwa eine Möglichkeit, ein Ritual zu schaffen. Sport habe aber noch mehr Vorteile: Er unterstütze seelisch, sozial, geistig und natürlich körperlich, erklärte Sportwissenschaftlerin Martine Klein vom Remscheider Sportbund. „Man lernt, im Team zu arbeiten, Erfolg und Misserfolg.“ Sport diene aber auch dazu, den Alltag besser hinzubekommen. Denn bei aktiven Auszeiten werden Stresshormone abgebaut und das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet.

Neben Sport könnten auch pflanzliche Mittel wie Lavendel, Melisse oder Baldrian Stress reduzieren, erklärte Anne Wieschemeyer von der Bären-Apotheke. Weil auch Vitamin D Einfluss auf die Psyche habe, rät sie, dessen Gehalt im Blut beim Arzt oder in der Apotheke bestimmen zu lassen. Und auch der Darm spiele eine Rolle.

Wenn der Leidensdruck jedoch zu hoch werde, sollten Betroffene professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, raten die Experten. Da Psychotherapiepraxen Notfallsprechstunden anbieten müssen, liege die Wartezeit dafür bei wenigen Wochen, sagte Eugen Davids.

Krankenkassen könnten außerdem dabei helfen, einen geeigneten Psychiater oder Psychotherapeuten zu finden. Besonders bei Kindern sei es wichtig, bei psychischen Erkrankungen früh anzusetzen, damit sie nicht chronisch werden, erklärte Dr. Denise Hahn. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Sana-Klinikum zeigt die Therapeutin den Kindern, wie sie mit Stress umgehen können, Schwierigkeiten selber lösen und was ihnen Spaß machen kann.

Im ersten digitalen Gesundheitscampus ging es darum, wie Sie gesund und fit durch die Corona-Pandemie kommen.

Rubriklistenbild: © Doro Siewert

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