Gesundheitscampus

Positives Denken beeinflusst Motivation

Biggi Hübner von der AOK sprach darüber, wie positive Formulierungen das Auftreten verändern können. Screenshot: Alexandra Dulinski
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Biggi Hübner von der AOK sprach darüber, wie positive Formulierungen das Auftreten verändern können.

Digitaler Gesundheitscampus des RGA brachte Tipps für eine gesunde Lebensweise in der Pandemie.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Motivation in der Pandemie, Tipps und Tricks für eine gesunde Lebensweise im Homeoffice: Das waren die Themen, die die Zuschauer des digitalen Gesundheitscampus am Donnerstagabend in der Zoom-Veranstaltung des RGA bewegten. Denn ausreichende Bewegung sei in der Pandemie stark zurückgegangen. Spazieren sei dagegen der neue Trendsport, erklärte Christiane Otto, Regionaldirektorin der AOK. „Aber fast 60 Prozent der jungen Leute treiben keine anderen Sportarten mehr. Freunde und der Kontakt im Sportstudio oder im Verein fehlt.“

Motivation ist dabei das Stichwort. Viele Menschen könnten sich nicht selbst motivieren, berichtete Biggi Hübner, Sportlehrerin und Teamleiterin des Bereich Marketing und Prävention der AOK. „Entscheidend ist, herauszufinden, was mir Spaß macht. Nur dann kann ich das lange durchhalten.“ Denn Gesundheit sei nicht – wie im früheren Verständnis – das Fehlen von Krankheit. Vielmehr sei sie ein lebenslanger Prozess. „Heute ist jeder selbst für seine Gesundheit verantwortlich, jeder kann sich selbst auf den Weg machen.“

„Es ist sinnvoller, in die Prävention zu investieren.“

Sascha Schnitzler, Medora

Ihr Tipp dabei: Positiv formulieren. „Wir Menschen sind so aufgestellt, wir können viel eher etwas Negatives sagen, als etwas Positives.“ Ein Satz könne dann lauten: „Ich darf heute rausgehen“ statt „Ich muss heute in die Kälte“. Im Kopf mache das unheimlich viel aus. „Ich strahle ganz anders nach außen hin aus, wirke ganz anders auf die Menschen“, sagte Hübner. Kleine Ziele zu setzen, sei wichtig.

Besonders im Homeoffice müsse auf ausreichend Bewegung geachtet werden. Gerade zu Hause habe man oft mehr Möglichkeiten, als im Büro, erklärte Sascha Schnitzler, Physiotherapeut und Inhaber von Medora – sich auf den Sessel zu setzen, die Beine hochzulegen oder den Biertisch aus dem Keller oder dem Garten zum Stehpult umzubauen.

Die Pflicht des Arbeitgebers sei, den Mitarbeiter so auszustatten, dass Krankheitsbilder schon in der Entstehung minimiert werden. „Eine vernünftige Tastatur kostet weniger, als wenn ein Mitarbeiter drei Wochen krankgeschrieben wird. Es ist sinnvoller, in die Prävention zu investieren“, sagte Schnitzler.

Schmerzen im Handgelenk könne mit Dehnübungen der Unterarmmuskulatur entgegengewirkt werden. Bei Nackenschmerzen solle man einmal ein Foto von sich selbst bei der Arbeit machen. „Man wird sich wundern, wie krumm und schief man da sitzt“, erklärte Schnitzler. Werde dann die Haltung, der Abstand zum Monitor und gegebenenfalls die Brille angepasst, lösten sich die Nackenschmerzen oft von selbst.

Wer mehr Sport treiben will, aber noch nie aktiv war, solle erstmal die gesamte Strukturen an die Bewegung heranführen, sich langsam steigern, und auf den Körper hören. „Wenn ich merke, dass mir während und nach der Aktivität nichts wehtut, habe ich mich gut belastet. Wenn ich nicht mehr aus Bett aufstehen kann, weiß ich, das war zu viel.“

Mangelnde Bewegung spielt auch beim Thema Schlaganfall eine Rolle: Das Schlaganfallrisiko steige, berichtete Andreas Koch, Schlaganfall- und Adipositasberater bei Goll & Schracke Massing. Ein weiterer Punkt sei zu fetthaltige Ernährung, zu hoher Alkoholkonsum, der in der Pandemie gestiegen sei. „Selbsthilfegruppen sind ein wichtiger Faktor, um sich als Gruppe zu finden, sich gegenseitig zu motivieren. Für diese Klientel ist momentan eine schwierige Zeit“, sagte Koch. Die Pandemie betrachte er aber auch als Chance. „Man hat viel mehr Zeit für sich, die man sinnvoll nutzen kann“, sagte der Experte. „Wenn man mehr im Hier ist, kann man sich die einfache Frage stellen: Welches Problem habe ich denn jetzt? Habe ich tatsächlich eins?“

Digitaler Gesundheitscampus

Telefonsprechstunde: Der Zoom-Konferenz vorweg ging eine einstündige Telefonsprechstunde mit den Experten. Dabei wurden auch Fragen zu neuen Sporttrends wie Hula Hoop oder hochintensivem Intervalltraining behandelt, berichtete Biggi Hübner. „Hula Hoop ist eine feine Sache, koordinativ hoch anstrengend und trainiert den Körperkern und die Haltungsmuskulatur.“ Intervalltraining sei effektives Training für jeden Tag.

Veranstaltung: Eine Wiederholung des Gesundheitscampus ist in Planung.

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